Tiergesundheit

 

Ihr Ratgeber für gesunde Tiere.

 

In unserem Ratgeber Tiergesundheit haben wir für Sie verschiedene Fachartikel rund um das Thema Tiergesungheit zusammengestellt. 
Darin finden Sie fundierte Informationen zu häufigen Krankheitsproblemen bei Rind, Schwein und Pferd.
 
Bei Fragen stehen wir selbstverständlich gerne auch persönlich zur Verfügung: beratung@saluvet.de oder Tel. 07524 4015-12

Atemwege Rind

Atemwege – wann nehme ich was?
Jahr für Jahr treten in den Viehställen Atemwegserkrankungen auf. Die Symptome reichen von Husten und Rotz über Fieber, Atemnot und Fressunlust bis zu akuten Lungenentzündungen und Todesfällen. Häufig bleiben auch nach der scheinbaren Genesung der Tiere Kümmerer zurück. Die umgangssprachlich als „Grippe“ bezeichnete Erkrankung umfasst einen ganzen „Rindergrippekomplex“, hervorgerufen durch über 20 verschiedene Viren. Die Fülle möglicher Grippeverursacher erklärt auch den nur bedingt vorbeugenden Schutz durch Impfungen, die stets lediglich einen Teil des Erregerspektrums umfassen. Bei Fieber über 40°C empfiehlt es sich, den Tierarzt zu rufen.

Ist die Grippe bereits ausgebrochen,
so ist zur Einzeltierbehandlung eine Kombination der Präparate Pyrogenium compositum inject und Coffea praeparata oral empfehlenswert. Die körpereigene Abwehrkraft wird so gestärkt, Kreislauf und Appetit angeregt.

Speziell für hustende Kälber hat sich die Gabe von BronchoLysan® in die Tränke zur Stabilisierung der Bronchialfunktion bewährt. Bei Rindern und Milchkühen empfiehlt sich bei Husten und gestörtem Allgemeinbefinden die Zufütterung von Kräuterkraft Bronchial. Dieses Ergänzungsfuttermittel unterstützt effektiv die Atemwege sowie den Allgemeinzustand und stärkt die Abwehrleistung. Alternativ wird in Zeiten erhöhter Belastung Bronch-Arom® B in die Futterration der gesamten Herde eingemischt. Die ätherischen Öle dienen der Stärkung der Atemwege und zur Appetitanregung. Darüber hinaus weiß man, dass ätherische Öle den gefährlichen Biofilm durchdringen können, durch den sich eine Vielzahl von Bakterien dem Zugriff durch körpereigene Abwehrzellen sowie Antibiotika entziehen. Daraus ergibt sich, dass auch bei eventuell nötigem Einsatz von Antibiotika ein begleitender Einsatz von Ätherischöl-Produkten zu empfehlen ist.

Zur Verminderung der Grippe-Ausbreitung im Stall
hat sich das Versprühen von Eucanel® bewährt. Da die Übertragung der Grippeviren mittels Tröpfcheninfektion über die Stallluft erfolgt, sollte der Infektionsweg bereits in Perioden erhöhter Belastung sowie bei den ersten Krankheitsanzeichen mittels Versprühen von Eucanel® unterbrochen werden. Diese spezielle Mischung ätherischer Öle konnte in Versuchen 85 – 90 % der Erreger in der Stallluft abtöten. Das Inhalieren der ätherischen Öle erleichtert zudem die Atmung.

Vorbeuge und unterstützende Maßnahmen
Die Stärkung des Immunsystems besitzt oberste Priorität bei drohenden Virus-Erkrankungen Denn die körpereigene Abwehr ist im Gegensatz zu den Antibiotika auch in der Lage, Viren abzutöten. Immulon® Dr. Schaette ist eine Immunstimulanz, welche die unspezifische, körpereigene Abwehrkraft stärkt und somit auch die Virusvermehrung bremsen kann. In Zeiten erhöhter Anfälligkeit ist eine 1 - 2-mal wöchentliche Gabe der Urkraft Stressfrei & Vital mit einer Vielzahl an Vitaminen und wertvollen Kräuterextrakten zur allgemeinen Stärkung der Abwehrkräfte zu empfehlen. Das gilt vor allem im auslaufenden Winter, da die Vitamingehalte in den Futterkonserven zu diesem Zeitpunkt nur noch sehr gering sind. Als Kälberstarter für Neugeborene eignet sich VitaQuick® Kälber, das den Kälbern zur Stärkung der Widerstandskräfte verabreicht wird. Für eine gesunde Atmung und eine Vertiefung der Atmung bei neugeborenen Kälbern werden 2-3 Pumpstöße Atembrise in jedes Nasenloch gesprüht.
Atemwegserkrankungen – Kälber sicher durch den Winter bringen
Die Tränkephase ist für Kälber eine Zeit erhöhter Anfälligkeit für Erkrankungen sowohl des Verdauungstraktes als auch der Atemwege.

Kleine Kälber, große Gefährdung
Kälber kommen schutzlos auf die Welt und müssen ihr körpereigenes Immunsystem erst langsam aufbauen. Während der ersten Lebenswoche schützen zunächst noch die Immunglobuline aus dem Kolostrum der Mutter das Kalb vor Infektionen. Doch dann beginnt eine Phase erhöhter Krankheitsanfälligkeit. Um den zweiten Lebensmonat herum steigt die Häufigkeit des Auftretens von Atemwegserkrankungen. Die Lungen der jungen Kälber sind noch unreif – erst vier Wochen nach der Geburt setzt das Lungenwachstum ein, welches mit etwa einem Jahr abgeschlossen ist. Aufgrund des verringerten Lungenvolumens werden Atemwegserkrankungen bei Kälbern vor allem in der Tränkephase schnell kritisch. Sie sind nach Durchfällen das häufigste Gesundheitsproblem in dieser Altersgruppe.

Atemwegserkrankungen kosten einige Hundert Euro und Nerven...
Damit sich die Kälberaufzucht lohnt, müssen sich die Tiere zügig entwickeln und daher gesund durch die Tränkephase kommen. Dies gilt für Mastkälber im gleichen Maße wie für die weibliche Nachzucht auf dem Milchviehbetrieb. Atemwegserkrankungen sind teuer! Da sind zunächst die direkten und deutlich erkennbaren Aufwendungen für Behandlung und Medikamente, erhöhte Betreuung, verringerte tägliche Zunahmen um bis zu -200 g, was zu einem Auseinanderwachsen der Gruppe führen kann, sowie eventuelle Totalverluste. Häufig bleiben nach Atemwegserkrankungen jedoch auch chronische Lungenschäden zurück. Das Kuhkalb als Milchkuh von morgen wird dann zum lebenslangen Kümmerer. Seine Entwicklung verläuft verzögert, der Zeitpunkt der Erstbesamung wird später erreicht. Bis zu 40 % der wirtschaftlichen Verluste für den Milchviehhalter im Zusammenhang mit Atemwegsbeschwerden seiner Tiere entstehen durch Gewichtsverluste. Eine Studie der Landwirtschaftskammer Niedersachsen (Bernd Lührmann, Osnabrück, dlz agrarmagazin 7/2009) hat die Kosten eines schweren Hustens bei Kälbern auf 234 € beziffert. Dazu kommen Folgekosten bei der Milchkuh aufgrund verminderter Milchleistung in Höhe von 225 €. Das sind Gesamtkosten in Höhe von rund 460 €!

Schwache Abwehr führt zum Eigentor
Keime gehören zur Umwelt. Ein Stall ist kein steriler Raum. Unsere Kälber sind ständig von potentiellen Krankheitserregern umgeben. Doch ein Grippevirus allein macht noch keine Grippe! Die Erreger haben erst dann die Möglichkeit, ihre uneingeschränkte Wirkung zu entfalten, wenn sie auf ein abwehrgeschwächtes Tier treffen. Die Gleichung lautet also: Virus + Stress = Grippe.

Grund genug, gerade den anfälligen Kälbern auf dem Betrieb höchste Aufmerksamkeit zu schenken, die Haltung, Fütterung und Stallklimaführung zu optimieren, um vitale und widerstandskräftige Tiere zu erzielen. Untersuchungen zu Folge sind 70-80 % der krankheitsverursachenden Faktoren in unseren Ställen abiotischer, also unbelebter Art. Den Blick allein auf die Erreger zu fokussieren, ist daher unsinnig. Selbstverständlich bedeutet dies aber nicht, dass die Hygiene vernachlässigt werden sollte.

Widerstandskraft stärken, Appetit anregen, Bronchien entlasten
Nur gesunde Tiere sind leistungsfähig. Für die Gesunderhaltung und eine zügige Entwicklung der Kälber in der Tränkephase ist der Appetit entscheidend. Angeschlagene Kälber mit gestörtem Allgemeinbefinden („Ohren auf Halbmast“) saufen grundsätzlich weniger. Daher ist es in dieser Situation sinnvoll, mit aromatischen Kräuterextrakten den Appetit der Kälber anzuregen. Hier eignen sich beispielsweise Thymian und Süßholzwurzel, die uns als appetitanregende Gewürze und als Wirkstoffe in „Hustenbonbons“ bekannt sind. Sie entlasten die Bronchien, bewahren sie vor lästigem Schleim, der die Funktion der Lunge herabsetzt, und schützen das Bronchialgewebe vor Staub und reizenden Schadgasen im Stall.

BronchoLysan® zur Stabilisierung der Bronchialfunktion

BronchoLysan® enthält von SaluVet entwickelte Wirkstoffkomplexe aus Natursubstanzen (unter anderem Thymian und Süßholzwurzel) mit krampf- und schleimlösenden Eigenschaften. Darüber hinaus entfalten Thymian und Süßholzwurzel ihre bekannt positive Wirkung im Magen-Darm-Trakt. Sie wirken appetitanregend und darmregulierend. BronchoLysan® ist ein schmackhafter, wasserlöslicher Tränkezusatz, der sowohl für Tränkeautomaten als auch zur direkten Gabe in die Milch oder den Milchaustauscher geeignet ist.

Zur Reduzierung des Keimgehaltes in der Luft hat es sich bewährt, Eucanel®, eine Mischung aus ätherischen Ölen, in der Luft zu vernebeln. Die ätherischen Öle haben eine keimwidrige Wirkung, die Ausbreitung von Krankheitserregern über die Luft wird so verringert.

Ektoparasiten und Haut

Ektoparasiten und Haut – wann nehme ich was?
Ektoparasiten sind bei Milchkühen und kleinen Wiederkäuern vor allem in den Winter- und Frühjahrsmonaten während der Stallhaltungsperiode von Bedeutung. Diese außen auf oder in der Haut sitzenden Parasiten verursachen beträchtliche Schäden durch Leistungsminderung der Tiere. Ektoparasitosen sind Faktorenkrankheiten, bei denen Stresssituationen, Mängel in der Stallklimaführung und Hygiene einen begünstigenden Einfluss auf die Krankheitsbereitschaft haben. Da alle Formen von Ektoparasitenbefall ansteckend sind, sollte man frühzeitig gegen die Erkrankungen vorgehen.

Bei Befall mit diesen Lästlingen wird eine frisch angesetzte Waschlösung mit MilbiZid® angewendet. Diese ist bei Räudemilben unbedingt mittels einer Bürste in die betroffene Hautpartie einzubürsten – ein Einsprühen der Tiere ist nicht ausreichend! Starke Schorfbildung der Haut ist zunächst aufzuweichen. Die Anwendung ist zwingend im Abstand von etwa 5-6 Tagen zu wiederholen.

Abwehr von Lästlingen auf der Weide
Lästlinge, wie Fliegen, Bremsen und Mücken, werden von den typischen Ausdünstungen der Nutztiere angezogen. BremsenFrei als Sprühlösung zum Auftragen auf die besonders gefährdeten Hautpartien verändert den Geruch und hält somit die Lästlinge fern.

Flechtenbefall,
wie er vor allem beim Jungvieh im Winter oder zeitigen Frühjahr auftreten kann, beginnt meist am Kopf, bevor der restliche Körper befallen wird. Da die Ringflechte auch auf den Menschen übertragen werden kann, ist es beim Umgang mit den betroffenen Tieren empfehlenswert, Handschuhe zu tragen. Die befallenen Partien der Tiere sind unverzüglich mit verdünnter Wundstein-Essenz Dr. Schaette abzuwaschen. Die Behandlung ist zu wiederholen, wobei sich Gaben von Vitamin A oder ß-Carotin, zum Beispiel in Form von Kräuterkraft Stressfrei & Vital, zur Unterstützung der Abheilung als sinnvoll erwiesen haben. Zur Nachbehandlung eignet sich die Wund-Schutz-Salbe zum Auftragen.

Stärkung der Hautfunktion
Bei erhöhter Anfälligkeit für Ektoparasitenbefall und Hautprobleme sollte eine kurmäßige Beifütterung von KieselAktiv in Erwägung gezogen werden, da es das Hautbindegewebe stärkt. Kräuterkraft Stressfrei & Vital ist bei Flechtenbefall sowie allgemeinen Hautproblemen anzuwenden, um die Hautaufbauvorgänge zu unterstützen.
Ektoparasitenbefall  problematisch für Tiergesundheit, Leistung und Portemonnaie
Man sollte meinen, Lästlinge, wie Läuse, Haarlinge und Milben, würden der Vergangenheit angehören und hätten in unseren modernen Tierhaltungssystemen keine Chance mehr. Doch trotz der Einhaltung von Hygieneplänen und Investitionen in Maßnahmen für den Kuh-Komfort, wie etwa automatische Kuhbürsten, sind Ektoparasiten in Hochleistungsherden wieder auf dem Vormarsch. Vor allem in den Winter- und Frühjahrsmonaten kann der Befall große wirtschaftliche Schäden verursachen.

Ektoparasitenbefall = Faktorenkrankheit!
Ob Parasiten ihre Chance erhalten, zunächst das Einzeltier und dann die ganze Herde zu befallen, hängt von verschiedenen, die Krankheit und ihren Verlauf begünstigenden Faktoren ab (siehe separater Kasten). Der Landwirt sollte demnach bereits hier tätig werden und Mängel beseitigen.

Den Ektoparasitenbefall begünstigende Faktoren
- Hohe Belegdichte im Stall (sozialer Stress)
- Qualitative und quantitative Fütterungsmängel (Vitamine, Spurenelemente, Proteine)
- Dunkler Stall
- Stallklima: hohe Luftfeuchtigkeit und zu hohe Stalltemperatur
- Anbindehaltung (schränkt die Körperpflege der Tiere ein)
- Belastungsphasen, wie Hochleistung und Trächtigkeit (= unvermeidbar)
- Sofortige Herdeneingliederung von Zukauftieren ohne vorgeschaltete Quarantäne
- Schwächung der Abwehrkräfte durch bakterielle oder virale Infektionen, Wurmbefall

Ein Befall mit Ektoparasiten (auf der Körperoberfläche sitzende Parasiten) beeinträchtigt durch den heftigen Juckreiz das Wohlbefinden der Tiere. Dadurch sind sie unruhig, die Milchmenge sinkt bei der Milchkuh um bis zu 2 Liter pro Tag, der Körpermasseansatz bei Kälbern und Jungvieh ist stark herabgesetzt, Sekundärinfektionen können auftreten, in Einzelfällen sind bei hochgradigem Befall mit Grabmilben bei Kälbern und Jungrindern sogar Totalverluste bekannt.

Ektoparasiten sind stets ein Herdenproblem. Die Ansteckung erfolgt horizontal von Kuh zu Kuh oder über die Stalleinrichtung (Kuhbürsten!). Auch Rinder, bei denen keine sichtbaren Hautveränderungen auftreten, können Parasiten-Träger und damit eine Ansteckungsquelle für andere Tiere sein. Häufig tritt ein Befall mit Haarlingen auch als Mischinfektion zusammen mit Räudemilben oder Läusen auf.

Die in Rinderbeständen gefürchtete Räude kommt in drei Formen, verursacht von Nage-, Saug- oder Grabmilben, vor. Die Nagemilbe (Chorioptes) ist am weitesten verbreitet und erscheint vor allem am Steißbein und Schwanz sowie als Fußräude. Bei Weidegang / Sonnenlicht und vitamin- sowie eiweißreicher Fütterung heilen die Hautveränderungen beschleunigt ab.

Dennoch sollten die Tiere behandelt werden, da die Milben an geschützten Hautpartien überleben und zur Aufstallung der Kühe im Herbst wieder aktiv werden. Die Saugmilbe (Psoroptes) ist in unseren Breiten relativ selten. Sie befällt den Hörnergrund, Hals, Widerrist, Brust sowie gelegentlich auch die Schwanzwurzel und die Kruppe der Rinder.

Die schwerste Form der Räude wird durch die Grabmilbe (Sarcoptes) hervorgerufen. Es handelt sich bei ihr um eine Zoonose, die auf den Menschen übergehen und dort stark juckende Hautveränderungen hervorrufen kann! Diese Räudeform, bei den Rindern meist als „Brille“ um die Augen herum beginnend, später auch den Milchspiegel befallend, führt zur Ausprägung dicker, panzerartiger Krusten und Hautfalten, die sich bis zum eitrigen Abszess ausweiten können. Der gesamte Organismus ist stark beeinträchtigt, die Temperaturregulation des Tieres gestört, Körpermasse geht verloren.

Es muss rasch gehandelt werden, aber wie?
Die meisten Mittel gegen Ektoparasiten enthalten synthetische Pyrethroide, die in der Regel mit einer Wartezeit für Milch und Fleisch belegt sind. Studien haben ergeben, dass Insekten zunehmend resistent gegen diese Pyrethroide werden.

MilbiZid®ist ein Tierwaschmittel ohne Wartezeit auf der Basis des echten Pyrethrums, des Extrakts einer afrikanischen Chrysanthemenart, sowie Rapsöl. Es ist als Biozid registriert, auch für den Einsatz auf Biobetrieben zulässig und besitzt eine nachweislich tödliche Wirkung auf Insekten und Spinnentiere. Pyrethrum wirkt direkt lähmend auf das Atemzentrum dieser niederen Tiere und ist für Säugetiere unproblematisch. Da es rasch unter Licht- und Sauerstoffeinfluss zerfällt, kann es sich im Unterschied zu den synthetischen Pyrethroiden nicht im Organismus oder in der Umwelt anreichern. Der Pflanzenöl-Anteil in MilbiZid® bewirkt ein Verstopfen der Atemöffnungen der Insekten und weicht ihren Chitin-Panzer auf.

Praxistests haben die Wirksamkeit von MilbiZid® gegen Räudemilben und andere Ektoparasiten beim Rind bestätigt.
Kriebelmücken – wenn kleine Insekten großen Rindern gefährlich werden
Pünktlich mit dem Beginn des Frühjahrs setzt jedes Jahr wieder der Insektenflug ein. Insekten sind nicht nur lästig für unsere Weidetiere und können dadurch die Futteraufnahme sowie die Ruhezeiten negativ beeinflussen, sie übertragen auch Krankheiten und führen unter Umständen sogar zum Tod der Tiere.

Besonders gefürchtet sind die Kriebelmücken (Simuliidae), 2 – 6 mm große, kurzbeinige, stechende Insekten, die wie kleine Fliegen aussehen. Ab April schlüpfen die Mücken aus den überwinterten Eiern oder Larven. Kurze Zeit nach dem Schlupf beginnt die Begattung. Wie bei den normalen Stechmücken benötigen auch die Weibchen der Kriebelmücke für die Entwicklung der Eier Blutmahlzeiten. Die Opfer werden sowohl über die Optik als auch den Geruch geortet. Kriebelmücken stechen vor allem an dünnhäutigen Körperpartien, wie Ohrgang, Nasenschleimhaut, Augenlidern, Hals, Euter und der Analregion. Nach dem Anstich wird von der Mücke ein Sekret in die Wunde appliziert, das die Blutgerinnung hemmt. In diesem Speichelsekret sind jedoch auch Stoffe enthalten, die herz- und gefäßschädigend wirken, so dass es unter Umständen bei massivem Kriebelmückeneinfall zu Herz-Kreislaufversagen sowie zu einer Lähmung des Atemzentrums kommen kann. Ausgewachsene Rinder können innerhalb von Stunden verenden. Bei leichtem Befall kommt es bei Kühen zum Milchrückgang, eventuell auch zu Sekundärinfektionen der Stichwunden. Kriebelmücken haben somit eine recht große wirtschaftliche Bedeutung.

Die Weibchen der Kriebelmücke legen ihre Eier am Rande von sauberen, fließenden Gewässern an Pflanzen ab. Bei schwülwarmem Wetter kann es dann plötzlich zum Massenschlupf kommen. Die Hauptflugzeiten der Kriebelmücken liegen zwischen 10.00 – 11.00 Uhr sowie 16.00 – 18.00 Uhr.

Was kann man nun gegen die Kriebelmücken-Invasion tun?
Es wäre wohl von Vorteil, wenn man während der Hauptsaison die an klare, fließende Gewässer angrenzenden Weiden meiden könnte. Auf besonders gefährdeten Weiden eventuell Weidehütten als Rückzugsmöglichkeit für die Tiere aufstellen, da Kriebelmücken Innenräume nicht anfliegen. Der Einsatz insektenabweisender Sprays (BremsenFrei) ist meist nur eine zeitlich begrenzte Lösung. Die Grünlanddüngung mit Kalkstickstoff soll Erleichterung verschaffen, da Kriebelmücken diesen Geruch angeblich nicht mögen. Eine weitere Möglichkeit der nachhaltigen Kriebelmückenabwehr ist in der vorbeugenden mechanischen oder biologischen (Bacillus thuringiensis) Behandlung der Brutgewässer zu sehen.

Je nach Leidensdruck wird der Landwirt eine oder auch mehrere dieser Maßnahmen durchführen.

Euter

Euter – wann nehme ich was?
Euterentzündungen sind Erkrankungen, die sehr eng mit dem Problemkreis Stoffwechsel verbunden sind. So steigt die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten von Mastitiden bzw. erhöhten Gehalten an somatischen Zellen in der Laktation nach einer vorangegangenen unterschwelligen Ketose/Acetonämie um das 5-fache. Daher ist vor allem der Trockenstehzeit, der Ketose-Vorbeuge und der Stoffwechselentlastung der Tiere in der Laktation mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Lesen Sie hierzu auch das Kapitel „Stoffwechsel“!

Akute Euterentzündungen
werden durch Mastitiserreger, wie Streptokokken, Staphylokokken o. ä., verursacht. Diese infektiösen Erkrankungen sind stets von erhöhten Gehalten an somatischen Zellen begleitet. Bei Entzündungen hat sich Pyrogenium compositum inject zur Steigerung der körpereigenen Abwehr bewährt. Begleitend dazu ist Euterbalsam Dr. Schaette anzuwenden, der die Durchblutung des Euters fördert, desinfizierend wirkt und die Abschwellung beschleunigt. Durchblutungsförderung ist bei Euterproblemen ein wesentlicher Aspekt – gerade auch bei erhöhten Zellgehalten.

ACHTUNG: heiße Viertel müssen unbedingt sofort gekühlt werden, damit sie nicht absterben! Hierzu CoolSpray oder geeignete Acetatmischungen einsetzen. In diesen Situationen sollte zwingend 4 - 5 Mal pro Tag gemolken werden, um die Erreger auszuschwemmen. Bei einer Mastitis, verursacht durch Hefen (einzellige Pilze), nie Antibiotika anwenden, da sich dadurch die Euterentzündung verschlimmert!

Zur Gesunderhaltung des Euters
gehört die Euterhygiene, die aus den Faktoren Abwehr von Keimen und Pflege besteht. Dippmittel können das Euter zwischen den Melkzeiten auf zweierlei Arten vor Keimen schützen: physikalisch oder chemisch. Ein sogenannter Barrierefilm, wie er durch Sprüh-Dipp-Film sowie AMS-Sprüh-Dipp-Film auf der Zitzenkuppe erzeugt wird, schützt auf physikalische Weise speziell vor Umweltkeimen. Auf chemischen Schutz durch Keimabtötung setzen Dippmittel mit biozider Wirkung, wie beispielsweise Sprüh-Lacta-Dipp®. Wichtig bei Dippmitteln ist auch eine pflegende Wirkung zur Förderung der Zitzenkondition, um den Keimgehalt auf der Haut gering halten zu können und die Funktion des Zitzenschließmuskels zu unterstützen. Darüber hinaus stärken die Dippmittel der Marke Dr. Schaette das Ökosystem Zitzenhautflora, die erste Abwehrlinie des Euters, durch spezielle Prebiotika.

Unterstützende Maßnahmen
Bei Euterproblemen, die mit Störungen des Allgemeinbefindens einhergehen („Ohren auf Halbmast“, Fressunlust), haben sich ergänzend Gaben von Coffea praeparata oral bewährt. Für das Euterschenkelekzem schauen Sie bitte im Kapitel „Wunden“ nach.
Das Dr. Schaette Dippmittel-Programm – wann nehme ich welches Produkt?
Euterentzündungen sind weltweit die Hauptursache für die Anwendung von Antibiotika in der Milchviehhaltung. Zusammen mit Fruchtbarkeitsproblemen stellen Mastitiden in den Industrienationen den Hauptgrund für den vorzeitigen Abgang der Milchkühe dar. Eine kurze Nutzungsdauer ist jedoch unrentabel. Viele Betriebe können die Remontierung ihrer Milchkuhherde bereits nicht mehr über die eigene Nachzucht decken oder müssen dafür die Selektion vernachlässigen.

Die Kosten einer akuten Mastitis betragen mit Untersuchung, Behandlung, Milchausfall durch Wartezeit inklusive Milchminderleistung bis zu 480 €. Verständlich, dass kein unternehmerisch denkender Landwirt auf Prophylaxe-Maßnahmen verzichten kann.

Das regelmäßige Dippen der Striche unmittelbar nach Abnahme des Melkzeugs ist aktive Mastitis-Prophylaxe und auf modernen landwirtschaftlichen Milchviehbetrieben heute gängige Praxis. Dippmittel dienen dazu, gesunde Euterviertel gesund zu erhalten, indem sie einen Schutz gegen von außen eindringende Keime bieten. Somit sind sie in erster Linie gegen die so genannten Umweltkeime, jedoch auch gegen die während des Melkprozesses von Kuh zu Kuh übertragbaren Keime effektiv, sofern sich diese auf der Außenhaut der Striche befinden. Dippmittel sind keine Mastitispräparate, sie können also bereits infizierte Viertel nicht heilen.

Es gibt eine Vielzahl von Dippmitteln auf dem Markt, die alle für sich beanspruchen, einen optimalen Schutz vor Euterinfektionen zu bieten. Doch das eine, für alle Situationen optimale Dippmittel, gibt es nicht. Je nach schwerpunktmäßigem Erregerspektrum, jeweiligem Infektionsdruck auf dem Betrieb und unter Umständen auch Jahreszeit empfehlen sich unterschiedliche Ansätze für die Mastitisprophylaxe. Was zum einen Zeitpunkt „passt“, ist zu einem späteren Zeitpunkt vielleicht schon nicht mehr zu empfehlen.

Die Dippmittel von Dr. Schaette/SaluVet AMS-Sprüh-Dipp-FilmSprüh-Dipp-Film und Sprüh-Lacta-Dipp® sind jodfrei Jodfreie Produkte bergen ein deutlich geringeres Allergiepotential für Tier und Melkpersonal, sind in der Regel hautschonender, erhalten so die Gesundheit der beanspruchten Zitze und sind weniger umweltbelastend.

Sprüh-Dipp-Film und AMS-Sprüh-Dipp-Film mit pflegender Aloe Vera und Lanolin bilden einen Barrierefilm, der sich in den kritischen 2 – 3 Stunden nach dem Dippen, solange der Strichkanal noch nicht wieder vollständig geschlossen ist, über die Zitzenkuppe legt. Damit schützt er auch zwischen den Melkzeiten vor dem Eindringen problematischer Keime, den Umweltkeimen. Der Filmbildner ist zugleich mechanischer Schutz und Pflegemittel für das Euter. Speziell für die Anforderungen im Melkroboter wurde der AMS-Sprüh-Dipp-Film entwickelt.

Sprüh-Lacta-Dipp® ist als Biozid im Veterinärhygienebereich mit desinfizierend wirkender Milchsäure-Komponente für akute Situationen gedacht, wobei vor allem auch der Staphylococcus aureus ins Visier genommen wird. Sprüh-Lacta-Dipp® eignet sich besonders für den Einsatz im Sommerhalbjahr, da der Keimdruck in den heißen Monaten steigt. Da auch in diesem Dippmittel Aloe Vera und Lanolin enthalten sind, wirkt es nicht nur desinfizierend, sondern auch hautpflegend.

Neben Naturstoffen zur Keimabwehr und Pflege der Striche beinhalten alle Dr. Schaette Dippmittel spezifische Prebiotika zur Unterstützung des Ökosystems Zitzenhautflora.

Ökosystem Hautflora – neuer Zugang zum Thema Eutergesundheit
Euterentzündungen sind weltweit die Hauptursache für die Anwendung von Antibiotika in der Milchviehhaltung. Je nach Schweregrad der Erkrankung belaufen sich die Kosten für einen Mastitisfall auf rund 240 € bis 500 €. Ausreichend Gründe dafür, alle Kräfte auf die Vermeidung von Mastitiden zu setzen. Der Einsatz von Dippmitteln ist heutzutage Standard in der Melkhygiene.

Viele Faktoren wirken auf die Eutergesundheit ein – hier dürfen vor allem Fütterung und Haltung der Tiere nicht unterschätzt werden. So hat insbesondere die Trockenstehzeit einen großen Einfluss: Untersuchungen zu Folge stammt etwa ein Drittel aller Neuinfektionen der Euter ursächlich aus der Trockenperiode. In dieser Phase werden Dippmitteln nicht angewendet, doch in der Laktation sind sie aus hygienischer Sicht ein „Muss“.

Reinigen kommt vor Dippen
So verlockend der Gedanke auch sein mag, einfach ein hochwertiges Desinfektionsmittel zum Dippen nach dem Melken anzuwenden, um die Gefahr von Euterentzündungen zu minimieren – an der gründlichen Reinigung der Euter vor dem Ansetzen des Melkzeugs geht kein Weg vorbei. Da pathogene Euterkeime nicht nur über das Melkzeug sondern auch über Hände und Euterlappen übertragen werden, ist das Verwenden von Handschuhen und Einwegtüchern unbedingt zu empfehlen. Bei Automatischen Melksystemen werden Melkroutinen, die u. a. das Vormelken und Reinigen der Euter umfassen, durchgeführt, doch die Euterreinigung kann nicht dem Verschmutzungsgrad angepasst werden. Aus diesem Grund muss der Landwirt hier noch mehr auf Laufganghygiene achten, und das Zitzenverschmutzungsniveau ist regelmäßig zu überprüfen.

Dippen: Keimabwehr, Pflege und …?
Egal, ob man nun taucht oder sprüht, immer geht es beim Dippen darum, pathogenen Keimen den Zutritt in den Strichkanal zu verwehren. Aus diesem Grund wird oft auf scharfe Desinfektion mit Jod oder Peressigsäure gesetzt. Das Problem hierbei ist, dass diese Stoffe die Haut austrocknen, rissig werden lassen oder in hohen Konzentrationen zu Hautirritationen führen. Doch nur intakte Haut bietet Schutz gegen Infektionen. Schädliche Mikroorganismen vermögen unversehrte Haut nicht zu erobern. Längst ist klar geworden: zeitgemäße Dippmittel müssen mehr als nur desinfizieren können. Effektive Hautpflege ist genau so wichtig wie die Keimabwehr. Die Hautfeuchtigkeit muss erhalten und gefördert werden. Nach dem Melken sollten die Zitzen glatt, rosa und trocken sein.

Gegen die Invasion von Mastitiserregern in den Strichkanal besitzt das Euter eine Vielfalt effektiver Abwehrmechanismen, die es zu unterstützen gilt. Über die Kriterien „Keimabwehr“ und „Pflege“ hinaus verfolgen die Dippmittel von Dr. Schaette daher mit AMS-Sprüh-Dipp-FilmSprüh-Dipp-Film und Sprüh-Lacta-Dipp® einen weiteren, innovativen Ansatz zur Unterstützung der Eutergesundheit: die Förderung der gesunden Hautflora!

Hilfe zur Selbsthilfe
Ähnlich, wie im gesunden Darm, gibt es auch auf der intakten Haut ein „Ökosystem“ aus „guten“ Keimen, die dafür sorgen, dass sich Krankheitserreger nicht ausbreiten können. Dieses diffizile Gleichgewicht in der Zusammensetzung der Mikroflora gilt es aufrecht zu erhalten. Doch von jeder aggressiven Desinfektionsmaßnahme ist stets auch die gesunde Hautflora betroffen. In der Folge verändert sich das Hautmilieu zugunsten krank machender Keime. Hier muss aktiv gegengesteuert werden. Im Humanbereich existieren erste klinisch getestete Pflege-Produkte, die sich spezieller prebiotischer Wirkkomplexe auf natürlicher Basis bedienen, welche die guten Bakterien selektiv fördern, die Haut widerstandsfähiger machen und so ihre natürliche Abwehrkraft stärken. Mit AMS-Sprüh-Dipp-FilmSprüh-Dipp-Film und Sprüh-Lacta-Dipp® präsentieren sich erstmalig auch drei Dippmittel, die dieses „Extra“ bieten. Die Zitzenhaut ist die erste Abwehrlinie des Euters, bevor pathogene Keime in den Strichkanal eindringen können.

Wie bei der Durchfallbekämpfung im Darm darf auch am Kuheuter die effektive Abwehr krank machender Keime nicht auf Kosten der guten mikrobiellen Flora (Mikrobiom) gehen. Einer Zerstörung des „Ökosystems Haut“ beim Dippen gezielt entgegen zu wirken und damit die natürlichen Abwehrmechanismen der Euterhaut zu stärken, ist eine absolute Innovation in der Euterhygiene.
Euterödem – woher kommt es und was kann man dagegen tun?
Unter einem Euterödem versteht man eine Vergrößerung des Eutervolumens durch Einlagerung von Gewebsflüssigkeit in der Haut und Unterhaut sowie zwischen den Milchdrüsen. Ödeme lassen sich wie folgt einteilen:

1. physiologisch bedingtes Euterödem
2. krankhaft bedingtes Euterödem
a) chronisches Ödem
b) entzündliches Ödem
c) statisches Ödem

Physiologisch bedingtes Euterödem (Geburtsödem)
Dieses Ödem tritt hauptsächlich bei Erstkalbinnen und Hochleistungskühen im Zeitraum zwei Wochen vor und nach der Kalbung auf. An seiner Entstehung sind mehrere Faktoren beteiligt, die hormonell und stoffwechselseitig beeinflusst werden. Beim Abtasten des Ödems stellt man fest, dass es weder warm noch schmerzhaft ist, sondern eher kühler und eindrückbar mit einer lang verbleibenden Delle. Die Zitzen erscheinen stark verkürzt und fühlen sich derb sowie dickwandig an. Das Eutersekret ist mehr oder weniger als Kolostrum zu erkennen, wobei Blutbeimengungen am Anfang der Laktation möglich sind. Es besteht eine erhöhte Infektionsgefahr, da durch die Flüssigkeits-Ansammlung im Gewebe die Blutversorgung der Milchdrüse eingeschränkt ist, das Eutersekret keinesfalls genügend abgemolken werden kann und zusätzliche Belastungen in diesem Zeitraum (Stoffwechsel etc.) auftreten. Gehäuft finden sich an solchen Eutern auch die stark nässenden Euter-Schenkel-Ekzeme.

Die Ödemrückbildung kann durch folgende Maßnahmen gefördert werden:
- Gaben von Calcium (stärkt die Gefäßwände und die Zellmembran),
- Verabreichung von Duiretika (entwässernde Wirkung),
- Applikation von Progesteron- bzw. Cortison (Wirkung auf Wasser- und Elektrolythaushalt),
- Vorzeitiges bzw. häufiges Ausmelken und
- Bewegung des Tieres

Chronisches Ödem (Hängeeuter)
Eine ungenügende Rückbildung des Geburtsödems kann zu einer bindegewebsartigen Euterverhärtung führen. Auf Druck entstehen keine Dellen. Diese nichtentzündliche Verhärtung kann von Abkalbung zu Abkalbung größer werden. Die Vergrößerung des Euters bewirkt eine Überdehnung des Aufhängeapparates, wodurch die elastischen Fasern degenerieren. Es drohen irreparable Schäden, die durch frühzeitige Gegenmaßnahmen verringert werden können. Hierzu zählen die Zufütterung von bindegewebsfestigendem KieselAktiv und stoffwechselunterstützenden Kräutern, wie zum Beispiel Kräuterkraft Stoffwechsel ebenso wie das Einreiben mit durchblutungsförderndem, abschwellendem und entzündungshemmendem Euterbalsam Dr. Schaette.

Entzündliches Ödem
Diese Form des Ödems tritt bei akut verlaufenden Mastitiden, aber auch bei größeren entzündlichen Haut- und Unterhauterkrankungen des Euters und bei Entzündungen in der Euterumgebung auf. Das geschwollene Euter ist in der Regel heiß und schmerzempfindlich. Bei der Behandlung stehen die Bekämpfung der Entzündung und die rasche Kühlung des Euters im Vordergrund. Das CoolSpray der Marke Dr. Schaette pflegt die Haut und reguliert die Temperatur des Euters.

Statisches Ödem
Das statische Ödem ist dem physiologischen sehr ähnlich: es ist weder warm noch schmerzhaft, und eine eingedrückte Delle bleibt lange sichtbar. Im Gegensatz zum physiologischen Ödem wird das statische jedoch durch eine Kreislaufschwäche hervorgerufen. Diese führt nicht nur zu einer Ansammlung von Gewebsflüssigkeit im Euter, sondern auch an den Beinen und am Bauch. Die Behandlung beinhaltet vor allem kreislaufunterstützende Medikamente, aber auch leber-, nieren- und stoffwechselanregende Präparate, wie beispielsweise Kräuterkraft Stoffwechsel
Mastitis – hohe Gehalte an somatischen Zellen in der Milch
Bei der Frage nach einem Behandlungsansatz für Mastitis ist grundsätzlich zu unterscheiden zwischen akuten Euterentzündungen und chronischen Situationen, die sich vor allem durch hohe Zellgehalte charakterisieren, ohne dass direkt Erreger nachweisbar sind.

Akute Euterentzündungen
werden durch Mastitiserreger, wie Streptokokken, Staphylokokken o. ä. verursacht. Diese infektiösen Erkrankungen sind stets auch von stark erhöhten Gehalten an somatischen Zellen begleitet. In diesen entzündlichen Fällen bietet sich das Pyrogenium compositum inject als Injektionspräparat zur Steigerung der körpereigenen Abwehrkräfte an. Es sollte unbedingt immer in Kombination mit dem stark durchblutungsfördernden Euterbalsam Dr. Schaette (enthält neben Kampfer u. a. abschwellende Arnika-Tinktur, tiefendurchwärmendes Johanniskrautöl und verschiedene ätherische Öle) eingesetzt werden!

Durchblutungsförderung ist ein sehr wichtiger Aspekt – gerade auch bei hohen Zellzahlen. Auf die Milchqualität hat der Kampfergehalt im Euterbalsam Dr. Schaette keinen negativen Einfluss – es gibt keinen positiven Hemmstofftest. Da Kampfer jedoch sehr geruchsintensiv ist und Milch leicht fremde Gerüche annimmt, sollte man den Balsam erst nach dem Melken verwenden.

Bei hochakut, fiebrigen Euterentzündungen, wie sie bei Coli- oder Hefemastitis vorkommen können, wäre das Pyrogenium compositum inject aufgrund des Fiebers alle 4 – 6 Stunden zu verabreichen! Heiße Euterviertel müssen unbedingt gekühlt werden (CoolSpray oder geeignete Acetatmischungen), damit sie nicht absterben! In dieser Phase keinen Euterbalsam einsetzen.

In hochakuten Situationen (Coli-, Hefemastitis) muss zwingend 4 – 5 x pro Tag gemolken werden, um die sich stark vermehrenden Erreger auszuschwemmen! Bei Hefemastitis nie Antibiotika geben, da sich dadurch die Mastitis verschlimmert. Hefen sind Pilze – und Antibiotika können nur Bakterien abtöten.

Hohe Zellzahlen in der Milch
sind meist – im Unterschied zu akuten Euterentzündungen – nur schwer in den Griff zu bekommen, zumal man oft nicht weiß, wo man ansetzen kann. Fütterungsfehler, Überbelegung im Stall, Hitzestress, Normabweichungen in der Melktechnik etc. sind grundlegende Faktoren, die die gesamte Herde einem enormen Stress aussetzen und damit die allgemeine Abwehr der Tiere schwächen.

Sind dagegen vor allem ältere Kühe betroffen, oder solche, die zugleich Probleme mit Haut und Klauen haben, hat es sich als sinnvoll erwiesen, diesen Tieren zur Festigung des Bindegewebes kurmäßig KieselAktiv beizufüttern. Bei der Behandlung von „Zellmillionären“ muss man allerdings etwas Geduld haben, da sich der Erfolg nicht innerhalb weniger Tage einstellt.

Oft ist auch eine Störung der Leberfunktion durch vorangegangene Ketosen, Proteinüberschuss in der Fütterung (erhöhte Harnstoffwerte) o. ä. die Ursache hoher Gehalte an somatischen Zellen in der Milch. Neben der Anwendung von Euterbalsam Dr. Schaette sollte in diesen Fällen zur Leberregeneration eine kurmäßige Beifütterung der stark stoffwechselanregenden Kräuterkraft Stoffwechsel erwogen werden.

Grundsätzlich sollte beachtet werden, dass man Milch von Kühen mit sehr hohen Zellgehalten (> 800 000 / ml) nicht abliefern sollte, da es hierdurch irrtümlich in der Molkerei zu einem positiven Hemmstofftest kommen kann.

Zusätzlich ist darauf zu achten, ein ausgewogenes Mineralfutter mit ausreichenden Gehalten an Selen, Zink und Vitamin E zu verfüttern. Grundsätzlich empfiehlt sich das Umsteigen auf ein Kräuter-Mineralfutter, beispielsweise die Ursonne Rinder Laktation sowie Ursonne Rinder Trockensteher, um Euter-, Leber- und Klauengesundheit sowie die Fruchtbarkeit zu fördern.

Melkhygiene
Die regelmäßige Anwendung von Dippmitteln sollte heutzutage Standard sein, denn das Dippen bedeutet effektive Mastitisprophylaxe.

Es ist hilfreich, zu wissen, mit welchem Mastitiserreger-Spektrum man es vorwiegend in der Herde zu tun hat. Sofern vor allem Umweltkeime die hauptsächlichen Verursacher von Euterentzündungen sind, empfehlen sich Produkte, die Filmbildner enthalten. Denn nach jedem Melken ist der Strichkanal noch bis zu 2 Stunden geöffnet und stellt somit eine offene Eintrittspforte für Keime aus der Stallumgebung dar. Dr. Schaette Sprüh-Dipp-Film sowie der AMS-Sprüh-Dipp-Film werden nach dem Melken angewendet und umhüllen die Zitzenkuppe mit einem elastischen Film. Diese Keimbarriere ist ein wirkungsvoller Schutz vor angreifenden Mastitiserregern.

Alternativ zum Sprüh-Dipp-Film bietet sich das Biozid Sprüh-Lacta-Dipp® an, welches ein breites Keimspektrum abdeckt und vor allem auch bei Infektionen mit Staphylococcus aureus angewendet werden sollte.
Hefemastitis – woher kommt sie und was macht man dagegen
Die Hefemastitis ist eine Form der Euterentzündung, die meist bei Einzeltieren auftritt. Sie wird durch die Routinediagnostik im Labor meist nicht erfasst, da eine spezielle Anzüchtung und Bebrütung notwendig ist. Im Grunde tritt diese Mastitisform relativ selten auf; sie scheint jedoch auf dem Vormarsch zu sein.

Verursacher sind Hefen, vor allem Candidaarten, also einzellige Pilze, die sich durch Sprossung oder Teilung vermehren. Diese Hefen kommen überall vor (ubiquitär) - auch in Futtermitteln, gehäuft in Maissilage. Verdauungsstörungen (Blähungen, Durchfälle) werden allerdings nur dann verursacht, wenn sich die Hefen durch unsachgemäße Futterwerbung oder -lagerung zu stark vermehrt haben. Mit dem Kot werden sie wieder ausgeschieden. Hefen können ebenso auf der Haut der Kühe natürlich vorhanden sein wie bei sonst gesunden Tieren auch auf der Zitzenhaut und im Strichkanal. Auf vielen Betrieben sind die Liegeflächen im Stall hefekontaminiert - eine "ideale" Kontaktmöglichkeit mit dem Euter. Als besonders ungünstig werden hier die einstreulosen Liegeflächen angesehen, da die Kühe sich gern zur Polsterung Futter heranziehen.

Die Übertragungsmöglichkeiten sind vielfältig – Euterlappen, Hände, Zitzengummis, schlecht gereinigte Melkanlagen, unsauberes Einbringen von Medikamenten ins Euter (ohne vorherige Desinfektion der Zitzenkuppe mit 80 %-igem Alkohol), verschmutzte Euterinjektoren, verkeimtes Medikament zur intramammären Applikation etc. Der alleinige Kontakt der Hefezellen mit dem Euter scheint jedoch noch nicht zwangsläufig zu einem Problem zu führen! Man vermutet weitere Faktoren (= multifaktorielle Erkrankung). Zunächst muss der Erreger in das Euter eindringen und sich dort vermehren. Eine vorübergehende Abwehrschwäche bei Virusinfektionen, falsche Fütterung, Stress um die Abkalbung herum, Energiemangel, Verletzungen am Euter und Melkmängel können dann zum Ausbruch der Hefemastitis führen.

Auch hier zeigt sich wieder das Phänomen, dass an sich harmlose Umweltkeime Euterentzündungen hervorrufen können, wenn sie in das Euter gelangen und die Gelegenheit erhalten, sich dort massiv zu vermehren.

Grundsätzlich gilt, dass artgerechte Fütterung und eine Stoffwechsel-Entlastung (Leber!), wie sie mit Kräuterpräparaten zu erreichen ist, die Kondition und Abwehrkräfte der Kühe erheblich steigern - der Neuinfektionsdruck sinkt. Das wird unter anderem durch eine Studie von M. Walkenhorst (2015) auf 33 verschiedenen Milchviehbetrieben belegt. Nach Fütterung einer Kräutermischung in Form der Kräuterkraft Laktation wurden in der Versuchsgruppe gegenüber der Vergleichsgruppe 64 % weniger Abgänge aufgrund von Euterproblemen nachgewiesen.

Wie erkennt man die Hefemastitis?
Es treten verschiedene Verlaufsformen auf: akut, mit Allgemeinstörungen, Fieberschübe bis 42°C, rascher, extremer Viertelschwellung, gummiartigem Eutergewebe, wässrigem, molkeartigem Sekret mit Flocken, wobei die Kühe seltsamerweise aber oft trotz des hohen Fiebers noch fressen. Diese Hefemastitis ist der Colimastitis nicht unähnlich. Daneben gibt es die subakuten, chronischen Verläufe, die sich durch gelegentliche Flocken im Sekret sowie eine fleischig-derbe Verhärtung des Eutergewebes auszeichnen. Die eindeutige Diagnostik erfolgt per Mikroskop, wobei sich die Milch aus dem Endgemelk besonders eignet.

Eine Antibiotikabehandlung ist bei Hefemastitis absolut erfolglos, ja sogar schädlich! Diese Form der Mastitis verschlimmert sich dadurch!

Wie bei der Colimastitis gilt "melken, melken, melken" (4 – 6 x / Tag) und eventuell zusätzlich Oxytocingaben zur Anregung des Milchflusses, um die Erreger auszuschwemmen. Bisweilen setzt der Tierarzt eines der wenigen verfügbaren Antimykotika ein. Diese reizen das Euterge-webe aber erheblich und können nur begrenzte Zeit angewendet werden. Ohne zusätzliches Melken kann es zu dauerhaften Schädigungen im betroffenen Viertel kommen.

Begleitend zum mehrmaligen Melken pro Tag ist der Einsatz von Pyrogenium compositum inject (plus Euterbalsam Dr. Schaette) zur Unterstützung der körpereigenen Abwehrkräfte sowie zur Eindämmung des Fiebers angeraten! Heiße Euterviertel sollten unverzüglich gekühlt werden (CoolSpray oder geeignete Acetatmischungen).

Bei Hefemastitis nie Antibiotika anwenden!
In diesen Fällen führt die Anwendung von Antibiotika eher zu einer Verschlechterung des Krankheitsbildes, weshalb man sie sofort absetzen sollte! Bei einer Mischinfektion werden nach Antibiotika-Anwendung die im Euter bereits vorhandenen Hefezellen in ihrer Entwicklung begünstigt, da man die konkurrierenden Bakterien in ihrer Vermehrung ausschaltet. Auch hier zeigt sich, dass Mastitisbekämpfung mit Antibiotika ein zweischneidiges Schwert ist. Schon aus diesem Grund sollte der Stärkung der Abwehrleistung unserer Kühe mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden.

Fruchtbarkeit

Fruchtbarkeit – wann nehme ich was?
Fruchtbarkeitsstörungen gehören zu den häufigsten Problemen in der modernen Nutztierhaltung und haben vielfältige Ursachen. Nahezu jeder Mangel an Nähr- und Vitalstoffen, Licht, Bewegung usw. kann sich in Schwierigkeiten bei der Belegung bemerkbar machen. Hinzu kommen eine Reihe von infektiösen Ursachen (u. a. MD/BVD), Managementfehler, zu viel Eiweiß, Ölsaaten oder hohe Maisanteile in der Ration, Rohfasermangel, vorangegangene Stoffwechselstörungen (Ketose!), Leberschäden und vieles mehr. Da ist es meist schwierig, abzuklären, welches die Hauptursache der Probleme ist. Denn wie häufig ist beispielsweise die Kuh nicht tragend zu bekommen, obwohl laut Aussage des Tierarztes Eierstöcke und Gebärmutter ohne Befund sind. Da ein enger Zusammenhang zwischen Fruchtbarkeit und Stoffwechsel besteht, ist dem Zeitraum des Trockenstehens und der Stoffwechselentlastung in der Laktation mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Lesen Sie hierzu auch das Kapitel „Stoffwechsel“.

Fruchtbarkeit durch Stoffwechselunterstützung fördern
Eine Studie zu der in Ursonne Rinder Trockensteher enthaltenen Kräutermischung belegt die positiven Auswirkungen auf die Nutzungsdauer der Milchkühe. Der Anteil an Tieren, die aufgrund von Fruchtbarkeitsproblemen aus der Herde ausschieden, war in der Versuchsgruppe mit 3 % gegenüber der Kontrollgruppe mit 23 % signifikant reduziert. Die kurze Phase der Trockenstehzeit zu nutzen, um die Fruchtbarkeitslage auf dem Betrieb zu verbessern, ist damit sowohl arbeitstechnisch als auch ökonomisch äußerst sinnvoll.

Tiefergehende Fruchtbarkeitsstörungen
sind verbunden mit schwachen Brunstsymptomen, erfolgloser Besamung (Umrindern) und verstärkter Zystenneigung. Unterstützend hat sich in solchen Fällen eine kurmäßige Beifütterung von Urkraft Fruchtbarkeit über eine Dauer von 5 - 6 Wochen bewährt. Zysten bedürfen selbstverständlich einer vorherigen tierärztlichen Behandlung.

Vorbeuge von Nachgeburtsverhaltungen
bedeutet Vorbeuge von Gebärmutterentzündungen und somit Sicherung einer erfolgreichen Besamung. Englische Wissenschaftler berechneten die durchschnittlichen Kosten für einen Fall von Nachgeburtsverhalten auf umgerechnet etwa 430 €. Um einen gesunden Ablauf des Abkalbens zu gewährleisten, hat sich laut einer Studie die Gabe von Traxaxan direkt nach dem Abkalben bewährt. Das Lorbeerfrüchtepulver unterstützt einen zügigen Abgang der Fruchthüllen und erleichtert damit die Regeneration der Gebärmutter.
Eierstockzysten bei der Kuh – Symptom von übergreifenden Störungen im Kuhorganismus
Ovarialzysten haben sich auf vielen Milchviehbetrieben zu einem großen Problem entwickelt. Welches sind die Ursachen für diese organische Fehlfunktion, und warum treten Zysten gehäuft im Winterhalbjahr auf?

Bei der Entstehung von Zysten summieren sich endogene sowie exogene Faktoren und ziehen ein so genanntes „allgemeines Adaptationssyndrom“ nach sich. Es handelt sich also um eine stressbedingte Funktionskreisänderung.

Die möglichen Ursachen sind vielfältig. So scheint zunehmendes Alter ein Faktor zu sein, vermutlich auch eine gewisse genetische Bereitschaft, überdurchschnittliche Milchleistung, vorangegangene Kalbeprobleme sowie Nachgeburtsverhalten, Gebärmutterentzündungen, Stoffwechselerkrankungen und eine intensive Weidebewirtschaftung (Gülle, Kali; P/K Dünger). Des Weiteren gibt es eine Reihe infektiöser Ursachen. Dies abzuklären, ist Aufgabe des Tierarztes!

Nachweislich wirken sich permanente Stallhaltung, Anbindehaltung und Lichtmangel (dunkle Ställe) förderlich auf die Zystenbildung aus. Auch die Fütterung von Ganzjahressilage wird kontrovers diskutiert. Diese letztgenannten Ursachen könnte man unter dem Oberbegriff der „mangelnden äußerlichen Reize“ zusammenfassen, wodurch die innere Konstitution der Tiere geschwächt wird.

Die Hauptursachen sind jedoch in fehlerhafter Fütterung zu suchen, da diese letztlich auch zu den Stoffwechselerkrankungen führt. Problematisch sind ein Zuviel an Eiweiß, ein Mangel an Energie zu Laktationsbeginn, Rohfasermangel sowie ein hoher Anteil an Phytohormonen im Futter bei gleichzeitiger Leberschädigung. Auch eine Unterversorgung mit Selen und / oder Vitamin E, Mangan und Jod werden für die Bildung von Eierstockzysten verantwortlich gemacht.

Es besteht ein eindeutiger Zusammenhang zwischen erhöhter Zystenneigung und der Rückenspeckdicke, der Körperkondition der Milchkuh! Kühe, die zum Laktationsende energetisch überversorgt sind (z. B. bei einer TMR, die auf ein höheres Leistungsniveau eingestellt ist) und einen BCS > 3,75 haben, sind massiv gefährdet. Als Faustzahl sagt man, dass Kühe in den ersten Laktationswochen höchstens eine BCS-Einheit verlieren sollten: von 3,5 auf 2,5. Eine Ketose ist letztlich nichts anderes als eine Crash-Diät und damit eine massive Leberbelastung, die auch die Problematik von Endotoxinen im Organismus verschärft.

Die Hauptursachen für Zystenbildung sind somit nicht wirklich Jahreszeit-spezifisch, sieht man einmal davon ab, dass es im Winter eher einen Lichtmangel gibt, das Futter überlagert ist (Schimmelbildung?), die Tiere mit weniger Bewegung und Reizanflutung im Stall stehen etc.

Als einzigen Jahreszeit-typischen Faktor könnte man den ß-Carotinmangel nennen. Untersuchungen zu Folge baut sich der Gehalt an diesem Provitamin im Futter bis zum Ende des Winters um etwa 90 % ab. Ob die Kühe tatsächlich an einem ß-Carotinmangel leiden, ist relativ einfach anhand von Blutproben festzustellen.

Ein ß-Carotinmangel allein ist allerdings selten die Ursache der Zystenprobleme und wird meist überschätzt! Die auffällige Häufung des Auftretens von Zysten im Winter dürfte durch ein ungünstiges Zusammentreffen einiger der vorgenannten Faktoren verursacht sein. Zur Zystenvermeidung sollte man darauf achten, die Kühe von der Stoffwechselseite her zu entlasten, indem Verfettung, Ketosen sowie Leberbelastungen vermieden werden. Eine vernünftige Transitfütterung ist dabei entscheidend, damit die Kuh die Umstellung von der Trächtigkeit zur Laktation problemlos bewältigen kann.

Studien, wie vorrangig zur Ursonne Rinder Trockensteher sowie Urkraft Trockensteher, belegen, dass die Fruchtbarkeitsleistung der Milchkühe durch Kräuterzusätze zum Futter signifikant verbessert werden kann. Kräuter sind im Besonderen dazu geeignet, den beanspruchten Stoffwechsel der Milchkühe zu entlasten. Allerdings können Futterzusätze allein natürlich keine gravierenden Management-Fehler ausgleichen!
Fruchtbare Kühe – welche Rolle die Leber dabei spielt
Abgangsursache Nr. 1 bei Milchkühen sind trotz immenser Bemühungen nach wie vor die Fruchtbarkeitsstörungen. Im Schnitt bringt eine Milchkuh in Deutschland heutzutage nicht mal mehr drei Kälber zur Welt. In Anbetracht der Tatsache, dass die Vollkosten der Jungviehaufzucht jedoch erst nach etwa drei Laktationen gedeckt sind, ist dies eine finanziell äußerst beunruhigende Tatsache.

Regelmäßig werden bundesweit Zahlen zu den Abgangsursachen veröffentlicht, die jedoch kritisch zu bewerten sind, da die tatsächliche Ursache häufig sehr schwierig zu ermitteln ist. Die eigentlichen Ursachen für Unfruchtbarkeit, wie zum Beispiel vorangegangene Stoffwechselstörungen, werden oft nicht erkannt.

Fruchtbarkeitsstörungen sind in der Regel multifaktorielle Erkrankungen, haben also selten nur eine Ursache. Dies erklärt auch, warum die bei Fruchtbarkeitsstörungen so oft propagierten und recht teuren ß-Carotingaben nur dann etwas bewirken können, wenn tatsächlich allein ein ß-Carotinmangel das Problem verursacht hat. Dies ist recht einfach anhand von Blutuntersuchungen zu klären. Die Multikausalität von Fruchtbarkeitsstörungen erschwert dem Hoftierarzt häufig die Behandlung. Grundsätzlich beeinträchtigt jede Mangelsituation, egal welcher Art, zunächst die Fruchtbarkeit. Es wird dem potentiellen Muttertier suggeriert, dass die Versorgungslage derzeit nur zum eigenen Überleben reicht, nicht jedoch noch zusätzlich zum erfolgreichen Durchbringen eines Kalbes. Der „Luxus“ Fruchtbarkeit wird also so lange aufgeschoben, bis besser versorgte Zeiten eintreten, die das Überleben des Mutter- sowie des Jungtieres sichern. Für Wildrinder ist das zweifelsohne ein sehr sinnvolles Prinzip; doch unseren heutigen Milchkühen sichert in der Regel nur das jährliche Kalb das Überleben auf den landwirtschaftlichen Betrieben.

Faktoren, die die Fruchtbarkeit beeinflussen
• Schwergeburten
• Hochleistung
• Ketosen / Gebärparesen / Gebärmutterentzündungen
• Krankheitserreger (MD/BVD, Chlamydien…)
• Besamungsmanagement
• Haltung (Anbindehaltung, Bewegung, Licht…)
• Futterkonservierung (Lagerungsbedingte Vitaminverluste, Schimmelbildung…)
• Futterqualität (Rohfaser, Kraftfutter, Mineralstoffe, Eiweiß, Leguminosen, Mais…)
• Überdüngung (Nitrat, Kalium --> „Güllekatarrh“)
• sämtliche Mangelsituationen!
Die Leber, ein "Fruchtbarkeitsorgan"?
Häufig sind bei unseren Hochleistungskühen, die in der Regel eine steile Laktationskurve aufweisen, vorangegangene Stoffwechselerkrankungen die Ursache für Fruchtbarkeitsstörungen. Vor allem die Ketose als Folge einer Energiemangelsituation, die sich in Form von Appetitmangel sowie Abmagern zeigt, und bis zu 6 Wochen nach der Kalbung auftreten kann, wird zum Problem. Sie wird auch als „Berufskrankheit“ der modernen Milchkuh bezeichnet. Händeringend versucht die Kuh die nötige Energie zur Aufrechterhaltung der hohen Milchleistung aufzubringen und geht an ihre Körperreserven. Im Laufe dieser „Crash-Diät“ baut die frischmelkende Kuh nicht nur ihr Körperfett ab, sondern setzt dabei auch darin gespeicherte Hormone, wie das Progesteron, frei. Progesteron gilt als Gegenspieler des brunstauslösenden Östrogens und wirkt damit wie die Antibabypille. Kein Wunder also, dass gerade diese besonders leistungsstarken Kühe nur schwer wieder trächtig zu bekommen sind.

Darüber hinaus schädigen die beim raschen Körperfettabbau entstehenden Ketonkörper massiv die Leber und damit die Stoffwechselzentrale des Körpers. Studien zeigen eindeutig, wie mit steigendem Grad der Leberschädigung das Erstbesamungsergebnis drastisch abfällt. Wie wichtig die Leber für die Fruchtbarkeit der Kuh ist, zeigt sich auch darin, dass dieses Organ unter anderem für die Bildung von Hormonen aus der Essigsäure zuständig ist, die ihr aus dem Pansen zur Verfügung gestellt wird. Ein weiteres Problem: nur eine gesunde Leber ist in der Lage, Phytoöstrogene abzubauen. Dieses sind natürliche Substanzen in Pflanzen, die eine hormonähnliche Wirkung auf weibliche Tiere haben Diese Stoffe kommen in bestimmten Futterpflanzen, etwa Mais, Soja und bestimmten Kleesorten, vor und können in größeren Mengen verabreicht in Addition mit den körpereigenen Hormonen der Kuh das Fruchtbarkeitsgeschehen durcheinander bringen (Zystenbildung).

Sinkenden Milchpreisen durch steigende Nutzungsdauer begegnen
Bedenkt man, dass nahezu alle Hochleistungskühe zumindest unterschwellig leberkrank sind, wird deutlich, dass in der Lebergesundheit und -gesundung ein enormes Potential im Hinblick auf das Fruchtbarkeitsgeschehen steckt. Dies gilt übrigens auch für die Euter- und Klauengesundheit sowie das Immunsystem und damit für die Hauptabgangsursachen unserer Milchkühe! Längere Nutzungsdauer und Lebensleistung sind die Zauberworte, die die Milchwirtschaft rentabel machen. Milchauszahlungspreise dürfen nicht den Blick auf die wahren Kostentreiber auf den Betrieben versperren. Eine Investition in die Gesundheit und vor allem in die Leberfunktion der vierbeinigen Mitarbeiterinnen im Stall rechnet sich!

Milchkühe und Kräuter – eine fruchtbare Zusammenarbeit
Die Leber ist ein Organ, welches durch die kurmäßige Beifütterung schlagkräftiger Kombinationen leberrelevanter Kräuter, wie etwa Mariendistelsamen, Wegwartwurzel sowie anderer Bitterstoffdrogen zu regenerieren oder durch geringere, tägliche Dosierungen in der physiologischen Funktion zu stabilisieren ist. Und welches somit unsere Hochleistungstiere da unterstützt, wo das System Stoffwechsel trotz ausgeklügelter Fütterung schwächelt.

Nicht von ungefähr gibt es eine Nähe der Begriffe „Leber“ und „Leben“. So wurde die Leber schon in früheren Zeiten als Organ der Lebenskraft angesehen. Heute lässt sich diese Sichtweise naturwissenschaftlich untermauern und für die landwirtschaftliche Praxis der Milchviehhaltung nutzen. Leberstärkende Kräuter-Wirkstoffkomplexe, wie sie in der Kräuterkraft Stoffwechsel, der Kräuterkraft Laktation, der Urkraft Laktation oder der Ursonne Rinder Laktation sowie Ursonne Rinder Trockensteher enthalten sind, regen den Stoffwechsel der Tiere an und wirken somit unterstützend auf die Fruchtbarkeit.
Grundlage für eine fruchtbare Herde – Vorbeuge von Nachgeburtsverhalten
Die Nachgeburtsverhaltung (Retentio secundinarum) stellt bei der Milchkuh eine recht häufige Komplikation nach der Kalbung dar. Vor allem Tiere mit hoher Leistung sind gefährdet. In solchen Beständen kann diese Erkrankung bei deutlich über 10% der Abkalbungen auftreten. Auffallend ist auch die vermehrte Neigung von Problemtieren zu jährlichen Rückfällen.

Man diskutiert verschiedene Gründe dafür, dass die Nachgeburt bzw. die Fruchthüllen bis maximal 12 Stunden (normal 4-6 Stunden) nach dem Abkalben nicht vollständig abgehen.

Ursachen für Nachgeburtsverhaltung
Infektionserreger
• spezifisch (z. B. Brucellose)
• unspezifisch (z. B. Leptospiren, Streptokokken, Rickettsien...)
• Oxytocinmangel
• Erschöpfungszustände des Muttertieres
• Schwergeburten
• Mineralstoffmangel (Ca, Mg)
• toxische und allergische Einflüsse

plus allgemeine Fehler in Geburtshygiene, Haltung und Fütterung.

Man nimmt an, dass die Erschöpfung der Kuh unter der Geburt mit einer Zentralisierung des Kreislaufs einhergeht. Somit wären eine Unterversorgung des Uterus sowie eine mangelhafte Ansprechbarkeit der glatten Muskulatur bei Stoffwechselstörungen, nach Mehrlingsträchtigkeiten und anderen Belastungssituationen denkbar. In die erste Gruppe gehört ohne Zweifel der Großteil unserer Hochleistungskühe, die mit latenten Ketosen in die neue Laktation gehen.

In der Gebärmutter verbleibende Eihäute sind der Ausgangspunkt schwerwiegender Uterusinfektionen, die die Rückbildungsvorgänge sowie die Dauer des Puerperiums („Kindbettphase“) entscheidend verlängern und im Extremfall zur Zuchtuntauglichkeit des Tieres führen können. Die ungestörte Haupt-Rückbildungsphase, die etwa bis zum 9. Tag nach dem Kalben andauert, ist eine unerlässliche Voraussetzung zur Optimierung der Zwischenkalbezeit und des Besamungserfolges.

Nach Untersuchungen (Esslemont & Spincer, 1993) liegen die Kosten für einen Fall von Nachgeburtsverhaltung einschließlich Behandlung, längerer Zwischenkalbezeit, Milcheinbußen und steigender Abgangsrate bei ca. 430 €. Damit wird deutlich, dass es sich bei Retentio secundinarum um eine Erkrankung mit großer ökonomischer Bedeutung für den landwirtschaftlichen Betrieb handelt. Hier liegt für viele Einzelbetriebe, die vermehrt mit Fruchtbarkeitsstörungen zu schaffen haben, noch ein ungeheures Potential. In diesen Beständen sollte der Prophylaxe von Nachgeburtsverhaltungen mehr Beachtung geschenkt werden, da tierärztliches Handeln sich nur auf eine Schadensbegrenzung durch Nachgeburtsabnahme und / oder keimhemmende Uterusversorgung beschränkt. Die Störung des Puerperiums mit ihren negativen Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit ist damit meist nicht abzuwenden.

Um zu prüfen, ob es möglich ist, mit dem vorbeugenden Einsatz eines pflanzlichen Präparates aus Lorbeerfrüchtepulver (Traxaxan, SaluVet GmbH) auf puerperale Vorgänge, wie die Nachgeburtsverhaltung, Einfluss zu nehmen, wurde von Veterinär Dr. Tilman Kühn in einem Milchviehbestand ein Versuch als Blindstudie an 174 frisch gekalbten Kühen angelegt.

Die Kühe erhielten innerhalb der ersten 4 Stunden nach der Kalbung 50 g (3 Esslöffel) des Testpräparates über das Maul. Die Anwendung wurde 3 x im Abstand von je 12 Stunden wiederholt. Als Vorbericht wurden der Geburtsverlauf und etwaige Medikamentengaben erfasst. Für die Bewertung der Wirksamkeit des Traxaxan wie auch des Placebos (Trockengemüse, Kräuter, Tonmineralien) dienten die folgenden Kriterien:

1. Nachgeburtsverhalten ja / nein
2. Lochialsekret (Ausfluss) 6 Tage nach der Kalbung (Farbe, Konsistenz, Geruch)
3. Krankhafte Befunde 3-4 Wochen

nach der Kalbung

Das Auftreten von Nachgeburtsverhaltung konnte durch den Einsatz des Versuchspräparates Traxaxan deutlich auf etwa die Hälfte der Kontrollgruppe gesenkt werden. Unterstützt wird dieses Ergebnis durch die Analyse des Verhaltungsgrades. Der Anteil der schweren Verhaltung lag in der Versuchsgruppe wesentlich niedriger als in der Kontrollgruppe. Der Befund der tierärztlichen Puerperalkontrolle am Übergang vom Kolostralstadium zur Hauptlaktation ist somit Basis der Einschätzung wichtiger Nutzungspotenzen des Tieres. Die Versuchsgruppe offenbart zum genannten Zeitpunkt eine signifikant bessere Bewertung des Lochialsekretes anhand der Kriterien nach Beschaffenheit, Farbe und Geruch sowie des Spannungszustandes im Uterus (Uterustonus) und der Weite des Muttermundes. Auch die Ergebnisse der Puerperalkontrolle der 3./4. Woche nach Kalbung zeigten in der Versuchsgruppe nur etwa halb so viel krankhafte Befunde wie in der Kontrollgruppe. Zeitgleich wurde ein deutlicher Zusammenhang zwischen der geringeren Anzahl der Nachgeburtsverhaltungen und einem vermindertem Auftreten von Gebärparesen (Festliegen) festgestellt. Hier wäre ein Einfluss des Traxaxan auf die Mobilisierung bzw. Verwertung von Calcium denkbar.

Der Versuch konnte belegen, dass durch das Einzelfuttermittel aus Lorbeerfrüchten (Traxaxan) ein förderlicher Einfluss auf die Ablösung der Fruchthüllen erlangt werden kann. Man vermutet hier einen hormonähnlichen Effekt, der das Zusammenziehen der Gebärmuttermuskulatur anregt. In Anbetracht der immensen Bedeutung des Nachgeburtsverhaltens und von Gebärmutterentzündungen auf die nachfolgende Trächtigkeit, so das Urteil des Versuchsanstellers, ist kaum verständlich, dass nicht mehr Beachtung auf die Vorbeuge dieser Störung gelegt wird!

Aufgrund dieser Studienergebnisse wird ein vorbeugender Einsatz von Traxaxan gegen Nachgeburtsverhalten empfohlen.
Mais und Fruchtbarkeit – warum kann es da Probleme geben?
Immer wieder ist zu beobachten, dass mit Mais (-silage) gefütterte Milchkühe Fruchtbarkeitsprobleme haben können, die durch die Reduktion des Maisanteils in der Ration zu beheben sind. Woran liegt das?

Grundsätzlich ist Mais wegen des hohen Energiegehaltes ein wertvolles Futtermittel und deshalb auf vielen Betrieben unverzichtbar. In der Nährstoffzusammensetzung bestehen zwischen Grünmais und Maissilage nur geringe Unterschiede. Da es sich in beiden Fällen um eiweiß- und calciumarme Futtermittel mit mittlerem bis niedrigem Rohfasergehalt (Struktur) handelt, muss für eine ausgewogene Milchviehration Grassilage oder Heu zugefüttert werden.

Doch auch mit weitgehend ausgeglichener Grundfütterung kann es bei Verfütterung größerer Maismengen zu verstärkter Zystenbildung, Brunstschwäche oder Dauerbrunst, unregelmäßigen Brunstintervallen, verstärktem Abgang von wässrigem Vaginalschleim sowie Konzeptionsstörungen und Aborten kommen. Warum ist das so?

Pflanzen können Inhaltsstoffe aufweisen, die eine hormonähnliche, östrogene Wirkung im tierischen Organismus entfalten. Diese Pflanzenöstrogene, auch Phytohormone genannt, sind als das Pflanzenwachstum beeinflussende Stoffe normale Bestandteile von Futterpflanzen. Sie können sich jedoch bei einem hohen Gehalt bzw. bei Aufnahme großer Mengen vor allem beim Schaf und der Milchkuh negativ auf die Fruchtbarkeit auswirken. Chemisch handelt es sich bei diesen Phytohormonen um ganz andere Verbindungen als die vom Tier produzierten Östrogene (Steroide). Beide greifen jedoch an den gleichen Rezeptoren der Geschlechtsorgane an.

Phytoöstrogen bedingte Fertilitätsstörungen sind außer durch Fütterung großer Mengen Maissilage auch nach Gaben von Luzerne (Biobetriebe!), verschiedenen Kleesorten und Zuckerrübenblättern nachgewiesen worden. Der Gehalt der Phytohormone wird durch bestimmte Arten und Sorten sowie Pilzbefall beeinflusst. Pilzmycel, zum Beispiel in verschimmelter Silage, besitzt ebenfalls die Fähigkeit zur Phytoöstrogensynthese. Eine Beeinflussung des Gehaltes dieser Substanzen im Futter kann durch die Form der Futtergewinnung und -lagerung erfolgen. Während der Phytohormongehalt durch ein Anwelken bei Silage oder Heu gesenkt wird, bleibt er bei der künstlichen Trocknung erhalten und kann durch Silierung sogar bis zu 160 Prozent ansteigen.

Wie die körpereigenen Östrogene haben auch die Phytoöstrogene einen Einfluss auf das Euter. Nichttragende Färsen können so eine starke Euterentwicklung aufweisen. Die negativen Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit sind durch den additiven Effekt der Phytoöstrogene mit den körpereigenen Östrogenen der Tiere bedingt. Man hat festgestellt, dass die Wirkung der Phytohormone bei einer Schädigung der Leber am größten ist, da die östrogenen Substanzen dann nur noch beschränkt abgebaut werden. Geht man nach Untersuchungen davon aus, dass die meisten Milchkühe in Deutschland zumindest subklinisch leberkrank sind, so können schon geringe Gehalte an Phytohormonen in den Futterpflanzen zu Störungen im Tier führen. Besonders empfindlich scheinen vor allem auch Kühe auf Betrieben zu sein, die mit der Virusinfektion BVD/MD zu tun haben.

Während auf dem einen Milchviehbetrieb bereits 15 kg Maissilage pro Tier und Tag zu viel sein können, tolerieren Kühe auf anderen Betrieben unter Umständen weitaus größere Mengen. Können andere Ursachen für die Fruchtbarkeitsstörungen nicht ausgemacht werden, sollte man daher versuchsweise den Maisanteil in der Ration reduzieren. Mit dem Abklingen der Erscheinungen kann aber erst nach etwa 2 Monaten gerechnet werden.

Hier wird erneut deutlich, dass die Leber das zentrale Stoffwechselorgan im Körper ist. Eine gesunde Leber kann einen Überhang an anflutenden Phytoöstrogenen abbauen, so dass auch größere Maisanteile in der Ration problemlos von den Tieren toleriert werden.

Eine gesunde Leberfunktion ist vor allem durch bitterstoffreiche Kräuter zu fördern. Umfangreiche Studien zu den Kräuterfuttermitteln Dr. Schaette belegen deren positiven Effekte auf die Tiergesundheit

Gelenke

Gelenke – wann nehme ich was?
Ursachen für Gelenkentzündungen sind nicht nur im Bereich der Aufstallung zu suchen. Auch die Fütterung kann durch Eiweißüberversorgung, Leberbelastung, Pansenübersäuerung usw. dafür verantwortlich sein. Bei wiederholten Gelenkproblemen im Tierbestand sollte daher eine Stoffwechselanregung angestrebt werden. Lesen Sie hierzu auch das Kapitel „Stoffwechsel“. Gelenkentzündungen können ferner in Folge von Klauenerkrankungen durch aufsteigende Keime auftreten oder durch einseitige Belastung bzw. Überbeanspruchung von Gelenken und Sehnen.

Akute Gelenkentzündungen
Heiße Gelenke sind möglichst umgehend zu kühlen. Dazu einen Brei mit Benacet aethericum Acetatmischung anrühren und auftragen, gegebenenfalls auf einen Stoffstreifen und diesen um das betroffene Gelenk wickeln. Ergänzend haben sich bei allen Formen von Gelenkentzündungen Gaben von Pyrogenium compositum inject zur Unterstützung der körpereigenen Abwehrkräfte bewährt.

Chronische Gelenkentzündung
Diese Form der Gelenkentzündung ist vor allem durch eine geringgradige Schmerzhaftigkeit und eingeschränkte Funktion gekennzeichnet. Da sie immer wieder auftritt, kommt der Vorbeuge und der Nachbehandlung eine große Bedeutung zu. Eine starke Anregung der Durchblutung des Gelenks, der Muskeln und der Sehnen übt einen deutlich positiven Effekt auf die Gelenkfunktion aus und fördert somit den gesunden Bewegungsorganismus. Zu diesem Zweck wird GelenkFluid großflächig leicht in das betroffene Gelenk einmassiert.

Unterstützende Maßnahmen
Bei Bänder- und Sehnenschwäche empfiehlt sich die kurmäßige Gabe von KieselAktiv. Generell sollte bei Gelenkproblemen auf eine ausreichende mineralische Versorgung der Tiere über das Futter geachtet werden.

Klauen

Klauen – wann nehme ich was?
Klauenentzündungen verursachen Lahmheiten und Milchverluste, wirken sich ungünstig auf die Fruchtbarkeit aus und bewirken vielfach einen frühzeitigen Abgang der Tiere. Die Ursachen für Klauenprobleme sind meist in den Haltungsbedingungen sowie der Fütterung zu suchen. Die Fütterung kann durch Eiweißüberversorgung, Pansenübersäuerung durch zu viel leichtverdauliche Kohlenhydrate, Rohfaser- oder Mineralstoffmangel usw. dafür verantwortlich sein. Bei Bestandsproblemen sollte daher generell die Fütterung überprüft und gegebenenfalls eine Anregung des Leber-Stoffwechsels angestrebt werden. Lesen Sie hierzu auch das Kapitel „Stoffwechsel“.

Akute Klauenentzündungen
Zur Reinigung und Desinfektion entzündeter Klauen sowie zum Auswaschen blutiger, eitriger Wunden, wie sie nach dem Ausschneiden der Klauen vorkommen können, eignet sich die Wundstein-Essenz Dr.Schaette. Die KlauSan®-Paste Dr. Schaette ist zum ergänzenden Verschließen ausgeschnittener Klauenwunden gedacht. Bei Klauenrandentzündungen (Panaritium) gilt es, die Schwellung des Fesselgelenks zu beseitigen. Hierzu wird ein wässriger Angussverband oder ein Brei aus Benacet aethericum Acetatmischung aufgetragen, welches auch zur Kühlung von heißen Klauen verwendet werden kann. Heiße Klauen werden mit Benacet aethericum Acetatmischung gekühlt. Ergänzend haben sich Gaben von Pyrogenium compositum inject bei allen Formen von Klauenentzündungen zur Unterstützung der körpereigenen Abwehrkräfte bewährt.

Unterstützende Maßnahmen
Für eine umfassende Unterstützung der Klauengesundheit, Hornbildung und Lauffreude in der Herde empfiehlt sich die Verabreichung der Urkraft Klaue über eine Dauer von mindestens acht Wochen. Zur grundsätzlichen Festigung des Klauenhorns bei wiederkehrenden Klauenproblemen ist die kurmäßige Beifütterung von KieselAktiv sinnvoll. Außerdem ist bei Klauenproblemen auf ausreichende mineralische Versorgung (v. a. Zink) der Tiere über das Futter achten.
Klauengesundheit – auch ein Stoffwechselthema!
Seit vielen Jahren halten sich Klauenkrankheiten mit rund 10 – 15 % als dritthäufigste Abgangsursache für Milchkühe. Von Klauenproblemen in der Herde spricht man, sobald 10 % der Kühe lahmen. Jeder Lahmheitsfall schlägt mit rund 300 – 600 € zu Buche, wenn man neben den Abgängen auch Milchmindererträge (rund 65 % der Kosten), erhöhte Zwischenkalbezeiten, Behandlungsaufwand, Tierarztkosten etc. miteinbezieht. Leistung und Klauengesundheit sind jedoch keine Widersprüche, solange den wachsenden Ansprüchen der Tiere an bedarfsgerechte Fütterung, funktionelle Klauenpflege und tiergerechte Haltung Rechnung getragen wird. Hier wird deutlich, dass der Tierhalter in hohem Maße Einflussmöglichkeit auf die Klauengesundheit seiner Herde hat.

Man differenziert zwischen infektiös-, haltungs- und klauenrehebedingten Klauenproblemen, wobei letztere aus einer gestörten Durchblutung der Klauenlederhaut herrühren und damit einen deutlichen Bezug zur Fütterung sowie zum gesamten Stoffwechsel aufweisen.

Da das Klauenhorn etwa 0,5 cm im Monat wächst, werden fütterungsbedingte Klauenprobleme meist erst zwei bis vier Monate nach Beginn der Durchblutungsstörungen bei der Klauenkontrolle sichtbar. Die Häufung dieser Klauenerkrankungen im 2. – 4. Laktationsmonat gibt uns deutliche Hinweise auf deren Entstehungszeit um die Abkalbung herum. Offensichtliche Lahmheiten der Tiere sind in der Regel erst später zu beobachten.

Das Klauenhorn ist ein Stoffwechselprodukt und damit in hohem Maße nicht nur von der Versorgungslage der Kuh abhängig, sondern auch von den inneren Abläufen im Organismus. Diese sind beim Wiederkäuer bekanntlich sehr komplex. Aus diesem Grund rächen sich Fehler in der Ration, der Futterqualität (Mykotoxine) oder dem Fütterungsregime, wie zu häufige oder zu rasche Futterumstellungen und das Ermöglichen eines selektiven Fressverhaltens. In Form einer Klauenrehe wirken sie zwar zeitverzögert, aber unmittelbar auf die Qualität des Klauenhorns. Aus dieser können weitere Klauenerkrankungen entstehen, wie etwa das Rusterholzsche Sohlengeschwür, Defekte entlang der weißen Linie sowie doppelte Sohlen. Dass bereits leicht „geh-behinderte“ Tiere mehr liegen und seltener zum Futtertisch laufen und damit weniger Futter oder zum Ausgleich unphysiologisch größere Futtermengen auf einmal aufnehmen, ist eine Binsenweisheit. Die Folge ist eine Pansenübersäuerung, die durch das Massensterben der Pansenmikroben und die entstehenden Endotoxine zu Durchblutungsstörungen in den feinen Blutgefäßen, unter anderem in der Klauenlederhaut, und damit wiederum zu einer Verschärfung der Klauenrehe-Situation führt. Hochgradige, extrem schmerzhafte Lahmheiten führen zu einer weiteren Reduktion der Futteraufnahme und münden in einer negativen Energiebilanz der Tiere.

Ketosen sowie Acidosen können also sowohl durch Klauenerkrankungen ausgelöst und verschärft werden als auch selbst Klauenerkrankungen auslösen. Es wird schwierig, zu unterscheiden, ob die Stoffwechselerkrankungen die Ursache oder die Folge der Klauenprobleme sind. Dieser Zusammenhang zeigt, wie eng die im Körper des Wiederkäuers ablaufenden Prozesse miteinander verflochten und warum Stoffwechselstörungen ernst zu nehmen sind.

Vor allem die Fütterung im geburtsnahen Zeitraum ist entscheidend. Sie wirkt sich nicht nur auf die Entstehung von Nachgeburtsverhaltung, Paresen sowie Ketosen aus. Auch die später in der Laktation auftretenden Euter-, Fruchtbarkeits- und eben Klauenerkrankungen – die Hauptabgangsursachen für Milchkühe – und der Status des Immunsystems lassen sich durch die Berücksichtigung der Bedürfnisse der Tiere in dieser für sie hochsensiblen Phase beeinflussen. Der Trockenstehzeit als „Jahresurlaub der Kuh“ ist besondere Aufmerksamkeit hinsichtlich einer bedarfsgerechten Wirkstoffversorgung und Stoffwechselregeneration (Leber!) zu widmen. Hier empfehlen sich Gaben von Ursonne Rinder Trockensteher, die der Optimierung von Stoffwechselprozessen dienen soll. Auf keinen Fall darf die Kuh in dieser Zeit verfetten oder abmagern. Das langsame Anfüttern der Transit-Kuh zur Kalbung hin dient der schonenden Umstellung des Pansens auf die Leistungsration. Schlagartige Futterumstellungen sind unbedingt zu vermeiden – sie würden sich unmittelbar auch auf die Klauengesundheit auswirken.

Nach der Kalbung muss es primär darum gehen, dass die Kuh genügend Grundfutter und Energie bei ausreichender Strukturversorgung aufnimmt, um nicht in eine Stoffwechsel-Schieflage zu geraten, die wiederum Klauenerkrankungen provozieren würde. Das Vorlegen von hochwertigem, schmackhaftem Futter sollte selbstverständlich sein. Darüber hinaus empfehlen sich zur Unterstützung der Futteraufnahme und der Vitalität des Tieres unmittelbar nach der Kalbung Gaben von KetoSan® sowie PareSan® Phosphor und zur Stabilisierung des Calcium-Stoffwechsels PareSan® Calcium. Ein guter Start in die Laktation ist die beste Grundlage für gesunde Klauen. Gesunde Klauen, die die Kuh auch zu einer erneuten Trächtigkeit und hohen Leistung aus einem gesunden Euter tragen sollen.

Für eine grundlegende Sanierung der Klauengesundheit, zur Förderung der Hornbildung und Wiederherstellung der Lauffreude in der Herde empfiehlt sich die Verabreichung der Urkraft Klaue über eine Dauer von mindestens acht Wochen. Neben der unmittelbaren Ausrichtung auf Klauenwachstum und –qualität regen spezifische Kräuter, wie z. B. Mariendistel und Artischocke, die Entgiftungsfunktion der Leber an. Trockentraubenextrakt als hoch wirksames Antioxidans schützt zusätzlich die empfindliche Lederhaut. Da die Ursachen für Klauenerkrankungen multifaktoriell bedingt sind, müssen auch die Gegenmaßnahmen an ganz verschiedenen Punkten angreifen. Dieses Prinzip wird in der Urkraft Klaue umgesetzt.
Mortellaro – welche unterstützenden Maßnahmen sind möglich?
Die aufgrund ihrer Optik umgangssprachlich als „Erdbeerkrankheit“ bekannte Zehenhautentzündung bei Rindern, die Dermatitis digitalis oder Mortellaro, stellt in Laufställen ein zunehmendes Problem dar. Besonders in der intensiven Milchviehhaltung hat sich die Krankheit in den letzten Jahren zum Bestandsproblem entwickelt. Die Veterinär-Pharmaindustrie ist daher intensiv darum bemüht, einen Mortellaro-Impfstoff zu entwickeln. Dies gestaltet sich jedoch äußerst schwierig, da es sich um einen Erregermix handelt.

Die Mortellaro-Erkrankung ist in der Regel ein Zeichen für Schwächen in der Klauen- und Stallhygiene sowie des Immunsystems der Tiere. Begünstigt durch hohe Feuchtigkeit, raue Böden, schlechte Liegeplatzgestaltung, mangelnde Klauenpflege und Stress tritt Mortellaro meist mit Abnahme der Hornqualität und Formveränderungen des Klauenschuhs in Erscheinung. Auch schwarze Krusten, lange abstehende Haare oder ein vermehrtes Sohlenwachstum können ein Hinweis auf diese Klauenerkrankung sein.

Zur Therapie werden primär eine funktionelle Klauenpflege, regelmäßige Tierkontrollen, auch Klauenbäder, Salicyl-haltige Salben, das Anbringen Hydrokolloid-haltiger Pflaster und gegebenenfalls antibiotikahaltige Sprays empfohlen. Aufgrund der Wartezeit-Problematik wird der Tierarzt eine Behandlung mit Antibiotika meist nur in der Trockenstehphase durchführen. Nur selten wird es gelingen, die Dermatitis digitalis komplett zu eliminieren. Ziel muss es daher sein, ein niedriges Niveau der Befallsrate im Bestand zu etablieren. Man muss sich darüber im Klaren sein, dass Tierzukäufe grundsätzlich ein Gefahrenpotential darstellen.

Einige der Produkte aus dem Produktsortiment von Dr. Schaette können eine sinnvolle Ergänzung zur Unterstützung der Klauengesundheit sein. Die Wundstein-Essenz Dr.Schaette ist ein mild wirkendes Arzneimittel zur Desinfektion von Wunden und dient als antiseptischer Zusatz zu Waschungen und Spülungen. KlauSan®-Pflege-Spray besitzt eine Reihe von Kräuterauszügen, die die Hautneubildung und Widerstandskraft der Klaue unterstützen. Um eine grundlegende Klauenstärkung über den Stoffwechsel zu bewirken, eignet sich eine kurmäßige Verabreichung des Ergänzungsfuttermittels Urkraft Klaue. Da Mortellaro auch durch Stress gefördert werden kann, ist Urkraft Stressfrei & Vital die richtige Wahl, um das Immunsystem in entsprechenden Situationen zu stärken.

Diese Produkte können bei der Behandlung von Mortellaro eine unterstützende Wirkung haben, jedoch ist es unumgänglich, auf die Hygiene im Stall und gepflegte Klauen zu achten.

Magen-Darm

Magen-Darm – wann nehme ich was?
Im Bereich der Nutztierhaltung sind Durchfälle vor allem bei Jungtieren relativ häufig. Aber nicht immer möchte man gleich den Tierarzt rufen. Allgemeine Abwehrschwäche, diverse Durchfallerreger, Fütterungs- und Haltungsfehler – der Durchfall ist eine multifaktorielle Erkrankung, die rasch gefährlich werden kann, wenn es zu einem Austrocknen der Tiere durch Mineral- und Wasserverlust (bis zu 10 l) im Körper kommt. Daher heißt es stets, rasch zu handeln!

Futterblähungen
treten sowohl bei Jung- als auch bei erwachsenen Tieren gelegentlich auf. In akuten Fällen hilft eine Gabe des Darmöls ColoSan® direkt ins Maul. Diese kann in Notfällen wiederholt werden. Bei schaumigen Gärungen sollte ColoSan® zusammen mit ½ bis 1 l Speiseöl verabreicht werden. ColoSan® löst Verkrampfungen, stoppt Fehlgärungen, fördert den Appetit sowie die Funktion von Galle und Leber.

Bei akuten Durchfällen
ist Kälbern, die noch Tränke erhalten, die Diättränke Ferm bzw. Ferm B als Komplettlösung über einige Tage als kurzfristiger, effektiver Milchersatz zu geben. Ferm bzw. Ferm B ist aufgrund seines Kupfergehalts nicht für Schafe geeignet. Älteren Tieren, die bereits festes Futter aufnehmen, wird Durchfallpulver Dr. Schaette in 2 – 3 Gaben pro Tag unter das Futter gemischt.

Vorbeugende Maßnahmen
In Zeiten erhöhter Anfälligkeit für Darmerkrankungen eignet sich vorbeugend der Tränkezusatz EuDigest® zur Unterstützung der Darmflora. Durch die Immunglobuline im enthaltenen Volleipulver wird das autonome Immunsystem des Darms spezifisch aktiviert. EuDigest® ist ferner ideal zur Nachbehandlung bei vorangegangenen Antibiotikagaben. Einen frühzeitigen Schutz bereits für Neugeborene bietet der Kälberstarter Vita-Quick® Kälber mit Selen und Eisen der den Tieren nach der ersten Biestmilchgabe übers Maul verabreicht wird.

Unterstützende Maßnahmen
Bei sehr heftigen Durchfällen, die mit starken Entzündungen einhergehen, unterstützen Gaben von Pyrogenium compositum inject die Aktivität der körpereigenen Abwehrzellen des Patienten. Die Verabreichung von Coffea praeparata oral kann bei starken Störungen des Allgemeinbefindens der an Durchfall erkrankten Tiere appetit- und kreislaufanregend sowie normalisierend auf die Magen-Darm-Motorik wirken.

Achtung: Bei sehr frühen Kälberdurchfällen vom 1. – 3. Lebenstag immer an die Bovine Virusdiarrhoe (BVD/MD) denken! Wenngleich auch nur ein Bluttest eindeutig Klarheit verschafft, so ist doch häufig bereits ein dunkelroter bis blauvioletter Zahnfleischsaum direkt nach der Geburt sowie Lebensschwäche ein erster Hinweis auf diese Erkrankung. BVD/MD ist eine anzeigepflichtige Erkrankung.
Kälberdurchfälle kosten Geld, Zeit und Nerven!
Noch immer sind Durchfälle die Ursache Nr. 1 für Kälberverluste in Deutschland. Ziel sollte es sein, die Zahl der Kälberverluste insgesamt unter 5 % zu halten, doch die Realität vieler Betriebe liegt eher im Bereich zwischen 10 und 15 %. Auf Problembetrieben können sogar bis zu 50 % der Kälber in der Aufzuchtphase eingehen.

Die wirtschaftlichen Konsequenzen für die betroffenen Betriebe sind enorm. Vor allem dann, wenn weibliche Kälber verenden, die zur Remontierung der Herde gedacht waren. Neben den bis dahin aufgelaufenen Aufzuchtkosten für das Kalb kommt hier zum Tragen, dass dem Betrieb Zuchtfortschritt entgeht, und die Selektionsmöglichkeiten eingeengt sind. Jede Bestandsergänzung durch Zukauf von außen birgt zudem das Risiko, neue Infektionskrankheiten in die Herde zu tragen.

Was kostet Kälberdurchfall?
Selten ist dem Tierhalter das ganze Ausmaß der anfallenden Kosten bewusst. Studien der Landwirtschaftskammer Niedersachsen (Bernd Lührmann, Osnabrück) geben hier Klarheit: Selbst bei schwerem Durchfall macht der Faktor „Tierarzt und Medikamentenaufwand“ nur 56 % der Kosten aus. Hinzu kommt eine deutliche Erhöhung der Aufzuchtkosten durch verringerte tägliche Zunahmen des Kalbes und erhöhten Betreuungsaufwand für den Landwirt. Die Gesamtkosten für einen schweren Durchfall werden mit rund 263 € beziffert, ein leichter Krankheitsverlauf kostet etwa 108 €.

Spätfolgen eines Kälberdurchfalls für die Milchkuh
Tatsächlich wirkt sich ein heftiger Durchfall indirekt noch auf die Milchleistung der späteren Kuh in Form von Leistungsdepressionen um etwa 5 % aus. Darüber hinaus hat sich gezeigt, dass eine zunehmende Anzahl nötiger tierärztlicher Behandlungen während der Aufzucht mit einem deutlichen prozentualen Anstieg der Abgänge der Kuh in der ersten Laktation verbunden ist. – Grund genug für die Betriebe, die Kälbergesundheit mehr in den Fokus zu stellen!

Kälberdurchfall ist eine multifaktorielle Erkrankung. Neben einer Reihe von Fehlern im Management, wie mangelhafte Geburts- und Tränkehygiene, zu späte oder unzureichende Kolostrumgabe, zu viel oder zu kalte Tränke, mangelhafte Versorgung der hochtragenden Mütter in der Trockenstehzeit, Zugluft etc., gibt es eine Vielfalt von Bakterien (z. B. E. coli, Salmonellen), Viren (Rota-, Corona-Viren u. a.) sowie Einzellern (Kryptosporidien, Kokzidien etc.) die unsere Kälber bedrohen. Elementar für die Durchfallprophylaxe ist das Kolostrum. So früh wie möglich, doch unbedingt innerhalb der ersten zwei Lebensstunden, sind 2 Liter aus dem Erstgemelk zu verabreichen, weitere 2 Liter spätestens 10 Stunden danach. Eine Kolostrum-Reserve für Notfälle lässt sich übrigens bequem in Liter-Portionen einfrieren. Hierfür sollte das gehaltvollere Kolostrum älterer Kühe verwendet werden. Das Auftauen der Reserve bei Bedarf hat dann möglichst schonend im Wasserbad zu erfolgen.

Viele Tierhalter, denen vor allem Rota-/Corona-Viren und Coli-Keime Ärger bereiten, entscheiden sich zusammen mit ihrem Tierarzt für die Muttertierimpfung. Die Impfung der hochtragenden Kühe erhöht den Gehalt an Antikörpern gegen diese Durchfallerreger in der Milch. Aber Achtung: das Kalb sollte mindestens zehn, besser noch vierzehn Tage lang die Milch der geimpften Mutter bekommen, um den bestmöglichen Abwehrschutz zu erhalten. Darüber hinaus gibt es Ergänzungsfuttermittel für Kälber, wie EuDigest® oder Ferm, die unter anderem immunglobulinreiche Komponenten enthalten und das Kalb bei der Abwehr von Rota- und Corona-Viren, Coli-Bakterien sowie Kryptosporidien unterstützen. Speziell für biologisch wirtschaftende Betriebe empfiehlt sich Ferm B für durchfallerkrankte Kälber.
Eine Frage der Konzentration – damit Elektrolyt- und Diättränken nicht zur Kochsalzvergiftung führen
Kälberdurchfälle stellen nach wie vor die häufigste Krankheits- und auch Todesursache bei Kälbern dar. Austrocknung, Elektrolytverlust, Übersäuerung des Stoffwechsels sowie Energiemangel sind die vier Hauptprobleme, die bei Kälberdurchfall auftreten, und denen zügig begegnet werden muss. Die Vielzahl der so genannten „Elektrolyt-Tränken“ am Markt enthalten in der Regel Elektrolyte und Glucose, komplette Durchfalltränken bieten zusätzlich eine Reihe weiterer Komponenten zur Ernährung des Kalbes sowie zur Unterstützung diverser Körperfunktionen.

Doch der fehlerhafte Einsatz dieser Präparate kann für die Kälber tödlich enden, was vielen Praktikern nicht bewusst ist. Worauf ist zu achten?

Es ist zwingend erforderlich, die Anwendungsvorschriften auf der Verpackung von Elektrolyt- sowie Kälber-Durchfalltränken genau einzuhalten. Diese Angaben sind nicht als sinnentleerte Bevormundung zu verstehen. Bei Produkten dieser Art wie auch bei der Zubereitung von Milchaustauschern darf man die Konzentration des Pulvers in der Tränke niemals gegenüber der Anweisung erhöhen. Überdosierungen, ob nun gut gemeint oder auch versehentlich, können dramatische Folgen für die Kälber haben.

Niemals ohne Wasser
Echte Elektrolyttränken sind in der Regel als Zwischentränken gedacht und dürfen nie ohne ausdrückliche Anweisung des Herstellers in Milch oder Milchaustauscher eingerührt werden. Begleitend dazu müssen die Kälber jederzeit freien Zugang zu Wasser haben.

Pulver zur Herstellung kompletter Durchfalltränken, wie zum Beispiel Ferm oder Ferm B, die für eine kurze Zeit an Stelle von Milch oder Milchaustauscher vertränkt werden sollen, sind ebenfalls immer in die vorgeschriebene Menge Wasser einzurühren und niemals ohne die entsprechende Wasserergänzung der Milch oder dem Milchaustauscher beizumischen. All diese Pulver enthalten hoch konzentriert Salze (Elektrolyte) und können bei unsachgemäßer Verabreichung zu einer Kochsalzvergiftung führen.

Wenn das Gleichgewicht verschoben wird
Nach Aufnahme größerer Mengen an Salz bei gleichzeitig begrenzter Wasseraufnahme steigt die Natrium- und Chlorid-Konzentration im Blutplasma, der flüssigen Phase des Blutes, an. Es kommt zu einer Verschiebung des Gleichgewichts innerhalb und außerhalb der Zellen mit dramatischen Folgen. Von einer akuten Kochsalzvergiftung spricht man, wenn die Natrium-Konzentration im Blutserum über 170 mmol/l liegt. Die Körperzellen schwellen an, was unter anderem zu einem lebensgefährlichen Hirnödem führen kann. Da die Wasserversorgung mangelhaft ist, kann das Kalb leichtere Fälle einer Kochsalz-Überversorgung auch nicht durch vermehrte Harnproduktion ausgleichen. Zudem sind die Nieren des jungen Kalbes in ihrer regulativen Leistungsfähigkeit noch nicht ausgereift.

Achtung, auch eingefrorene oder defekte Tränken im Jungvieh- sowie Kuhstall können Fälle von Kochsalzvergiftung auslösen, wenn Mineralfutter und Viehsalz verabreicht oder Lecksteine angeboten werden.

Atemwegsinfektion oder doch Kochsalzvergiftung?
Die ersten Anzeichen einer Kochsalzvergiftung (Hypernatriämie) beim Kalb sind zu Beginn unspezifisch und äußern sich in Form von Mattigkeit und Appetitlosigkeit. Hinzu kommen Symptome, wie beschleunigter Atem, Nasenausfluss, Schwitzen sowie Fieber bis 41°C. Diese Tiere werden dann oft erfolglos gegen Lungenentzündung behandelt. Bekommen diese Tiere zusätzlich Elektrolyttränken verabreicht, verschärft sich das Erkrankungsbild dramatisch. Es können Störungen im Nervensystem, Erregung, Muskelkrämpfe, unkoordinierte Bewegungen, Rückwärtsdrängen, Festliegen bis hin zur Blindheit auftreten. Unbehandelt tritt der Tod meist innerhalb von 1-2 Tagen ein.

Da die anfänglichen Symptome einer Kochsalzvergiftung der Kälbergrippe ähneln, bleibt die eigentliche Ursache des Problems oft unerkannt. In der Zwischenzeit werden gegebenenfalls weitere Kälber durch falsch dosierte Diät-Tränken oder Milchaustauscher unwissentlich vergiftet. Jedes Jahr verenden unnötig viele Kälber auf diese Weise. Behandlung äußerst behutsam

Die Wiederherstellung von Kälbern mit Symptomen von Kochsalzvergiftung ist schwierig. Keinesfalls darf das Kalb unkontrolliert größere Mengen an Wasser oder Tränke aufnehmen, da dies ein schweres Hirnödem mit Exitus nach sich zieht. Der Rückstrom von Wasser in die Körperzellen hat sehr langsam über mindestens 2-3 Tage zu erfolgen. In fortgeschrittenen Fällen von Kochsalzvergiftung wird der Tierarzt über einige Tage eine spezielle Infusionslösung verabreichen.

Was(-ser) ist festzuhalten
Kälber sowie natürlich auch erwachsene Tiere müssen stets freien Zugang zu Wasser einwandfreier Qualität haben, damit eine kurzfristige, versehentliche Überversorgung mit Salzen über eine vermehrte Ausscheidung ausgeglichen werden kann. Beim Anrühren von Elektrolyt-, Durchfall- sowie Milchaustauschertränken ist die vom Hersteller angegebene Anwendungsvorschrift unbedingt einzuhalten. Zu hoch konzentrierte Tränken schaden der Gesundheit des Kalbes und letztlich dem Geldbeutel des Tierhalters.
Labmagenverlagerung – Verwechselungsgefahr mit Ketose
In den letzten Jahren treten vermehrt Fälle von Labmagenverlagerung bei Milchkühen auf. Das Problem dieser Erkrankung ist die Diagnose – auch so mancher Tierarzt hält die Labmagenverlagerung bei flüchtigem Hinsehen für eine gewöhnliche Ketose. Diese Behandlung führt jedoch nicht zum Erfolg.

Die Labmagenverlagerung tritt in der Regel innerhalb der ersten 4 Wochen nach dem Kalben auf, also etwa zeitgleich mit der Acetonämie! Die Kühe haben keinen Appetit und beginnen abzumagern – eigentlich typische Symptome der Ketose. Der klassische Geruch des Atems nach Nagellackentferner (Aceton) fehlt jedoch, und der Kot ist breiig-glänzend, wie mit einem Ölfilm überzogen, die Ohren sind abwechselnd warm und kalt (Kreislauf!). Der Kot der Kühe kann aber auch unterschiedliche Konsistenzen annehmen – entweder es gibt Verstopfungen mit schmierigem Kot oder schubweise schleimigen Durchfall. Meist ist gleichzeitig zu erkennen, dass vor der eingefallenen linken Hungergrube der hintere Rippenrand vorgewölbt ist. Häufig ist begleitend auch eine Gebärmutterentzündung mit übelriechendem Ausfluss vorhanden.

Es besteht aufgrund der Symptome die Gefahr der Verwechselung mit einer Ketose. Gefährdet sind vor allem Hochleistungstiere der Milchrassen, wie Jersey, Braunvieh, Deutsche Schwarzbunte, und Kühe mit verstärkter HF-Einkreuzung.

Als Ursache für die Labmagenverlagerung diskutierte man lange Zeit vor allem Schwergeburten und besonders große Kälber, aber auch Zusammenhänge mit der Acetonämie und Gebärparese. In all diesen Fällen erschlaffen die Magenwände. Nach heutigen Erkenntnissen sind aber wohl vermehrte Gasbildungen im Labmagen durch Verdauungsstörungen die Hauptursache! Diese werden durch falsche Fütterung verursacht – vor allem die Überfütterung der Milchkühe zu Laktationsbeginn mit leichtverdaulichen Kohlenhydraten (Kraftfutter) sowie leicht gärenden Futtermitteln (Reste der Lebensmittelindustrie, wie Treber, Trester, Bierhefe etc.). Hierdurch kommt es zu Blähungen und einem Auftreiben des Labmagens. Sehr häufig tritt dann auch ein Stillstand der Magen-Darm-Motorik auf. Ein schlecht gefüllter Pansen kann ebenfalls eine Verschiebung des Labmagens nach oben bewirken. Auch deshalb frisch gekalbten Kühen unmittelbar nach dem Abkalben immer einige Eimer Wasser zum Saufen anbieten.

Die Labmagenverlagerung ist ein Fall für den Tierarzt!
Dieser horcht meist die linke Seite der Kuh ab. Dabei wird die Bauchwand in Schwingung versetzt (Klopfen), wobei klingelähnliche Geräusche zu hören sind. Andere berichten von Geräuschen, die tröpfelndem Wasser ähneln. Rechtsseitige Labmagenverlagerung (seltener) wird durch rektale Untersuchung diagnostiziert. Bei dieser Form der Labmagenverlagerung hören die Tiere schlagartig mit dem Fressen auf, trocknen schnell aus und haben meist einen wässrigen Mist, der auch Schwanz und Afterbereich verschmiert. Der Tierarzt behandelt, indem er zunächst per Injektionen die Verkrampfungen löst, den Stoffwechsel anregt und den Appetit fördert. Außerdem verabreicht man meist Glaubersalz. Hauptmaßnahme ist jedoch die Wälzmethode (meist nicht von dauerhaftem Erfolg) bzw. die Operation, bei der der Labmagen fixiert wird. Zu unterstützen wären die Maßnahmen mit folgenden Präparaten aus dem Hause der SaluVet: ColoSan® (entkrampft, löst die Blähungen) sowie Coffea praeparata oral (Kreislauf-, Appetitanregung und Stimulation der Pansenmotorik) und Kräuterkraft Stoffwechsel zur Stoffwechselanregung und schnelleren Regeneration. Darüber hinaus gibt es noch den seltenen Fall der Labmagenverdrehung, die sich in bedrohlich schnellem, schwachem Puls und kolikartigen Schmerzen äußert. Bei Labmagenverdrehung rät man meist zur raschen Schlachtung der Kuh. Es ist nicht ganz einfach, die Labmagenverlagerung zu erkennen. Aber vielleicht denken Sie im Zweifelsfalle einfach mal daran, sich den Kot der Kuh genauer anzuschauen.
Pansenacidose – woher kommt sie und was ist zu tun?
Bei der Pansenacidose handelt es sich um eine fütterungsbedingte Störung der pH-Regulation der Vormägen. Sie wird ausgelöst durch einen zu hohen Anteil an leichtverdaulichen Kohlenhydraten (Zucker, Stärke) in der Ration. Das können zu viel Kraftfutter, Getreideschrote, Zuckerrüben, -blatt, Mais, Obst, Treber, Brot oder Bäckereiabfälle sein.

Beim mikrobiellen Abbau der Kohlenhydrate in den Vormägen werden vor allem flüchtige Fettsäuren gebildet (Propionsäure), wobei auch der Anfall an Milchsäure sehr hoch ist. Dadurch sinkt der pH-Wert im Pansen auf Werte unter 6,0 bis 4,0. Normalerweise hat die Wiederkäutätigkeit die Aufgabe, mittels verstärkter Speichelproduktion (Speichel = alkalisch) den pH-Wert abzupuffern. Bei kraftfutterreichen Rationstypen, d.h. hohen Anteilen leichtverdaulicher Kohlenhydrate, gelangen zu geringe Speichelmengen in die Vormägen, wodurch die Übersäuerung weiter ansteigt. Vor allem zu Beginn der Laktation kann es zur Acidose kommen, wenn aufgrund der insgesamt geringeren Futteraufnahme relativ zu große Kraftfuttermengen verzehrt werden. Nur ausreichend strukturiertes Raufutter ist in der Lage, die Speichelsekretion sowie Dauer und Intensität des Wiederkäuens anzuregen. Ausreichend Rohfaser sichert darüber hinaus gute Milchfettgehalte. Ein deutlicher Hinweis auf eine schleichende Acidose sind daher die Milchinhaltsstoffe Fett und Eiweiß. Liegt der Fett/Eiweißquotient (Fett % dividiert durch Eiweiß %) < 1, leidet die Kuh unter einem massiven Rohfasermangel. Äußere Symptome für eine Acidose können Appetitmangel, verminderte Milchleistung, Müdigkeit oder Unruhe, grauer, schmierig-pastöser Kot sowie in schweren Fällen auch Pansenstillstand, Kreislaufversagen, Muskelzittern und Festliegen sein. Innerlich treten vermehrt Pansenschleimhautentzündungen und Labmagengeschwüre auf. Auch eine Häufung von zum Teil massiven Klauen- und Gelenksentzündungen ist zu beobachten!

Der Fett/Eiweißquotient ist jedoch leider nicht in jedem Falle aussagekräftig, da die ätzende Wirkung der Pansenacidose die Futteraufnahme hemmt. Wenn vor allem zu Laktationsbeginn zu der Acidose ein Energiemangel (Ketose) hinzukommt, kann letzterer durch Körperfettmobilisation und Zunahme des Milchfettgehaltes den Fall der Milchfettprozente als Folge des Rohfasermangels überdecken.

Je nach Schweregrad der Erkrankung wird man die betroffenen Tiere auf eine Diät aus Heu, Stroh und Wasser setzen, sowie einmal pro Tag eine orale Gabe von Coffea praeparata oral verabreichen. In schwereren Fällen wird man darüber hinaus auch eine Pansensaftübertragung vornehmen. Zum Abmildern der Folgeschäden bei Leber und Nieren können Kräuterkraft Stoffwechsel sowie etwa 250 g Natrium-Bicarbonat zum Abpuffern der Säure über das Maul eingeben werden. Es ist möglich, zusätzlich auch Leinsamenschleim zum Schutz der Mucosa zu verabreichen. Nur in hochakuten Fällen wird der Tierarzt den Panseninhalt ganz ausräumen. Es hat sich auch als sinnvoll erwiesen, der Kuh 500 g Bäckerhefe zur Thiamin (B-Vitamin)-Versorgung zuzufüttern, da die geschädigte Pansenflora nicht mehr zur Eigensynthese befähigt ist.

Acidose ist keine "gottgewollte" Krankheit, kein "Schicksalsschlag", sondern Folge eines gravierenden Fütterungsfehlers! Die Daten der Milchkontrolle sollte man stets - vor allem nach dem Abkalben im Auge behalten, da sich die Acidose genau wie die Ketose über die Milchinhaltsstoffe ankündigt.

Stoffwechsel

Stoffwechsel – wann nehme ich was?
Stoffwechselprobleme können sich auf vielfältige Weise äußern und treten nicht nur in Form einer deutlich erkennbaren Ketose/Acetonämie oder Parese/Milchfieber auf. Untersuchungen zufolge leiden viele Milchkühe zumindest unterschwellig an Leberstörungen. Auch bei Milchziegen und -schafen nehmen solche Störungen immer mehr zu. Diese können sich in Form von Euterentzündungen, Fruchtbarkeitsstörungen oder auch Klauenproblemen bemerkbar machen. Daher ist beim vermehrten Auftreten dieser Erkrankungen in der Herde wie auch beim Einzeltier stets abzuklären, ob beispielsweise ein Zusammenhang zum Stoffwechsel besteht. Für eine nachhaltige Gesundung des Tieres wäre in diesen Fällen mit speziellen stoffwechselanregenden Kräutermischungen zu arbeiten bzw. ein entsprechendes Kräuter-Ergänzungsfuttermittel zu wählen.

Bei Calcium-Defiziten nach dem Kalben (Parese)
Hochleistungskühe haben unmittelbar nach dem Kalben aufgrund der plötzlich einsetzenden Milchproduktion einen hohen Calciumbedarf. Vor allem ältere Kühe oder Tiere, die in der Trockenstehzeit zu üppig mit calciumreichem Futter versorgt wurden, können in diesen Fällen häufig nicht schnell genug Calcium aus dem Skelett mobilisieren. Mit dem raschen Abfall des im Blut gelösten Calciums kommt es dann zu bedrohlichen Calcium-Mangelzuständen, der Gebärparese oder dem Milchfieber. In diesen Situationen ist sofort PareSan® Calcium einzuflößen. Dieses Diätfuttermittel stellt schnell verfügbares Calcium bereit und wirkt kreislaufanregend. Eine Einzelgabe enthält über 64 g Calcium.

Gelegentlich ist auch ein Phosphormangel („atypisches Festliegen“) für die Parese der Milchkühe verantwortlich. Hier sind Gaben von PareSan® Phosphor empfehlenswert, die dem Körper schnell verfügbares Phosphor liefern. Dieses Ergänzungsfuttermittel wirkt darüber hinaus stoffwechsel- und kreislaufanregend.

Bei grundlegendem Phosphormangel ist Einzeltieren oder Tiergruppen PhosphorSan® B mit 100-200 g pro Tag zu verabreichen. Es enthält schnell verfügbares Phosphor und Magnesium.

Akuter Energiemangel nach dem Kalben (Ketose)
Hochleistende Milchkühe befinden sich bis zu 6 Wochen nach dem Abkalben wegen ungenügender Trockenmasse-Aufnahme und hoher Leistungsanforderung durch die Milchproduktion schnell im Energie-Defizit. Der darauf folgende Körperfettabbau resultiert anfangs in schlechtem Appetit bis hin zur Verweigerung der Futteraufnahme, Acetongeruch der Atemluft und Abfall der Milchleistung. Die Schädigung der Leberfunktion ist eine Folge, die sich meist erst später in der Laktation durch Fruchtbarkeitsprobleme, erhöhte Zellgehalte sowie vermehrte Klauenprobleme bemerkbar macht. Um diese kostspieligen Spätfolgen zu vermeiden und frühzeitig wieder eine normale Futteraufnahme zu erreichen, ist der Kuh vorbeugend Urkraft Transit zu verfüttern bzw. bei den ersten Anzeichen einer Ketose/Acetonämie KetoSan® zu verabreichen, um den Appetit zu steigern und den Körperfettabbau zu verzögern.

Zur Anregung des Stoffwechsels
eignet sich die kurmäßige Beifütterung von Kräuterkraft Stoffwechsel. Dieses Ergänzungsfuttermittel ist daher ideal in der Erholungsphase nach Krankheiten, vor allem bei Störungen der Leber- und Nierenfunktion, allgemeinen Schwächezuständen sowie Appetitlosigkeit.

Unterstützende Maßnahmen
Bei allgemeinen Stoffwechselerkrankungen ist häufig das Kreislaufsystem der Tiere in Mitleidenschaft gezogen. Coffea praeparata oral eignet sich zur Kreislaufstabilisierung sowie raschen Verbesserung des Allgemeinbefindens. Als ergänzendes Aufbau-Präparat bietet sich die Gabe von Urkraft Stressfrei & Vital zur Unterstützung der Abwehrkräfte und zur Stoffwechselanregung an.

Eine kontinuierliche Stoffwechselentlastung für beanspruchte Tiere
ist durch die tägliche Gabe von Kräuter-Ergänzungsfuttermitteln zu erreichen. Aufgrund der Artenverarmung auf den Wiesen und Weiden durch intensive Nutzung fehlt die Vielfalt an Kräutern im Futter. Wie wissenschaftliche Studien zeigen, wirken sich Kräuterzusätze, wie sie in Ursonne Rinder Laktation, Ursonne Rinder Trockensteher, Kräuterkraft Laktation, Urkraft Laktation, Ursonne Schafe oder Ursonne Ziegen B enthalten sind, positiv auf Fruchtbarkeit, Euter- und Klauengesundheit aus.
Ketose bekämpfen – Fruchtbarkeit, Euter- sowie Klauengesundheit verbessern
Die Stoffwechselerkrankung Ketose wird als „Berufskrankheit“ der Milchkuh bezeichnet. Man könnte meinen, dass Sie vor allem den hoch leistenden Kühen auf konventionell bewirtschafteten Betrieben zu schaffen macht. Untersuchungen haben jedoch ergeben, dass Stoffwechselerkrankungen, allem voran Ketosen, auch in der ökologischen Milchviehhaltung und bereits bei relativ niedrigem Milchleistungsniveau eine große Rolle spielen. Die Ansprüche der Tiere sind identisch, die Probleme grundsätzlich vergleichbar. Aufgrund der mit der EU Öko-Verordnung sowie den Verbandsvorschriften auferlegten durchaus sinnvollen Restriktionen ist es für den Biobauern nur deutlich anspruchsvoller, eine in allen Produktionsphasen der Milchkuh adäquate Fütterung zu gestalten.

Die Ketose, auch Acetonämie genannt, ist eine Störung des Energiestoffwechsels, die in der Phase vom Abkalben bis etwa zur 8. Laktationswoche auftreten kann. Verursacht wird sie durch eine zu geringe Futteraufnahme nach der Kalbung, verstärkt wird die Ketose zusätzlich durch eine Überkonditionierung der Kühe. Die züchterisch bedingt steile Laktationskurve steht der bereits vor der Kalbung reduzierten Futteraufnahme gegenüber, die erst langsam wieder ansteigt. Dadurch kommt es zu Beginn der Laktation zu einer negativen Energiebilanz.

Unter keinen Umständen darf der Landwirt nun aber zum Gegensteuern große oder rasch steigende Mengen an Kraftfutter verabreichen, da es in diesem Fall zu einer massiven Pansenübersäuerung (Acidose) mit fatalen Auswirkungen auf die Tiergesundheit kommen wird.

In der Phase der energetischen Unterversorgung, in der kritischen Frühlaktation, wäre es sinnvoll, dass die Kuh ihre Milchleistung reduziert, bevor sie erkrankt. Doch aus dem Mutterinstinkt heraus wird die Kuh unter allen Umständen versuchen, die Milchleistung aufrecht zu erhalten, um ihr Kalb ausreichend versorgen zu können. Auf der Suche nach einer zusätzlichen Energiequelle wird das Muttertier nun an seine Körperfettreserven herangehen. Das Depotfett wird eingeschmolzen, dabei entstehen die problematischen Ketonkörper, welche aufgrund des Energiemangels jedoch nicht energetisch verwertet werden können. Die Fettmobilisation sowie die Anreicherung der Ketonkörper führen sowohl zu einer Schädigung der Leber als auch zu einem verstärkten Appetitmangel, der die Trockenmasseaufnahme der Milchkuh weiter beeinträchtigt. Erkennbar ist die Ketose zunächst an lustlosem Fressen der Kuh, später dann auch an Abmagerung bis hin zu einem süßlichen Acetongeruch des Atems, vergleichbar dem von Nagellackentferner. Weiteren Aufschluss geben die MLP-Daten der ersten sowie zweiten Milchkontrolle post partum. Ein Fett-Eiweiß-Quotient (FEQ) größer oder gleich 1,5, das heißt, hoher Fettgehalt bei niedrigem Eiweißgehalt in der Milch, ist ein Hinweis auf eine vorliegende Ketose. Ein wichtiges Hilfsmittel können in den ersten Wochen der Laktation auch Teststreifen für den Nachweis von Ketonkörpern im Harn sein, wie zum Beispiel Ketostix, die per Farbumschlag eine vorliegende Ketose anzeigen, bevor sie offensichtlich wird. Die verlässlichsten Angaben erhält man über handliche Ketose-Messgeräte, mit denen sich Ketonkörper im Blut bestimmen lassen.

Als anzustrebender Zielwert gilt das Auftreten von weniger als 3 % Ketosen in der Herde. Hierin sind jedoch auch die subklinischen – also weniger offensichtlichen - inbegriffen. Ein umfangreiches Maßnahmenpaket, wie es im Merkblatt „Euter- und Stoffwechselgesundheit bei Biomilchkühen“ (BÖLN) beschrieben wird, kann dazu beitragen, die Haltung und Fütterung so zu optimieren, dass dieser Zielwert leichter zu erreichen ist. Der Fütterung auf Körperkondition unter Zuhilfenahme des BCS (Body Condition Scoring) kommt eine besondere Bedeutung zu. Vor allem zum Ende der Laktation sowie in der Trockenstehzeit dürfen die Kühe nicht zu rund werden, ein Herunterhungern verfetteter Kühe in der Trockenstehzeit sollte vermieden werden.

Untersuchungen von Prof. Krömker, Hannover, auf Biobetrieben in Niedersachsen haben eine breite Streuung im Anteil subklinischer Ketosen von 7-50 %, im Mittel aller Betriebe von knapp 21 % der Abgekalbten im Zeitraum bis zu vier Wochen nach der Kalbung festgestellt. Das eigentliche Problem sind die nahezu symptomlos verlaufenden unterschwelligen Ketosen, da diese nicht erkannt und daher auch nicht behandelt werden. Die Schäden, die für den landwirtschaftlichen Betrieb durch eine Ketose entstehen, sind weniger die unmittelbaren, wie ein Rückgang der Milchleistung durch reduzierte Futteraufnahme oder die Behandlungskosten durch den Tierarzt in akuten Fällen. Der tatsächliche Kostenfaktor sind die vielfältigen und gravierenden Folgeerkrankungen, die sich aus einer Ketose ergeben, die vom Landwirt meist nicht im Zusammenhang mit dieser Stoffwechselerkrankung gesehen werden.

Bereits subklinische also unterschwellige Ketosen führen Untersuchungen zu Folge zu einer deutlich erhöhten Wahrscheinlichkeit für das Auftreten von Euterproblemen in den Folgemonaten der Laktation. Krömker konnte für Ökobetriebe nachweisen, dass das Mastitis-Risiko um das 9-fache anstieg, wenn mehr als 5 % der Tiere einer Herde einen FEQ über 1,5 zeigten. Bereits subklinische Ketosen erhöhen zudem deutlich das Risiko für Fruchtbarkeitsstörungen. Nicht allein, dass auch für die Follikelreifung Energie benötigt wird. Das Einschmelzen von Depotfett kommt einer Crash-Diät gleich, in deren Folge unter anderem das zuvor noch im Körperfett gebundene Progesteron freigesetzt wird und in den Blutkreislauf gelangt. Dort agiert es als Gegenspieler des Brunst auslösenden Östrogens und simuliert eine bereits vorliegende Trächtigkeit – der Effekt der Anti-Babypille. Neben negativen Auswirkungen auf die Eutergesundheit und Fruchtbarkeit wurden auch Effekte von Ketosen auf die Klauengesundheit sowie das Immunsystem nachgewiesen.

Fruchtbarkeitsstörungen, Euterprobleme sowie Klauenerkrankungen stellen noch immer die Hauptabgangsursachen für Milchkühe in Deutschland dar. Der in einer Reihe von Studien nachgewiesene Zusammenhang zu Stoffwechselerkrankungen aus dem Zeitraum um die Kalbung herum, belegt, wie wichtig es ist, hier ursächlich anzusetzen. Auch unterschwellige Erkrankungen müssen frühzeitig erkannt und behandelt werden, um die Nutzungsdauer der Tiere zu erhöhen. Dies entspricht dem eigenen Anspruch an die Tierhaltung im Ökolandbau und ist auf der anderen Seite auch eine ökonomische Notwendigkeit für die Betriebe.

Bislang waren die Ökolandwirte im Vergleich mit ihren konventionell wirtschaftenden Kollegen benachteiligt, wenn es um die Behandlung der an subklinischer Ketose erkrankten Kühe ging, da es keine öko-zertifizierten Diätfuttermittel gegen Ketose gab. Erst nach tierärztlicher Indikation ist es möglich gewesen, entsprechende Energietränken oder Propylenglykol einzusetzen. Nun gibt es mit KetoSan® B aus dem Hause der SaluVet das erste, speziell für Biobetriebe entwickelte und zertifizierte Ergänzungsfuttermittel gegen Ketose zur oralen Verabreichung für Milchkühe.
Paratuberkulose beim Rind
Treten verstärkt ominöse, hoch infektiöse Durchfälle bei älteren Rindern auf, sollte man an die meldepflichtige Para-Tbc denken. Differentialdiagnostisch ist die Bovine Virusdiarrhoe (BVD) auszuschließen. Die Paratuberkulose führt in infizierten Beständen durch vorzeitige Abgänge und verminderte Leistung zu hohen wirtschaftlichen Verlusten.

Checkliste der wesentlichen Symptome:

• Durchfall
• Ansteckend, chronisch verlaufend oder schubweise
• Kot pastös („Erbsensuppe“), später ständig dünnflüssig
• Kot wird im bogenförmigen Strahl abgesetzt
• Kot oft mit feinen Gasbläschen durchzogen
• Kot bräunlich und widerlich stinkend
• Über Monate hinweg bis zum Exitus durch Kräfteverfall
• Fortschreitende Abmagerung
• Erhaltene Fresslust (!)
• Gutes Allgemeinbefinden (!)
• Haarkleid meist rau, glanzlos, stumpf, struppig
• Milchleistung nachlassend bis zu –25 % und geringere Inhaltsstoffe
• Ödeme (nur gelegentlich!), Schwellungen v. a. im Kehl-, Unterkieferbereich

Der Ausbruch der Paratuberkulose erfolgt meist nach Belastungssituationen, wie Kalbung, Hochlaktation, Transport, Futterumstellung und allen anderen Faktoren, die das Immunsystem schwächen können. Auch in BVD-Beständen kann der Erreger der Paratuberkulose daher gelegentlich nachgewiesen werden.

Meist lässt sich aufgrund der Symptome zunächst nur eine Verdachtsdiagnose stellen, da es Krankheiten mit ähnlichem Erscheinungsbild gibt, wie Salmonellose, Magen-Darm-Wurmbefall, Kokzidienruhr und chronische BVD. Inzwischen gibt es ein Testsystem zur eindeutigen Labordiagnose mittels ELISA-(Enzym-Immuntest) Verfahren. So lassen sich jetzt auch infizierte, aber noch nicht erkrankte Tiere, die bereits Erregerausscheider sind, diagnostizieren.

Die Infektion mit dem Bakterium Mycobacterium paratuberculosis erfolgt häufig bereits im Kälberalter durch Aufnahme erregerhaltiger Milch oder über infizierten Kot – oder gar schon vor der Geburt im Mutterleib. Als Zeit der größten Ansteckungsgefahr gelten die erste bis vierte Lebenswoche. Die Krankheitserscheinungen treten jedoch erst 2-8 Jahre später auf. Bis zu diesem Zeitpunkt kann das infizierte Tier schon ein Ausscheider des Erregers sein! Die Krankheit kommt aufgrund des Zukaufs aus bestimmten Zuchtgebieten gehäuft bei Jersey- und Fleischrindern vor.

An Paratuberkulose erkrankte Rinder gelten als unheilbar!
Durch therapeutische Maßnahmen sind allenfalls vorübergehende Besserungen möglich. Versuche zur Impfung des Bestands mit Lebendvakzinen haben sich anscheinend nicht bewährt. Daher empfiehlt man die eindeutige Diagnose und anschließende sofortige Merzung der infizierten Rinder.

Günstig sollen bei Weidehaltung die Aufstallung der Tiere sein, die Umstellung von Saftfuttermitteln auf trockene, rohfaserreiche Rationen, eine ausreichende Mineralstoffversorgung, vor allem mit Calcium und Spurenelementen (Eisen!), sowie immunstimulierende, vorbeugende Maßnahmen (Immulon® Dr. Schaette, Kräuterfuttermittel, wie Ursonne Rinder Laktation oder Kräuterkraft Laktation). Auch das Aufkalken saurer Böden kann dem Auftreten von Krankheitsausbrüchen entgegenwirken. In gefährdeten Beständen, in denen Einzelfälle vorgekommen sind, sollten besondere hygienische Maßnahmen eingehalten werden! Kühe, die zum Kalben kommen, sind unmittelbar zur Geburt in einen hygienisch einwandfreien Abkalbestall zu bringen. Neugeborene Kälber sollten sofort von den Muttertieren getrennt und bis zum Alter von zwei Jahren von der Restherde separiert aufgezogen werden. Eine grundsätzliche, prophylaktische Neugeborenenversorgung, zum Beispiel mit Immulon® Dr. Schaette und VitaQuick® Kälber, ist unbedingt zu befürworten. Selbstverständlich ist in Problembetrieben nur Biestmilch von nachweislich paratuberkulose-freien Kühen (Tiefkühlreserve anlegen) zu verfüttern. Ansonsten ist die Biestmilch nach einem bestimmten Schema zu erhitzen. Der Kälberstall ist nur mit dafür reservierten Schuhen und Kleidung zu betreten. Zusätzlich ist darauf zu achten, dass eine Kontamination von Futtermitteln und Tränkewasser mit Kot vermieden wird. Gülle und Mist dürfen in gefährdeten Beständen nicht auf Weiden ausgebracht werden, kontaminierte Flächen sind mindestens 15 cm tief umzupflügen.

Alles ein Riesenaufwand mit nur bedingter Erfolgschance.
Auch hier zeigt sich, dass alle Vorbeugemaßnahmen, die die Abwehrlage der Tiere verbessern, den Therapiemöglichkeiten weit überlegen sind. Die Dr. Schaette Kräuter-Mineralfutter Ursonne Rinder Laktation sowie Ursonne Rinder Trockensteher oder Kräuterkraft Laktation sowie Immulon® Dr. Schaette und VitaQuick® Kälber setzen genau dort an.
Phosphorgaben zur Kalbung fördern die Vitalität der Kuh!
Dass Phosphor ein wichtiges Element im tierischen Organismus ist, dem in der Fütterung eine große Bedeutung zukommt, ist bekannt. Phosphor beeinflusst von allen Mineralstoffen die meisten biologischen Funktionen! 80 % dieses Elements sind im Körper in den Knochen und Zähnen eingelagert und geben diesen ihre Stabilität. Darüber hinaus befindet sich der Phosphor in jeder einzelnen Körperzelle und ist dort für die Energieübertragung zuständig. Auch in der Zellteilung sowie –differenzierung, als Bestandteil des Puffersystems im Blut und im Pansenstoffwechsel spielt dieses Element eine überragende Rolle. Phosphormangelsituationen in der Herde führen zu Gelenk- und Klauenproblemen, zu Fruchtbarkeitsstörungen, Immunschwäche und reduzierter Futteraufnahme.

Phosphor beeinflusst die Futteraufnahme
Liegen nur geringe Gehalte an Phosphor im Pansen vor, kommt es zu einem Rückgang der Futteraufnahme und damit bei Hochleistungskühen zu Problemen in der Energie- sowie Proteinversorgung. Die bekannten Phosphormangelsymptome führt man primär auf das Energiedefizit zurück. Hochleistungskühe müssen bereits mit Laktationsbeginn gut fressen, da sie sonst in Stoffwechsel-Schieflage geraten. Phosphorbedarf zur Kalbung besonders groß

Am Tag der Kalbung und bis 24 Stunden danach sinken die Phosphorgehalte im Blutserum dramatisch ab. Warum ist das so? Der Phosphorgehalt in der Milch liegt unabhängig von der Milchleistung relativ konstant bei knapp 1 Gramm pro Liter. Mit den genetisch verankerten hohen Einsatzleistungen kommt es bei Hochleistungskühen sowie bei Färsen zur Abkalbung zu einem plötzlichen, drastischen Absinken des Phosphor-Spiegels im Blut. Bereits in den letzten drei Wochen vor der Kalbung benötigt das Wachstum des Kalbes 3 Gramm Phosphor pro Tag, bei Kalbinnen, die noch nicht ausgewachsen sind (sinkendes Erstkalbealter), kommt der Körperansatz hinzu. Die Fütterung der Trockensteher ist auf vielen Betrieben suboptimal, auch die Jungviehaufzucht wird im Hinblick auf die Phosphorversorgung oft vernachlässigt, obwohl diese Tiere durch das rasche Wachstum des Skeletts einen entsprechenden Bedarf aufweisen. Wird den Tieren verschmutzte Silage verfüttert oder Eisen-reiches Brunnenwasser getränkt, bildet das Eisen zusammen mit dem Phosphor unlösliche Komplexe. Damit steht der Phosphor den Tieren nicht mehr zur Verfügung. Doch auch Stress- und Energiemangelsituationen verbrauchen Phosphor. Zudem fördert der zur Kalbung steigende Östrogenspiegel die Phosphoreinlagerung in den Knochen, der Phosphorspiegel im Blut sinkt. Zur Kalbung überkonditionierte Kühe tragen ein zusätzliches Risiko, Phosphormangelerscheinungen zu erleiden.

Verborgener Mangel mit schwerwiegenden Folgen
Im Unterschied zur Calcium-Mangelsituation nach dem Kalben ist der Phosphormangel weniger offensichtlich. Dies erschwert dem Landwirt die Diagnose. Während sich die hochakute Situation im atypischen Festliegen äußert (Kuh liegt fest, jedoch volles Bewusstsein, warme Ohren, Calciumgaben bewirken nichts), sind die Folgen des mit jeder Kalbung auftretenden Phosphormangels gravierend, jedoch weniger auffällig. Die Futteraufnahme der Tiere ist reduziert, was in dieser Phase schwerwiegende Folgen hat. Damit wird deutlich, dass jede Milchkuh zur Kalbung einen zusätzlichen Phosphor-Stoß benötigt!

Zum Laktationsstart gut mit Phosphor versorgte Kühe sind
o vitaler
o fressen besser nach dem Abkalben
o überstehen die Körperfettmobilisation problemloser

Durch hoch bioverfügbare Phosphorzubereitungen kann der Blut-Phosphor-Spiegel innerhalb kürzester Zeit wieder in den Normbereich angehoben werden. Ein guter Start in die Laktation ist elementar; vor allem in größer werdenden Herden geht kein Weg an der Prophylaxe vorbei. Die gezielte Verabreichung von Phosphorpräparaten zur Kalbung, wie PareSan® Phosphor mit über 45 g hoch bioverfügbarem Phosphor, sollte daher zur Standardversorgung gehören.

Zur gezielten Phosphorversorgung von Einzeltieren oder auch ganzer Tiergruppen empfiehlt sich die Zufütterung von PhosphorSan® B. Das Ergänzungsfuttermittel enthält neben schnell verfügbarem Phosphor und Magnesium zusätzlich stoffwechselanregende Kräuter-Wirkstoffkomplexe.

Wunden

Wunden – wann nehme ich was?
Kleinere Wunden gehören zu den Bagatellerkrankungen, die in der Nutztierhaltung häufig auftreten. Es besteht jedoch immer die Gefahr, dass Keime die Wunde als Eintrittspforte nutzen und dann Entzündungen hervorrufen. Daher sollten auch kleine Risse, Schnitte oder Schürfwunden frühzeitig behandelt und die Wundheilung gefördert werden. Gerade hier bieten sich die komplexen Phytotherapeutika an, die das Problem umfassend angehen und nicht nur desinfizierend wirken. Wunden und Hautprobleme können auch durch Flechten verursacht werden. Lesen Sie hierzu das Kapitel „Ektoparasiten und Haut“.

Blutige, eitrige Wunden,
wie sie an Klauen und an der Haut auftreten können, sind zur Desinfektion und zum Blutstillen zunächst mit verdünnter Wundstein-Essenz Dr.Schaette auszuwaschen. Bei entzündeten, schlecht heilenden Wunden, wie zum Beispiel dem Euterschenkel-Ekzem, empfiehlt sich begleitend die Gabe von Pyrogenium compositum inject zur Unterstützung der körpereigenen Abwehrkräfte.

Infektionen verhindern, Wundheilung fördern
Die Wund-Schutz-Salbe ist zum Schutz der Wunde und zur pflegenden Wundrandversorgung geeignet. Sie basiert auf Bienenprodukten, wie Honig, Bienenwachs, Propolis sowie wertvollen Pflanzenauszügen und fördert die Neubildung, Regeneration sowie den Schutz der Haut.

Bei frischen Wunden und Hautverletzungen,
zum Beispiel Hautabschürfungen, ist eine pflegende Wundversorgung wichtig. Wund-Pflege-Spray schützt die Wunde über biologische Pflegesubstanzen vor Belastungen von außen und regt sie zur eigenaktiven Regeneration an.
Euterschenkelekzem  woher kommt es & was macht man dagegen?
Das Euterschenkelekzem oder Zwischenschenkelgeschwür ist ein Problem, das vor allem bei Erstkalbinnen auftritt, die die hormonelle Umstellung von Trächtigkeit auf Laktation zum ersten Mal durchleben.

Häufig gibt es zunächst unter dem Einfluss des Hormons Oxytocin ein sehr starkes Aufeutern, wobei die Haut kräftig gespannt wird. Dadurch entstehen feine Risse im Gewebe. Mit dem Scheuern des voluminösen Euters in der Schenkelfalte kann es daraufhin in Verbindung mit dem vorherrschenden Schwitzklima zu Entzündungen kommen. Wir empfehlen in diesen Fällen, die nässenden und eitrigen Wunden mit verdünnter Wundstein-Essenz Dr.Schaette auszuwaschen und zu desinfizieren. Anschließend sollte zur Förderung der gesunden Hautfunktion das Wund-Pflege-Spray aufgesprüht werden. Sofern die Hautveränderungen trocken-schrundiger Art sind, bevorzugen viele Praktiker rückfettende Salben, wie die Wund-Schutz-Salbe.

Bei stark entzündeten, schlecht heilenden Wunden kombinieren wir diese Anwendung mit subcutanen Injektionen (2 x 10 ml/d) von Pyrogenium compositum inject über einige Tage hinweg. Dadurch wird die Abwehrkraft der Kuh gestärkt, die in der beginnenden Laktationsphase meist ein geschwächtes Immunsystem aufweist.

Zur Vorbeuge des Euterschenkelekzems bei Erstkalbinnen wäre es sinnvoll, die kritischen Hautpartien mit Wund-Schutz-Salbe einzureiben und das strapazierte Gewebe damit geschmeidig zu halten, Infektionen zu verhindern und die Hautneubildung zu fördern.

Atemwege Schwein

Atemwege – wann nehme ich was?
Erkrankungen der Atemwege sind ein häufiges Problem sowohl im Bereich der Schweinezucht als auch der Schweinemast. Als Ursache kommen zum einen die Belastung durch Staub, Schadgase und das Klima (Temperaturschwankungen) in Frage, zum anderen tragen Bakterien und Viren ihren Teil dazu bei.

Bei Atemwegsproblemen handelt es sich in der Regel um Faktorenerkrankungen, d. h. erst durch das Zusammentreffen verschiedener Faktoren kommt es zur Erkrankung. Die betroffenen Tiere zeigen Symptome, wie Husten, erhöhte Atemfrequenz, Appetitlosigkeit sowie Mattigkeit und fallen durch reduzierte Leistung auf.

Zur Minderung der Erreger-Ausbreitung im Stall hat sich das Versprühen von Eucanel® bewährt. Da die Übertragung der Grippeviren mittels Tröpfcheninfektion über die Stallluft erfolgt, sollte der Infektionsweg bereits in Perioden erhöhter Belastung sowie bei den ersten Krankheitsanzeichen durch Versprühen von Eucanel® unterbrochen werden. Diese spezielle Mischung ätherischer Öle konnte in Versuchen 85 – 90 % der Erreger in der Stallluft abtöten. Das Einatmen der ätherischen Öle erleichtert zudem die Atmung.

Ist die Influenza bereits ausgebrochen, empfehlen wir, zur Stärkung der Atemwege und des Immunsystems eine Kombination aus Bronch-Arom® B und Urkraft Stressfrei & Vital über das Futter zu verabreichen. Die ätherischen Öle in Bronch-Arom® B unterstützen effektiv die Atemwegsfunktionen, sind keimwidrig und dienen der Appetitanregung. Ein- bis zweimalige Gaben der Urkraft Stressfrei & Vital pro Woche stärken durch Vitamine und Kräuterextrakte zusätzlich das Immunsystem.

Zur Behandlung einzelner Tiere, und um den Einsatz von Antibiotika zu reduzieren, kann Pyrogenium compositum oral zur Aktivierung der körpereigenen Abwehrkräfte verabreicht werden. Eine gleichzeitige oder zusätzliche antibiotische Behandlung ist möglich. Zur Anregung des Appetits und zur Vitalisierung kann Coffea praeparata oral gegeben werden.

Vorbeugung und unterstützende Maßnahmen
Um Ihre Schweine gesund zu erhalten, ist es entscheidend, den Keimdruck im Stall möglichst gering zu halten und insbesondere auch das Immunsystem der Tiere zu stärken. Denn die körpereigene Abwehr ist im Gegensatz zu Antibiotika auch in der Lage, Viren (z. B. Influenza, Circo) abzutöten. In Zeiten erhöhter Anfälligkeit hat sich die Gabe von Urkraft Stressfrei & Vital (ein- bis zweimal pro Woche) bewährt. Der Vitaminstoß in Kombination mit stoffwechselanregenden Kräuterextrakten unterstützt das Immunsystem und wirkt vitalisierend. Zur Stärkung der Atemwege wird Bronch-Arom® B ins Futter gemischt.

Als Starthilfe für Neugeborene, zur Stärkung der Widerstandskräfte sowie zur Stabilisierung der Darmflora, erhalten vor allem die leichteren Ferkel eines Wurfes in den ersten Stunden nach der Geburt je einen Pumpstoß Vita-Quick® Ferkel, direkt ins Maul. Die Gabe kann vor Stresssituationen, wie Impfungen, Absetzen oder Umstallen wiederholt werden.

Zur Vertiefung der Atmung und zur Vitalisierung der Tiere werden sofort nach der Geburt 2-3 Pumpstöße Atembrise auf die Nase der Ferkel gesprüht. Der dadurch ausgelöste Niesreiz befreit die Atemwege von Schleim und Sekreten.
Natur als Appetitanregung
Hohe Mischgenauigkeit und einfache Dosierung kennzeichnen das Ergänzungsfuttermittel Bronch-Arom® B aus natürlichen Aromastoffen.

Bei gereizter Nase vergeht auch Schweinen schlicht der Appetit. Schadgase, Staub und eine Vielzahl von Erregern belasten Tiere und führen häufig zu Primär- oder Sekundärinfektionen. Hier setzt die SaluVet mit einer natürlichen Aromastoff-Vormischung auf der Basis ausgesuchter ätherischer Öle an. Bronch-Arom® B Pulver erleichtert insbesondere selbst mischenden Betrieben das Handling erheblich. Die wertbestimmenden ätherischen Öle werden an den Trägerstoff Kieselgur gebunden. Das Produkt beruht auf einer Mischung hoch konzentrierter ätherischer Öle natürlicher Herkunft und enthält unter anderem Eukalyptus-, Thymian- und Anisöl. Diese schmackhafte Mischung aus wertvollen Aromastoffen ist für die Tiere appetitanregend und wohltuend. Die ätherischen Öle leisten einen wertvollen Beitrag im Hinblick auf die tägliche Herausforderung im Kontakt mit Belastungen. wie Schadgasen und Staub.

Günstiger Einsatz
Dosiert wird die Futtermittel-Vormischung mit nur 600 Gramm auf eine Tonne Futter. Für die dreiwöchige Aufzuchtphase von Ferkeln bis zur sechsten Lebenswoche entstehen so Kosten von nur wenigen Cent pro Tier. Dem stehen ein gesunder Appetit und stabile Leistung dank der Gesundheitsvorsorge gegenüber.

Durchdachte Verpackung
Hohe Produktqualität und praxisgerechter Einsatz werden seit jeher im Hause der SaluVet GmbH groß geschrieben. So wird Bronch-Arom® B nur in Spezialbehälter abgefüllt, die die Diffusion der leicht flüchtigen ätherischen Öle verhindern.

Fruchtbarkeit

Fruchtbarkeit – wann nehme ich was?
Fruchtbarkeitsstörungen sind ein häufiges Problem in der modernen Sauenhaltung. Die Ursachen können vielfältig sein. Nahezu jeder Mangel an Nähr- und Vitalstoffen, Licht, Bewegung usw. kann zu Schwierigkeiten bei der Belegung führen. Je mehr Ferkel eine Sau aufzieht, umso höher ist die Herausforderung für den Stoffwechsel.

Fruchtbarkeitsstörungen
sind verbunden mit fehlender oder schwacher Rausche, was in einer erhöhten Umrauschquote resultiert. In solchen Fällen hat sich die Zufütterung von Urkraft Fruchtbarkeit vom Tag des Absetzens bis zum Eintritt der Rausche bewährt. Die Kombination aus hoch dosierten Vitaminen (ß-Carotin, Vitamine A, D3, E) und einem speziell entwickelten Kräuter-Wirkstoffkomplex führt dazu, dass der Gesamtstoffwechsel angeregt und die Durchblutung der Geschlechtsorgane gefördert wird. Durch die Zufütterung von Urkraft Fruchtbarkeit werden bei weiblichen Tieren die natürlichen Brunstsymptome verstärkt. Bei männlichen Tieren wird der Geschlechtstrieb angeregt.

Zur Stärkung des Immunsystems und Aufrechterhaltung der Leistungsfähigkeit besonders in Situationen mit hohen Anforderungen hat sich die Gabe von Urkraft Stressfrei & Vital bewährt. Damit erhalten die Tiere ein- bis zweimal pro Woche einen Vitaminstoß und sind dadurch vitaler und widerstandsfähiger. Die zusätzlich enthaltenen Kräuterextrakte wirken sich positiv auf die Verfügbarkeit der Vitamine aus und regen den Stoffwechsel, insbesondere die Leberfunktion, an.

Gelenke

Gliedmaßen und Gelenke – wann nehme ich was?
Ursachen für Gelenkentzündungen sind nicht nur im Bereich der Aufstallung zu suchen. Auch die Fütterung sowie eine hohe Stoffwechsel- und Leberbelastung können dafür verantwortlich sein. Bei wiederkehrenden Gelenkproblemen im Tierbestand sollte daher eine Stoffwechselanregung angestrebt werden. Gelenkentzündungen können ferner in Folge von Klauenerkrankungen durch aufsteigende Keime entstehen oder durch einseitige Belastung bzw. Überbeanspruchung von Gelenken und Sehnen.

Akute Gelenkentzündungen
mit heißen und geschwollenen Gelenken sind möglichst umgehend zu kühlen! CoolSpray senkt als Erste-Hilfe-Maßnahme die Oberflächentemperatur der Haut, der enthaltene Arnika-Extrakt trägt zur Schmerzlinderung bei. Alternativ kann Benacet aethericum Acetatmischung als Paste angerührt auf die betroffene Partie aufgetragen werden. Neben dem kühlenden Effekt der essigsauren Tonerde wirkt Arnika entzündungshemmend sowie leicht schmerzlindernd – und das ohne Wartezeit. Ergänzend haben sich bei allen Formen von Gelenkentzündungen Gaben von Pyrogenium compositum oral zur Unterstützung der körpereigenen Abwehrkräfte bewährt.

Bei aufgelegenen, aufgescheuerten Gelenken mit verletzten Hautbereichen sollte zur Vermeidung einer Wundinfektion Wund-Pflege-Spray oder KlauSan®-Pflege-Spray angewendet werden.

Chronische Gelenkentzündungen
sind vor allem durch eine geringe Schmerzhaftigkeit und eingeschränkte Funktion gekennzeichnet. Da diese Form immer wieder auftritt, kommt der Vorbeuge und der Nachbehandlung eine große Bedeutung zu. Die Anregung der Durchblutung von Gelenken, Muskeln und Sehnen übt einen positiven Effekt auf die Gelenkfunktion aus. Zu diesem Zweck wird GelenkFluid großflächig im Bereich des betroffenen Gelenks einmassiert.

Magen und Darm

Magen-Darm – wann nehme ich was?
Einen frühzeitigen Schutz bereits für Neugeborene bietet Vita-Quick® Ferkel, das den Ferkeln am ersten und dritten Lebenstag sowie vor besonderen Stresssituationen, wie dem Absetzen oder Umstallen, verabreicht werden kann. Vita-Quick® Ferkel enthält neben Vitaminen spezielle Fructooligosaccharide (FOS), die als Präbiotikum die positive Darmflora stärken. Krankmachende Bakterien haben somit weniger Raum, um sich auszubreiten.

Zur Stabilisierung der Darmflora und Vermeidung fütterungsbedingter Absetzdurchfälle bietet sich die vorbeugende Verabreichung vom EuDigest® an. Zudem sollte je nach Alter der Tiere Kräuterkraft Aufzucht & Verdauung oder Kräuterkraft Mast in das Futter eingemischt werden. Die darin enthaltenen Kräuter-Wirkstoffkomplexe sind verdauungsfördernd und appetitanregend. Ferkel und Mastschweine werden von innen heraus gestärkt und sind weniger krankheitsanfällig. Die Gruppen entwickeln sich gleichmäßiger, ein „Auseinanderwachsen“ wird reduziert. Zur Vorbeugung und beim Auftreten akuter Durchfälle kann Durchfallpulver Dr. Schaette über das Futter verabreicht werden. Das darin enthaltene Eichenrindenpulver ist antibakteriell und entzündungshemmend, während das Holzkohlenpulver dafür bekannt ist, Giftstoffe zu binden. Diese werden so unschädlich gemacht und über den Darm ausgeschieden, damit der Organismus nicht belastet wird.

Bei mangelnder Fresslust und Störung der Magen-Darm-Motorik ist das Arzneimittel Coffea praeparata oral zur Einzeltierbehandlung ideal geeignet.

Verstopfungen bei der Sau, die in MMA münden können, werden durch eine einmalige Gabe von ColoSan® zwei bis drei Tage vor dem errechneten Abferkeltermin über das Maul, behandelt.
Sauen-Verdauung mild regeln – MMA vorbeugen
Im Geburtszeitraum stellt zu fester Kot oder gar Verstopfung bei Sauen immer wieder ein Problem mit weitreichenden Folgen dar.

Denn eine mangelnde Aktivität des Darmes ist Wegbereiter für die Entstehung von Vergiftungen: Toxine, die eigentlich zur Ausscheidung kommen sollten, bleiben länger im Verdauungssystem und gelangen über die gedehnte Darmwand in die Blutbahn. Diese Anflutung von Giftstoffen kann eine MMA-Erkrankung hervorrufen.

Der MMA-Komplex steht für
• Mastitis = Gesäugeentzündung
• Metritis = Gebärmutterentzündung und
• Agalaktie = Milchmangel

Es müssen dabei nicht zwangsläufig alle drei Krankheitsbilder gleichzeitig auftreten, häufig kommt es aber zu einer Kombination. Typische Symptome der betroffenen Muttersauen sind Fieber, Appetitlosigkeit und Vaginalausfluss. Außerdem leiden die neugeborenen Ferkel unter dem Milchmangel und magern ab.

ColoSan® – mit der Kraft der Natur

In einem Versuch (L. Leon et al., 2006) sollte geklärt werden, ob ColoSan®, ein natürliches Präparat auf Basis von Kümmel-, Anis- und Fenchelöl, den trägen Sauen-Darm in dieser kritischen Phase auf Trab halten kann und damit auch MMA vorbeugt.

Das traditionelle Tierarzneimittel ColoSan® wird seit über 50 Jahren mit sehr gutem Erfolg bei Rindern und Pferden zur Behandlung von Magen-Darmstörungen und futterbedingten Blähungen eingesetzt. Es basiert im Wesentlichen auf den ätherischen Ölen der Heilpflanzen Kümmel, Anis und Fenchel, ist frei verkäuflich und mit keiner Wartezeit belegt. Das Wirkprinzip beruht auf den Erkenntnissen der Phytotherapie, die insbesondere Kümmelöl eine krampflösende Wirkung zuschreibt. Zudem haben die genannten ätherischen Öle generell eine leicht antimikrobielle Wirkung.

Versuchsbeschreibung
Durchgeführt wurde der Versuch auf einem Praxisbetrieb mit 400 Sauen im Münsterland. Die tragenden Sauen werden dort in Gruppen gehalten und flüssig gefüttert. Nach dem Umstallen in die Abferkelabteile wird auf Trockenfutter umgestellt. Ein Teil der Sauen auf dem Betrieb weist vor der Geburt einen reduzierten Kotabsatz auf. Ausschließlich Tiere mit diesem Problem wurden in den Versuch genommen und zufällig auf die beiden Versuchsgruppen „ColoSan®“ und „Kontrolle“ verteilt. Die Kontrollgruppe wurde keiner Behandlung unterzogen, die Versuchsgruppe erhielt ColoSan® einmalig zwei bis drei Tage vor dem errechneten Geburtstermin. Vor der Applikation wurde das Gewicht der Tiere geschätzt und eine Dosierung von 0,3 ml/10 kg Lebendgewicht vorgenommen. Das Präparat wurde nach der Fütterung mit Hilfe einer Dosierspritze direkt in die Backentasche verabreicht. Die Tiere nahmen es problemlos auf und vertrugen es sehr gut.

In der Praxis gilt die Kotkonsistenz als Maßstab für die Darmmotilität. Deshalb wurde der Kot der Tiere über einen Zeitraum von zehn Tagen bonitiert, beginnend vier Tage vor dem errechneten Geburtstermin. Die Bonitierung wurde optisch vorgenommen und sah wie folgt aus:

Note -1 = breiiger Kot
Note 0 = normale Kotkonsistenz
Note 1 = fester Kot
Note 2 = sehr fester Kot
Note 3 = Verstopfung

In die Auswertung aufgenommen wurden Tiere, deren Kot vier Tage vor dem errechneten Geburtstermin mit den Noten 1, 2 oder 3 bewertet wurde. Insgesamt waren dies 66 Sauen, je 33 Tiere aus der Versuchs- und der Kontrollgruppe.

Ergebnisse der Studie

1. Bessere Kotkonsistenz
Der Kot der Sauen aus der Versuchsgruppe „ColoSan®“ weist nach der Applikation des Präparates eine verbesserte (= weichere) Kotkonsistenz auf. Am ersten und am zweiten Tag nach der Geburt sind signifikante Unterschiede zwischen Versuchs- und Kontrollgruppe vorhanden, die eine deutlich bessere Darmmotilität der Versuchsgruppe belegen.

2. Weniger Vaginalausfluss der Sauen, besser Zunahmen bei den Ferkeln
Die Sauen der Versuchsgruppe hatten zudem weniger Vaginalausfluss: Bei der Kontrollgruppe war bei insgesamt 50 % der Sauen Vaginalausfluss über einen Zeitraum von fünf Tagen nach dem Abferkeln zu verzeichnen. Bei der ColoSan®-Gruppe waren es 41 %.

Gleichzeitig war die Produktionsleistung der Versuchsgruppe tendenziell besser, die neugeborenen Ferkel verzeichneten vier Prozent höhere Tageszunahmen. Dies kann insgesamt auch auf die verbesserte Darmtätigkeit zurückgeführt werden, die einen besseren Gesundheitsstatus zur Folge hat.

Fazit
Der Versucht zeigt, dass die einmalige Anwendung des Phytotherapeutikums ColoSan® zu einem verbesserten Kotabsatz bei Sauen im Geburtszeitraum führt. Dieser Effekt trägt dazu bei, die Sauengesundheit zu fördern, Folgeerkrankungen wie MMA durch verzögerten Kotabsatz oder Verstopfung können vermieden werden. Der Einsatz des natürlichen Präparates ist damit eine effektive Maßnahme um den Einsatz von herkömmlichen Medikamenten zu reduzieren.

Stoffwechsel

Stoffwechsel – wann nehme ich was?
Damit Ihre Schweine täglich beste Leistungen erbringen können, sind optimale Stall-, Fütterungs- und Managementbedingungen notwendig. Häufig kommt es vor, dass die Tiere trotz scheinbar optimaler Bedingungen ihr Potential nicht abrufen können, weil der Stoffwechsel überlastet ist. Die Tiere sind dadurch anfälliger für Erkrankungen und zeigen reduzierte Leistungen. In diesen Fällen gilt es, die Schweine von innen heraus zu stärken bzw. den Stoffwechsel zu entlasten.

Bei akuten Störungen des Stoffwechsels
oder in Phasen erhöhter Belastung, wie im Zeitraum um das Abferkeln, eignet sich die kurzfristige und kurmäßige Zufütterung von Kräuterkraft Stoffwechsel. Dieses Ergänzungsfuttermittel ist ideal bei Störungen der Leber- und Nierenfunktion, allgemeinen Schwächezuständen sowie bei Appetitlosigkeit. Die in Kräuterkraft Stoffwechsel enthaltenen Kräuter sprechen speziell Leber, Nieren sowie das Verdauungssystem an und fördern effektiv die Entschlackung und Entgiftung des Körpers. Kranke und gestresste Tiere kommen so schneller wieder auf die Beine.

Sofern neben einer allgemeinen Stoffwechselanregung auch ein Aufbau der Vitaminreserven angezeigt ist, empfiehlt sich ein- bis zweimal pro Woche die Gabe von Urkraft Stressfrei & Vital.

Eine kontinuierliche Stoffwechselentlastung
wird durch die tägliche und dauerhafte Gabe von Kräuter-Ergänzungsfuttermitteln erreicht. Durch die Zugabe von Kräuterkraft Aufzucht & Verdauung, Kräuterkraft Mast und Kräuterkraft Zucht sind die Schweine insgesamt ausgeglichener, widerstandsfähiger und erholen sich nach Erkrankungen schneller.
Ferkel profitabel stärken
In der Studie des Schweinegesundheitsdienstes der Landwirtschaftskammer Niedersachsen (Dr. Delbeck, 2007) wurde untersucht, wie sich die Fütterung des Kräuter-Ergänzungsfuttermittels „Kräuterkraft Aufzucht & Verdauung“ auf die Gesundheit und Leistungsfähigkeit von Ferkeln auswirkt.

Für die praktische Versuchsdurchführung wurde ein Ferkelaufzuchtbetrieb mit zwei nebeneinander liegenden Ställen mit jeweils zwei Abteilen ausgewählt. Somit hatten die Versuchs- und Kontrollgruppen pro Stall gleiche Umgebungsbedingungen, unterschiedliche äußere Einflüsse konnten ausgeschlossen werden.

Es wurden 2 Durchgänge mit jeweils 2 Versuchs- und Kontrollgruppen mit insgesamt 1510 Ferkeln untersucht. Die Ferkel wurden in beiden Gruppen mit einem Einstallgewicht von durchschnittlich 6,6 kg eingestallt und bis zu einem Gewicht von 26 kg aufgezogen Die Tiere der Versuchs-Gruppe erhielten über den gesamten Zeitraum 2 kg Kräuterkraft Aufzucht & Verdauung je Tonne Futter zugemischt.

Ergebnisse der Studie:
Die Ferkel aus der Kräuter-Gruppe erzielten höhere Tageszunahmen, wodurch sich die Aufzuchtdauer um vier Tage verkürzte. Außerdem erkrankten weniger Tiere an Durchfall und die Ferkel waren insgesamt vitaler.

Ökonomisch betrachtet bedeuten höhere Zunahmen direkt ein besseres Betriebsergebnis. Durch eine bessere Gesundheit können zudem Kosten für Medikamente eingespart werden.

Zusätzlich zu den „harten Fakten“ konnte in der Studie sowie auch in der Praxis beobachtet werden, dass durch die Fütterung von Kräuterkraft Aufzucht & Verdauung die Ferkel vitaler und widerstandsfähiger sind, Stresssituationen besser wegstecken und Erkrankungen schneller überwinden. Außerdem entwickeln sich die Tiergruppen gleichmäßiger und es bleiben weniger Kümmerer zurück.
Optimale Starthilfe für Ferkel
Ein milder Geschmack und eine Mischung aus ätherischen Ölen kennzeichnen das Produkt Vita-Quick® Ferkel der SaluVet GmbH, Bad Waldsee.

Vita-Quick® Ferkel setzt konsequent auf die Stabilisierung der Darmflora und der körpereigenen Widerstandskräfte. Deshalb verzichtet das Produkt auf den Einsatz von artfremden Immunglobulinen, die in der Regel aus Kuhkolostrum oder Hühnereiweiß gewonnen werden.

Die Rezeptur von Vita-Quick® Ferkel basiert auf drei Bausteinen: Zum einen setzt die Rezeptur auf eine Mischung spezieller ätherischer Öle, die sich bestens ergänzen: Oreganum- und Citronellöl steigern den Appetit, Pfefferminzöl verhilft dem Tier zu einem wohligen Darmgefühl. Zudem unterstützt ein hochwirksames Prebiotikum die Entwicklung einer gesunden Darmflora. Ein ACE-Vitaminkomplex rundet das Startpaket für neugeborene Ferkel ab.

Hohe Akzeptanz – Einfache Anwendung
Vita-Quick® Ferkelist gekennzeichnet durch einen milden Geschmack und eine hohe Akzeptanz bei den Tieren. Ein einziger Pumpstoß reicht, um insbesondere die leichteren Ferkel eines Wurfs beim Start ins Leben zu unterstützen. Weitere Gaben am dritten Lebenstag sowie zum Absetzen helfen den Ferkeln über die ersten Stressphasen hinweg und unterstützen nachhaltig Vitalität und gesunde Entwicklung. Das Spendersystem vereinfacht das Handling und gestaltet den Einsatz des Produktes stressfrei für Mensch und Tier. Vita-Quick® Ferkel hilft Ferkeln, indem die Darmflora gekräftigt, der Appetit gesteigert und die Vitalität unterstützt wird.
Untertemperatur bei der Sau
Nicht nur erhöhte Körpertemperatur und Fieber im Zusammenhang mit dem MMA-Syndrom machen dem Ferkelerzeuger gelegentlich Sorgen. Vereinzelt kann es auch zur Untertemperatur bei der Sau kommen.

Sind vor allem die Sauen direkt nach dem Abferkeln betroffen, ist die Wahrscheinlichkeit eines akuten Calciummangels gegeben. Handelt es sich dagegen um Tiere in allen Produktionsstadien, so wäre auch an eine Vergiftung zu denken, die zu Kreislaufinsuffizienz, abfallendem Blutdruck und sinkender Körpertemperatur führt. Vergiftungserscheinungen wären beispielsweise durch Mykotoxine, Kupfer oder Phenole möglich. In jedem Falle wäre es sinnvoll, zur Abklärung einer potentiellen Vergiftung die Leberwerte durch den Tierarzt bestimmen zu lassen.

Verbreitete Mykotoxine in Futtermitteln sind die Aflatoxine, Ochratoxine, Fumonisine und Zearalenone. Sie schädigen massiv die Leber, greifen die Nieren oder Nerven an und wirken fruchtbarkeitsschädigend. Dosierungen von 0,3-0,5 % Urkraft ToxFit in der Tagesration der Sauen oder Ferkel mindern die schädlichen Einflüsse von Toxinen im Futter und unterstützen gleichzeitig die Entgiftungsorgane. Treten begleitend zur Untertemperatur der Sau Durchfälle auf, besteht die Möglichkeit eines septischen Schocks durch Endotoxine, wie bei Salmonellose oder Coli-Intoxikation.

Ähnliche Schockbilder mit Untertemperatur, blasser, kühler Haut, blassen Schleimhäuten, unter Umständen auch Festliegen und Hechelatmung sowie gelegentlich Organblutungen (Nieren!) kennt man aus der Vergangenheit auch nach Verabreichung von PMSG-haltigen Serumpräparaten zur Brunstsynchronisation.

Eine weitere Ursache der Untertemperatur könnte auch die Maulbeerherzkrankheit sein, für die ein Selen- bzw. Vitamin E-Mangel verantwortlich ist. Hier wäre vor allem der Peroxidgehalt des Futters zu überprüfen oder Blutproben der Sauen zu ziehen. Peroxidierte Fette, wie sie in Futtermitteln vorkommen, die reich an ungesättigten, langkettigen Fettsäuren sind (Fischöle etc.), können das Vitamin E oder Selen im Futter zerstören bzw. binden. Damit stünde es den Tieren nicht mehr zu Verfügung. Neben der Untertemperatur wären Apathie, Fressunlust, schwankender Gang, Blässe sowie eventuell bläulich verfärbte Ohren und Muskelzittern typische Krankheitssymptome.

Während man latenten Vergiftungserscheinungen durch eine Stoffwechselanregung mit Kräuterkraft Stoffwechsel entgegenwirken kann, eignet sich bei Untertemperatur und Kreislaufstörungen der Einsatz von Coffea praeparata oral, um den Allgemeinzustand zu verbessern.
Zuchtsauen effektiv und natürlich stärken
Nahezu jede Zuchtsau bewältigt pro Jahr circa 2,3 Würfe. Dies bedeutet vor allem in der Säugezeit eine enorme Belastung für das Tier.

Zwischen dem Absetzen und dem erneuten Belegen sollte es deshalb das Ziel sein, die Sau wieder in Kondition zu bringen. Hierzu kann dem Futter Kräuterkraft Stoffwechsel beigemengt werden. Dieses Ergänzungsfuttermittel dient zur Anregung des Gesamtstoffwechsels und hilft, den Appetit der Tiere anzuregen. Darüber hinaus wird gezielt die Leberfunktion stimuliert.

Sofern die Sau Probleme bei der Wiederaufnahme (Besamung) hat, sollte ab dem Absetzen der Ferkel bis zum Eintritt der Rausche Urkraft Fruchtbarkeit zugefüttert werden. Diese fördert die Fruchtbarkeit umfassend durch einen spezifischen Kräuter-Wirkkomplex.

Zur Anregung des Stoffwechsels sowie der Abwehrkräfte über alle Phasen hinweg ist das Kräuterfuttermittel Kräuterkraft Zucht geeignet. Durch eine langfristige Regulierung der Stoffwechselprozesse wirkt es unter anderem milchbildungsfördernd und appetitanregend.

Urkraft Stressfrei & Vital zur gezielten Unterstützung der Sau während der Säugezeit hilft dem Tier durch Vitamine und spezifische Kräuterextrakte, stressige Situationen besser zu überstehen. Es versteht sich, dass das Management grundsätzlich den Phasen der Sau angepasst werden muss, damit sie zu jedem Zeitpunkt optimal versorgt ist.

Wunden

Wunden – wann nehme ich was?
Kleinere Wunden gehören zu den Bagatellerkrankungen, die in der Nutztierhaltung häufig auftreten und sind meist nicht weiter schlimm. Es besteht jedoch immer die Gefahr, dass Keime die Wunde als Eintrittspforte nutzen und dann Entzündungen hervorrufen. Besonders im Saugferkelbereich sollten Schürfwunden und andere kleinere Verletzungen sofort behandelt und die Wundheilung gefördert werden, um etwa eine Streptokokken-Infektion zu verhindern.

Bei frischen Wunden und Hautverletzungen, zum Beispiel Hautabschürfungen oder nach der Kastration, ist eine desinfizierende wie auch pflegende Wundversorgung wichtig. Wund-Pflege-Spray bildet einen schützenden, aber luftdurchlässigen Film und regt die Haut zur Regeneration an. Bei Verletzungen durch Schwanzbeißen wird alternativ auch KlauSan®-Pflege-Spray verwendet. Das Spray haftet gut auf der Wunde. Durch die blaue Farbe ist leicht zu erkennen, welche Tiere bereits behandelt wurden, und ob eine wiederholte Anwendung notwendig ist.

Blutige, eitrige Wunden, wie sie an Klauen und an der Haut auftreten können, sind zur Desinfektion und zum Blutstillen zunächst mit verdünnter Wundstein-Essenz Dr.Schaette auszuwaschen. Im Klauenbereich eignet sich zur anschließenden Wundversorgung das KlauSan®-Pflege-Spray. Bei entzündeten, schlecht heilenden Wunden empfiehlt sich begleitend die Gabe von Pyrogenium compositum oral zur Unterstützung der körpereigenen Abwehrkräfte.

Auf schorfige, schrundige Wunden sollte die Wund-Schutz-Salbe auf der Basis von Johanniskrautöl, Bienenprodukten und Kräuterauszügen aufgebracht werden. Sie schützt die Wunde und dient der pflegenden Wundrandversorgung.

Atemwege Pferd

Atemwege – wann nehme ich was?
Besonders im Winterhalbjahr leiden viele Pferde unter Atemwegserkrankungen. Diese zeigen sich anfangs meist in Form von Husten und Verschleimung. Doch auch ein abgeschlagen wirkendes Pferd ist ein Warnsignal. Denn auch scheinbar harmlose Symptome können sich zu schweren Erkrankungen wie z. B. einer Lungenentzündung, ausweiten.

Husten und Verschleimung
Leidet das Pferd unter Atembeschwerden, Husten und wirkt insgesamt angeschlagen, so ist eine kurmäßige Verabreichung der Kräuterkraft Bronchial hilfreich. Die darin enthaltenen 82 % Kräuter-Wirkstoff-Komplex wirken krampf- und schleimlösend. Darüber hinaus wird das Wohlbefinden des Pferdes durch appetit- und ausscheidungsanregende sowie stoffwechselunterstützende Kräuter gesteigert.

Chronische Atemwegsbeschwerden
Hierbei handelt es sich um eine beständige Entzündung, welche die Atemwege und das Gewebe dauerhaft verengt, schädigt und mit verfestigtem Schleim besetzt. In diesem Fall kommt es zunächst darauf an, die Ursachen zu eruieren und anschließend zu beseitigen. Das können beispielsweise Stress, zu große Anstrengung, kontaminiertes Grundfutter oder auch Staubbelastung sein, die es zu reduzieren gilt. Eine allgemeine Stärkung der Abwehrkraft und des Stoffwechsels sowie der Atemwege beim Pferd ist durch regelmäßige Gaben der Kräuterkraft Bronchial zu bewirken.

Vorbeuge und unterstützende Maßnahmen
Die Stärkung des Immunsystems besitzt bei drohenden Erkrankungen oberste Priorität. Das gilt vor allem auch bei Viruserkrankungen, denn die körpereigene Abwehr ist im Gegensatz zu den Antibiotika auch in der Lage, Viren abzutöten. In Zeiten erhöhter Anfälligkeit kann das Ergänzungsfuttermittel Urkraft Stressfrei & Vital zur allgemeinen Stärkung der Abwehrkräfte gegeben werden. Darüber hinaus unterstützt es den Aufbau von Vitaminreserven und regt den Stoffwechsel an. Um bei neugeborenen Fohlen eine gesunde, kräftige und freie Atmung zu gewährleisten, empfehlen wir die Anwendung der Atembrise. Diese fördert eine kräftige sowie freie Atmung und sollte direkt nach der Geburt auf die Nase gesprüht werden. Das Spray unterstützt die Atemwegsfunktionen durch seine entkrampfenden Eigenschaften und regt die Sekretionsbildung an.

Verminderung der Erreger-Ausbreitung
Die Übertragung der Erreger von Atemwegserkrankungen erfolgt unter anderem mittels Tröpfcheninfektion über die Luft. Daher sollte dieser Infektionsweg bereits in Perioden erhöhter Belastung sowie bei den ersten Krankheitsanzeichen mittels Versprühen von Eucanel® unterbrochen werden. Diese spezielle Mischung ätherischer Öle war in Versuchen in der Lage, 85 - 90 % der Erreger in der Stallluft abzutöten. Zusätzlich erleichtert das Einatmen der ätherischen Öle die Atmung.
Atemwegserkrankungen des Pferdes
In den letzten Jahren nehmen hartnäckige Atemwegserkrankungen beim Pferd zu. Dies ist zum einen auf vermehrte Ansammlungen von Pferden bei Reitsport-Veranstaltungen zurückzuführen. An diesen Orten besteht für die Tiere ein erhöhtes Infektionsrisiko. Hinzu kommt der Leistungs- und Transportstress, der sich schwächend auf das Immunsystem auswirkt.

Auf der anderen Seite führt auch die vorwiegende Stallhaltung vieler Pferde zu einer erhöhten Anfälligkeit für Krankheitserreger. Darüber hinaus wird eine zunehmende Virulenz mancher Erreger für Atemwegserkrankungen diskutiert. Doch ein Virus allein macht noch keine Erkältung – es muss immer eine Abwehrschwäche hinzukommen.

Atemwegskrankheiten treten sowohl in akuter als auch chronischer, häufig auch allergischer Ausprägung auf. Da die Übergänge zwischen einer einfachen Erkältung und einer hochinfektiösen Pferdegrippe fließend sind, und man beim Pferd immer befürchten muss, dass sich eine zunächst harmlos erscheinende Erkrankung zu einer chronischen Form (Dämpfigkeit!) ausweitet, ist generell jede Erkältung und jeder Husten ernst zu nehmen.

Anzeichen für Atemwegserkrankungen können zunächst Fieber, Schüttelfrost, verschlechtertes Wohlbefinden, erhöhter Puls sowie verminderte Fresslust sein, später folgen Nasenausfluss und Husten.

Da es sich bei den Verursachern der Atemwegserkrankungen um hochinfektiöse Erreger handelt, sollte das erkrankte Tier umgehend von den gesunden Pferden getrennt werden. Ganz wichtig ist eine ausreichende Frischluftzufuhr, ideal ein Offen- bzw. Kaltstall, jedoch sollte keine Zugluft entstehen. Die Fütterung sowie das Aufschütteln von staubigem Heu ist unbedingt zu vermeiden, da Staub die Atemwege unnötig reizt, in diesen zu Verengungen und zu Verschleimungen führt. Daher sollte besonders staubiges Futter oder Einstreumaterial, wie Heu und Stroh, zunächst zur Staubbindung angefeuchtet werden. Auch Stallgassen sind idealerweise vor dem Fegen anzufeuchten.

Je nach Schweregrad der Atemwegsproblematik sollte der Tierarzt zu rate gezogen werden. Grundsätzlich ist das Verabreichen der Kräuterkraft Bronchial für die Krampflösung und Abschwellung der Bronchialschleimhaut empfehlenswert. Steht das Pferd in einem Stall mit anderen Artgenossen, so ist das feine Vernebeln oder Versprühen von Eucanel® zur Stallluftdesinfektion und Verringerung des Ansteckungsrisikos durch Tröpfcheninfektion sinnvoll. Im Winterhalbjahr ist zusätzlich auf eine ausreichende Vitaminversorgung und Förderung der Abwehrkräfte sowie Stärkung des Stoffwechsels durch Urkraft Stressfrei & Vital zu achten.

Kranke Pferde brauchen unbedingt Ruhe, denn akute Atemwegserkrankungen belasten massiv Herz und Kreislauf. Jedoch sollte bei einer reinen Boxenhaltung darauf geachtet werden, dass das Pferd ausreichend frische Luft bekommt. Man sollte nach Abklingen der Krankheitssymptome erst langsam wieder mit leichter Arbeit beginnen. Noch weit darüber hinaus ist der Gesundheitszustand stetig durch Fiebermessen zu kontrollieren und die Belastung in langsamen Schritten zu steigern.

Ektoparasiten und Haut

Ektoparasiten und Haut – wann nehme ich was?
Ektoparasiten sind außen auf oder in der Haut bzw. im Fell sitzende Parasiten. Ein solcher Befall ist für die betroffenen Pferde äußerst unangenehm, da sie unter Juckreiz, Hautirritationen und gegebenenfalls offenen Wunden leiden. Ektoparasitosen sind Faktorenkrankheiten, bei denen Stresssituationen, Mängel in der Stallklimaführung, Hygiene, fehlende Entwurmung und unzureichende Fütterung einen begünstigenden Einfluss auf den Befall und die Krankheitsbereitschaft haben. Zu unterscheiden sind zum einen die Blutsauger, wie Stechmücken und Zecken, zum anderen Parasiten, wie Milben oder Haarlinge. Blutsaugende Parasiten bleiben meist nur temporär auf ihrem Wirt und verlassen diesen nach der Sättigung. Milben und Haarlinge dagegen bleiben ihr ganzes Leben auf einem Wirt und produzieren dort auch Nachkommen. (Siehe Artikel über Milben und Haarlinge)

Ein Parasitenbefall jeglicher Art ist nicht nur unangenehm für das Pferd, er bringt auch Krankheiten mit sich und beeinträchtigt das Allgemeinbefinden. Viele Parasiten sind zudem Virenträger. Vor allem Zecken sind gefürchtet, da ihr Biss u. a. Borreliose übertragen kann. Die Auwaldzecke, die in einigen Regionen Deutschlands auftritt, überträgt durch ihren Speichel den Einzeller Babesia equi, den Erreger der Babesiose, der schließlich in die Roten Blutkörperchen gelangt. Nach etwa zwei Wochen können Symptome, wie Fieber, Appetitlosigkeit, Kolikerscheinungen und dunkelgefärbter Harn auftreten, was im schlimmsten Fall zum Tod führt. Ein Milbenbefall dagegen ist vergleichsweise harmlos, jedoch äußerst unangenehm für das Pferd. Die Spinnentierchen sind mit dem bloßen Auge nicht zu erkennen, sie verursachen jedoch Hautknötchen, -verdickungen, oder –krusten, die sich entzünden und offene Wunden hervorrufen können. Milben werden von Pferd zu Pferd übertragen, häufig auch unwissentlich vom Pferdebesitzer über Striegel oder Bürsten.

Auch in Massen auftretende Kriebelmücken können zum Problem werden. Bevorzugt befallen sie empfindliche Körperpartien, wie etwa die Bauchnaht oder Ohrmuscheln. Beim schmerzhaften Biss übertragen sie toxische Stoffe, die zu eitrigen und entzündlichen Wunden führen können.

Aufgrund der Ansteckungsgefahr für andere Pferde sollte man frühzeitig gegen Parasitenbefall vorgehen. Generell ist auf eine bedarfsgerechte und nährstoffbilanzierte Fütterung zu achten, um sowohl das Bindegewebe als auch den Stoffwechsel der Tiere zu stärken.

Befall mit Läusen, Flöhen, Milben, Haarlingen
In diesen Fällen wird eine frisch angesetzte Waschlösung mit MilbiZid® angewendet. Diese wird mittels einer Bürste oder eines Schwamms in die betroffene Hautpartie eingearbeitet, damit der Wirkstoff bis auf die Haut und zu den Parasiten vordringt. Starke Schorfbildung der Haut ist zunächst aufzuweichen. Die Anwendung ist zwingend mehrmals im Abstand von etwa 5-6 Tagen zu wiederholen, da stets nur die adulten Insekten abgetötet werden, nicht jedoch die Eier oder Larven.

Abwehr von Lästlingen auf der Weide oder beim Reiten
Lästlinge, wie Fliegen, Bremsen und Mücken, werden von den typischen Ausdünstungen der Pferde angezogen. Das Aufsprühen von BremsenFrei verändert deren Geruch und hält somit die Lästlinge fern. BremsenFrei sollte vor allem auf die schweißgefährdeten Körperpartien aufgetragen werden und nicht in Augen und oder Nüstern gelangen. Auf frische Insektenstiche ist das Wund-Pflege-Spray aufzutragen, um zu vermeiden, dass sich die Wunden entzünden.

Stärkung der Hautfunktion
Bei erhöhter Anfälligkeit für Ektoparasitenbefall, bei Hautproblemen und zum Fellwechsel sollte KieselAktiv Pferde kurmäßig zugefüttert werden. KieselAktiv Pferde stärkt das Hautbindegewebe und sichert den Bedarf an Kieselsäure für den Fellwechsel. Unterstützend kann Urkraft Stressfrei & Vital bei allgemeinen Hautproblemen und zur Vitalisierung speziell in Zeiten erhöhter Belastung gegeben werden. Die Wund-Schutz-Salbe eignet sich zum Auftragen auf trockene, schorfige Hautpartien und beugt möglichen Wundinfektionen vor.
Kriebelmücken – wenn kleine Insekten großen Pferden gefährlich werden
Pünktlich mit dem Beginn des Frühjahrs setzt jedes Jahr wieder der Insektenflug ein. Insekten sind nicht nur lästig für unsere Pferde und können dadurch die Futteraufnahme sowie die Ruhezeiten negativ beeinflussen, sie übertragen auch Krankheiten und führen unter Umständen sogar zum Tod der Tiere.

Besonders gefürchtet sind die Kriebelmücken (Simuliidae), 2 – 6 mm große, kurzbeinige, stechende Insekten, die wie kleine Fliegen aussehen. Ab April schlüpfen die Mücken aus den überwinterten Eiern oder Larven. Kurze Zeit nach dem Schlupf beginnt die Begattung. Wie bei den normalen Stechmücken benötigen auch die Weibchen der Kriebelmücke für die Entwicklung der Eier Blutmahlzeiten. Die Opfer werden sowohl über die Optik als auch den Geruch geortet. Kriebelmücken stechen vor allem an dünnhäutigen Körperpartien, wie Ohrgang, Nasenschleimhaut, Augenlidern, Hals, Bauchnarbe, Schlauch und Analregion. Nach dem Anstich wird von der Mücke ein Sekret in die Wunde appliziert, das die Blutgerinnung hemmt. In diesem Speichelsekret sind jedoch auch Stoffe enthalten, die herz- und gefäßschädigend wirken, so dass es unter Umständen bei massivem Kriebelmückeneinfall zu Herz-Kreislaufversagen sowie zu einer Lähmung des Atemzentrums kommen kann. Ausgewachsene Pferde können innerhalb von Stunden verenden. Doch selbst bei leichtem Befall sind Sekundärinfektionen der Stichwunden möglich. Aus diesem Grund sind auch Stichverletzungen umgehend zu versorgen, zum Beispiel mit dem schützenden Wund-Pflege-Spray. Mückenweibchen legen ihre Eier am Rande von sauberen, fließenden Gewässern an Pflanzen ab. Bei schwülwarmem Wetter kann es dann plötzlich zum Massenschlupf kommen. Die Hauptflugzeiten der Kriebelmücken sind meist in der Morgen- und Abenddämmerung. Demnach ist es empfehlenswert, anfällige Pferde zu dieser Zeit nicht auf die Weide zu stellen.

Was kann man gegen die Kriebelmücken-Invasion tun?
Es wäre von Vorteil, wenn man während der Hauptsaison die an klare, fließende Gewässer angrenzenden Weiden meidet. Auf besonders gefährdeten Weiden eventuell Weidehütten als Rückzugsmöglichkeit für die Tiere aufstellen, da Kriebelmücken Innenräume nicht anfliegen. Der Einsatz insektenabweisender Sprays, wie BremsenFrei, ist meist nur eine zeitlich begrenzte Lösung. Die Grünlanddüngung mit Kalkstickstoff soll Erleichterung verschaffen, da Kriebelmücken diesen Geruch angeblich nicht mögen. Eine weitere Möglichkeit der nachhaltigen Kriebelmückenabwehr ist in der vorbeugenden mechanischen oder biologischen (Bacillus thuringiensis) Behandlung der Brutgewässer zu sehen. Eine andere Mückenart, die „Gnitzen“, lösen mit ihrem Speichel eine allergische Reaktion beim Pferd aus, das extrem juckende Sommerekzem. Bevorzugt werden Isländer, jedoch auch andere Pferde, befallen.

Möchten Sie wissen, was man dagegen tun kann? Dann lesen Sie weiter unter „Sommerekzem beim Pferd“.
Läuse, Haarlinge, Milben und Co. – wenn der Juckreiz das Pferd unruhig macht
Ektoparasiten, wie Läuse und Haarlinge, sind beim Pferd gut zu erkennen und treten meist zum auslaufenden Winter auf. Spätestens dann, wenn das Tier unruhig ist und von starkem Juckreiz getrieben wird, sollte man genauer hinschauen. Denn neben dem Juckreiz und der damit verbundenen Unruhe sind Ektoparasiten auch Wegbereiter für Sekundärinfektionen.

Haarlinge halten sich bevorzugt im Bereich der Mähne, des Schweifansatzes sowie der Fessel auf und sind mit dem bloßen Auge sichtbar. In Extremfällen können sie sich über das ganze Pferd ausbreiten. Haarlinge ernähren sich vom Blut des Pferdes.

Im Gegensatz zu Haarlingen und Läusen sind Milben nicht mit bloßem Auge zu erkennen. Der Tierarzt muss ein Hautgeschabsel mikroskopisch untersuchen, um die Milben nachweisen zu können. Die Nagemilben (Chorioptes) besiedeln oberflächlich die Haut und leben als so genannte „Fußräude“ im Bereich der Fessel. Das betroffene Pferd versucht dann, mit Beknabbern und Aufstampfen dem starken Juckreiz entgegen zu wirken.

Die als „Körperräude“ bezeichnete Form im Bereich des Rückens (Psoroptesmilben) sowie am Hals und Kopf (Sarkoptesmilben) löst ebenfalls heftigen Juckreiz aus. Diese Milben graben sich in die Haut hinein und sind daher nur schwer zu erreichen. Durch den starken Juckreiz scheuert sich das Pferd oft blutig, und es kommt zu Haarverlusten. Wunden sind mit Wund-Pflege-Spray zu versorgen, damit es nicht zu Sekundärinfektionen kommt.

Wichtig: neben der Behandlung des betroffenen Pferdes sollten auch die Putzgeräte, wie Striegel, Bürsten und Kämme, sorgfältig gereinigt werden, ferner Sattelunterlagen, Abschwitzdecken, Reitjacken und ähnliches. In diesen können sich sonst Milben, Haarlinge und deren Eier halten und zu einem erneuten Befall des Pferdes führen. Selbstverständlich sollte jedes Tier seine eigene Ausrüstung haben, um eine Übertragung auszuschließen

MilbiZid® ist ein biozides Tierwaschmittel für Pferde auf der Basis des echten Pyrethrums, eines natürlichen Chrysanthemenextrakts. Es hat eine unmittelbar abtötende Wirkung auf adulte Insekten und Spinnentierchen. Die Waschlösung sollte vor Gebrauch stets frisch angesetzt werden, da sich der Wirkstoff unter Licht- und Sauerstoffeinfluss allmählich abbaut. Die Waschbehandlung ist 2-3 Mal zu wiederholen, da man mit Produkten dieser Art nur die ausgewachsenen Insekten erwischt, nicht jedoch die Eier oder Larven. Bei Milbenbefall ist die Anwendungslösung mit einer weichen Bürste in die betroffenen Körperpartien einzuarbeiten. Mit einer oberflächlichen Sprühbehandlung sind die Milben nicht zu erreichen. MilbiZid® muss nicht ausgewaschen werden und ist für das Pferd völlig harmlos.

Bei erhöhter Anfälligkeit des Pferdes für Hautprobleme und Parasiten- sowie Pilzbefall sollte erwogen werden, das Hautbindegewebe mittels kurmäßiger Fütterung von KieselAktiv Pferde von innen zu stärken und widerstandsfähiger zu machen.
Sommerekzem beim Pferd
Das Sommerekzem ist eine komplexe Erkrankung, die Jahr für Jahr bei immer mehr Pferden auftritt. Auslöser sind Kriebelmücken, die bei einem Stich Histamine in die Hautregion abgeben und so eine allergische Reaktion auslösen. Juckreiz ist die Folge, das Tier scheuert sich, wunde sowie nässende Stellen entstehen und locken immer neue Plagegeister an. Der Kreislauf treibt Pferd und Halter gleichermaßen zur Verzweiflung.

Folgende Faktoren tragen zum Sommerekzem bei:

1. Genetische Disposition
2. Haltung und Management
3. Fütterung
4. Neigung zu Stoffwechselerkrankungen
5. Mentale Probleme

zu 1) Genetische Disposition
Besonders Pferde, die ursprünglich aus kälteren Regionen oder von Inseln stammen, sind anfällig für das Sommerekzem. Bei Isländern ist das Problem besonders ausgeprägt, da sie in ihrem Ursprungsland nie in Kontakt mit Kriebelmücken gekommen sind. Es sind jedoch zunehmend auch Vertreter anderer Rassen vom Sommerekzem betroffen. Selbstverständlich kann eine genetische Disposition nicht außer Kraft gesetzt werden. Dennoch trägt die gezielte Gabe von KieselAktiv Pferde über die Dauer von etwa drei Monaten hinweg zu einer Festigung des Bindegewebes, dem „Baumaterial" von Haut, Hufen, Bändern, Sehnen, Gelenken, bei. Es geht in diesem Falle darum, die Haut widerstandsfähiger zu machen.

zu 2) Haltung und Management
Vom Sommerekzem sind vor allem Tiere betroffen, die ganz oder teilweise auf der Weide gehalten werden. Diese Haltung entspricht zwar dem natürlichen Bedürfnis des Lauftieres, setzt dieses aber auch den Plagegeistern aus. Da Kriebelmücken insbesondere in der Dämmerung stechen, müssen empfindliche Pferde am späten Nachmittag von der Weide geholt werden. Weiden mit stehenden Gewässern sind zu meiden, da die Insekten dort besonders gern ihre Eier ablegen. Generell empfiehlt sich eine effektive Insektenabwehr mit BremsenFrei. Das Produkt basiert auf natürlichen Wirkstoffen und schreckt die Plagegeister in der Regel über eine Dauer von 6 bis 8 Stunden ab. Bei sehr empfindlichen Pferden ist auch der Schutz mittels spezieller Ekzemer-Decken und Fliegenmasken aus dem Fachhandel hilfreich. Offene, blutige oder eitrige Wunden sind zunächst mit verdünnter Wundstein-Essenz Dr. Schaette abzuwaschen. Danach empfiehlt sich das Aufsprühen eines sauerstoffdurchlässigen Schutzfilms (Wund-Pflege-Spray) oder bei krustigem, schorfigem Ekzem das Auftragen der Wund-Schutz-Salbe.

zu 3) Fütterung
Neben einem Überangebot an Eiweiß (zu viel Getreide in der Ration; fette, kräuterarme Weiden) begünstigt auch die Unterversorgung mit Mineralstoffen und Vitaminen das Auftreten des Sommerekzems. Eine übermäßige Proteinzufuhr kann die Allergiebereitschaft verstärken. Nach Überprüfung und Anpassung der Ration an die Ansprüche des Pferdes ist die Verabreichung der Ursonne Pferde Premium eine sinnvolle Ergänzung. Neben Mineralstoffen, Spurenelementen und Vitaminen enthält sie 32 % stoffwechselanregende Kräuter.

zu 4) Neigung zu Stoffwechselerkrankungen
Gerade bei komplexen Erkrankungen, wie dem Sommerekzem, empfiehlt es sich, den Stoffwechsel zu unterstützen. Hier spielt die Leber eine zentrale Rolle in der Umsetzung von Eiweiß, Fett und Energie. Zusammen mit den Nieren ist sie zudem die Entgiftungszentrale des Organismus. Nur selten treten Stoffwechselprobleme offensichtlich auf, häufig sind sie jedoch an den verschiedensten Krankheitsbildern beteiligt. Mittelfristig können Verbesserungen durch regelmäßige Kuren mit Kräuterkraft Stoffwechsel erzielt werden. So empfiehlt sich zum Beispiel die Verabreichung vor dem Fellwechsel über eine Dauer von 4 bis 6 Wochen. Das Kräuter-Ergänzungsfuttermittel enthält 95 % stoffwechselanregende Kräuter, die vor allem die Funktion von Leber und Nieren unterstützen. Diese haben bekanntlich auch eine Verbindung zum Immunsystem.

zu 5) mentale Probleme
Umstallen, sozialer Druck in der Herde, Verlust einer wichtigen Bezugsperson, Transportstress, Überforderung oder auch permanente Langeweile – alles, was das Pferd mental belastet, kann das Sommerekzem auslösen oder verstärken. Hier sind Pferdebesitzer und Halter gleichermaßen gefragt, Ursachen zu erkennen und abzustellen.

Resumee:
Das Sommerekzem ist eine allergische, also überschießende Abwehrreaktion des Pferdes auf Insektenstiche, insbesondere von Kriebelmücken. Erfahrungsberichte vieler leidgeprüfter Halter zeigen, dass es gegen das Sommerekzem kein Patentrezept gibt. Beachtet man aber die oben stehenden Punkte, kann man bereits kurzfristig eine deutliche Linderung der Beschwerden erzielen. Längerfristig trägt der Ansatz beim Stoffwechsel dazu bei, dass die Symptome schwächer werden und der vierbeinige Freizeitpartner auch in der kritischen Phase zwischen Mai und September eine erträgliche Zeit hat.

Gelenke

Gelenke – wann nehme ich was?
Ursachen für Gelenkentzündungen sind nicht immer nur besondere Belastung oder Überlastung von Sehnen und Gelenken. Auch Fehler in der Fütterung oder eine Leberbelastung können dafür verantwortlich sein. Bei wiederholten Gelenkproblemen sollte daher eine Stoffwechselanregung angestrebt werden. Lesen Sie hierzu auch das Kapitel „Stoffwechsel“.

Akute Gelenkentzündungen
Heiße, geschwollene Gelenke oder Sehnen sind umgehend zu kühlen. Um eine schnelle Abschwellung und Entzündungshemmung zu erreichen, kann die Benacet aethericum Acetatmischung als Paste oder Angussverband auf den betroffenen Bereich auftragen werden. Als Erste-Hilfe-Lösung unterwegs wäre auch die Anwendung von Cool-Spray denkbar.

Chronische Gelenkentzündung
Diese Art der Gelenkentzündung ist eine Abnutzung der Gelenke, hervorgerufen durch fortschreitendes Alter oder Gelenkerkrankungen. Der Gelenkknorpel, der die Enden des Knochens umhüllt, wird angegriffen. Da diese Form wiederkehrend auftritt, kommt der Vorbeuge und der Nachbehandlung große Bedeutung zu. Eine starke Anregung der Durchblutung des Gelenks, der Muskeln und der Sehnen übt einen deutlich positiven Effekt auf die Gelenkfunktion aus und fördert somit den gesunden Bewegungsorganismus. Zu diesem Zweck wird GelenkFluid großflächig in die das betroffene Gelenk umgebende Hautregion einmassiert. Es kräftigt die Durchblutung und Gesunderhaltung von Gelenken, Muskeln und Sehnen.

Unterstützende Maßnahmen
Bei Bänder- und Sehnenschwäche empfiehlt sich die kurmäßige Gabe von KieselAktiv Pferde zur Stärkung des Hautbindegewebes. Bei Gelenkproblemen sollte besonders auf eine ausreichende mineralische Versorgung der Tiere über das Futter geachtet werden. Hierzu tragen Ursonne Pferde Premium oder auch Ursonne Pferde Algimin bei, indem sie Stoffwechselprozesse optimieren und das Pferd mit Mineralstoffen, Vitaminen und Spurenelementen versorgen.

Hufe

Hufe – wann nehme ich was?
Erkrankungen im Hufbereich können vielfältige und oft auch mehrere Ursachen haben. Es spielen sowohl die Haltungsbedingungen wie auch die Fütterung eine große Rolle. Wichtig ist, im akuten Fall schnell und wirksam zu behandeln und anschließend vorbeugende Maßnahmen zu ergreifen, um Rückfällen entgegen zu wirken. Die Hufe sind das Fundament des Pferdes. Ihnen kommt die Funktion von Stoßdämpfern zu, indem sie jeden Schritt sowie jeden Stoß und damit auch das gesamte Körpergewicht des Pferdes abfangen müssen, um die Gelenke vor bleibenden Schäden zu schützen. Huferkrankungen sind die häufigsten Lahmheitsursachen. Nicht umsonst wird bei jedem Kauf eines Pferdes auf gesunde Hufe geachtet.

Ursachen für Hufprobleme können Hygienemängel im Stall, mangelnde Hufpflege, Fütterungsfehler, Nährstoffmangel, ein schlechter Hufbeschlag oder auch genetische Veranlagung sein. Für den Pferdehalter gibt es demnach viele Möglichkeiten, Hufproblemen vorzubeugen.

Hufrehe
ist eine schmerzhafte Entzündung der Huflederhaut des Pferdes, wobei sich die Hufkapsel von dieser ablöst. Hierbei kommt es zu einer lokalen Störung der Mikrozirkulation des Blutes mit Flüssigkeitsaustritt. Da diese Flüssigkeit keine Möglichkeit hat, sich auszudehnen, leidet das Pferd unter starken Schmerzen. Ursache der Erkrankung sind meist Fehler in der Fütterung oder Überlastung des Hufes. Im Endstadium der Erkrankung übt das Hufbein starken Druck auf die Sohle aus, bis sich die Hufkapsel von der Lederhaut löst. Spätestens in diesem Stadium rät der Tierarzt zur Erlösung des Pferdes. Um dem Pferd bei Hufrehe schnell Linderung zu verschaffen, trägt man zunächst Benacet aethericum Acetatmischung auf. Diese Paste wirkt kühlend und entzündungshemmend. Zur Förderung der Entgiftung des Organismus sowie zur Unterstützung des Stoffwechsels von Leber und Nieren ist über eine Dauer von mindestens 4 – 6 Wochen Kräuterkraft Stoffwechsel zu füttern.

Strahlfäule
ist eine bakterielle Erkrankung, bei der Fäulniserreger das Strahlhorn zersetzen. Häufig beginnt der Prozess in der mittleren Strahlfurche. Das Horn wird weicher, bildet Aushöhlungen und Spalten, in denen sich die Bakterien vermehren können. Dazu benötigen sie ein anaerobes, feucht-warmes Milieu. Die Strahlfäule macht sich durch einen strengen Geruch und eine schmierige, schwarze Masse bemerkbar, die sich in den Aushöhlungen festsetzt. Im Extremfall breitet sich die Fäule schneller aus als das Horn nachwachsen kann. In der Folge zersetzt sich der komplette Strahl, und der Verfallsprozess überträgt sich auf den Ballen. Mangelnde Bewegung, ein weicher Boden und matschige, mit Kot und Harn getränkte Boxen oder Ausläufe, begünstigen die Ausbreitung der Erreger. Zur Vermeidung der Strahlfäule ist es wichtig, auf Hufpflege und Sauberkeit zu achten. Die Pferdehufe sollten regelmäßig ausgeschnitten werden, so dass sich keine Taschen und somit Lebensräume für Bakterien bilden können. Bei Strahlfäule ist zunächst das faule Horn abzutragen. Anschließen werden die betroffenen Partien mit verdünnter Wundstein-Essenz Dr. Schaette ausgewaschen und zu desinfiziert, um sie danach mit KlauSan®-Pflege-Spray zu behandeln. Bei starker Fäulnis kann ein Verband mit KlauSan®-Paste Dr. Schaette angelegt werden. Dieser schützt die Wunde und fördert die Regeneration. Grundsätzlich ist es wichtig, die betroffenen Hufpartien sauber zu halten. Aus diesem Grund sollte man vor dem Anlegen des Verbands ein weißes Tuch so lange durch die Furchen ziehen, bis es sauber wieder herauskommt und man so sicher sein kann, keinen Schmutz einzuschließen.

Mauke
ist eine bakterielle Hautentzündung im Fesselbereich. Sie tritt häufig im Herbst oder Winter auf, wenn die Wetterbedingungen nasskalt sind, und das Pferd im Fellwechsel ist. Besonders Pferde mit langem Fesselbehang oder in Offenstallhaltung sind gefährdet. Zu Beginn einer Maukeerkrankung bilden sich Knötchen und Bläschen, später kann sich daraus ein blutiger Schorf entwickeln. Ursachen dieser Huferkrankung sind oft fehlende Pflege und ein feucht nasses Milieu. Doch auch die Fütterung sowie eine vorangegangene Verletzung oder Reizung durch Tausalz, Urin oder ähnliches können Auslöser der Mauke sein. Darüber hinaus spielen auch Störungen im Stoffwechsel eine nicht zu unterschätzende Rolle. Funktionsstörungen der Entgiftungsorgane Leber, Nieren oder Darm führen dazu, dass der Körper andere Möglichkeiten sucht, um ausscheidungspflichtige Stoffe loszuwerden. Das kann als letzte Entgiftungsmöglichkeit über die Haut geschehen - diese reagiert mit Ekzemen.

Handelt es sich um eine nässende Mauke, so ist zunächst dafür zu sorgen, dass das Pferd auf trockenem Untergrund steht. Die betroffenen Hautregionen werden zur Desinfektion mit Wundstein-Essenz Dr. Schaette abgewaschen. Zur Unterstützung der Hautregeneration wird anschließend KlauSan®-Pflege-Spray aufgesprüht, welches unterstützend auf die Hautneubildung wirkt und die gereizten Hautpartien beruhigt.

Bei trockener Mauke wird mit KlauSan®-Paste Dr. Schaette behandelt. Die lokale Mauke-Therapie sollte von innen heraus durch stoffwechselanregende Maßnahmen unterstützt werden. Eine kurmäßige Verabreichung der Kräuterkraft Stoffwechsel stärkt den Gesamtstoffwechsel und fördert den Allgemeinzustand. Zur täglichen Unterstützung der Organfunktionen sowie zur Sicherung des Bedarfs an Mineralstoffen, Spurenelementen und Vitaminen eignen sich die Kräuter-Mineralfuttermittel Ursonne Pferde Premium und Ursonne Pferde Algimin.

Begleitende Maßnahmen
Zur grundsätzlichen Festigung des Horns bei wiederkehrenden Hufproblemen und/oder Hautproblemen ist die kurmäßige Verabreichung von KieselAktiv Pferde sinnvoll.
Rissige, bröselige Hufe – was kann man tun?
Die Ursachen für schlechte Hornqualität des Pferdehufs können vielfältig sein.

Einer Untersuchung zu Folge sollen etwa 90 % aller Pferdehufe Defekte an der Weißen Linie haben, die durch Pilze und Bakterien entstehen. Der Huf wird von innen heraus zerstört, das Eisen findet keinen Halt mehr im rissigen, schwachen Horn. Diese Pferde gehören in die Hand eines Hufspezialisten sowie des Tierarztes. Doch auch Stoffwechselstörungen, mangelnde Durchblutung des Kronrands in Folge von Endotoxinbelastung oder Mykotoxinen aus dem Futter, Ernährungs- und Haltungsfehler sowie ungenügende Mineral- und Spurenelementversorgung können zu bröseligen, rissigen Hufen führen.

Bei den Wildpferden in freier Natur pflegen sich die Hufe von selbst. Der Untergrund des harten, trockenen Steppenbodens und die ständige Bewegung der Tiere sorgen gleichzeitig für eine Anregung des Hufwachstums wie auch für eine regelmäßige Abnutzung., Der Morgentau im Gras benetzt die Hufe und versorgt sie mit ausreichend Feuchtigkeit. Viele Pferdehalter setzen daher in der modernen Pferdehaltung auf den Einsatz von Huffetten und -ölen. Über deren Sinnhaftigkeit wird jedoch gestritten. Das Huffett hält die Feuchtigkeit im Huf zurück, verhindert andererseits jedoch das Eindringen natürlicher Feuchtigkeit von außen. Huffett an sich hält den Huf nicht feucht. Und auch die Hornqualität selbst sowie das Wachstum des Horngewebes werden durch diese Art Hufpflegemittel nur unwesentlich beeinflusst.

Der Pferdehuf benötigt mehr als ein Jahr, bis er komplett durchgewachsen ist. Jede Maßnahme, die das Hufwachstum beeinflussen soll, kann daher erst nach etwa einem halben Jahr sichtbar werden.

Um abzuklären, ob Vitamin- oder Spurenelement-Mangelzustände für den bröseligen Huf verantwortlich sind, ist es sinnvoll, den Tierarzt zunächst eine Blutuntersuchung machen zu lassen. Der beliebige Einsatz diverser Ergänzungsfuttermittel kann ansonsten durch eine Überversorgung ebenso zu Schäden führen wie eine Unterversorgung, siehe am Beispiel „Selen“. Ein hochwertiges, ausgewogenes Mineralfutter, wie etwa die Ursonne Pferde Premium oder Ursonne Pferde Algimin, ist daher in der Regel bedarfsorientierter als die Kombination verschiedener Ergänzer in Eigenregie. Die zugesetzten 32 % bzw. 18 % Kräuter-Wirkstoffkomplex in Form stoffwechselanregender Kräuter sowie Algen stärken zusätzlich die Hufe und unterstützen das Bindegewebe. Darüber hinaus werden über die Kräuterzusätze die Leberregeneration und damit die Entgiftungsleistung des Körpers gefördert.

Gezielt zur Festigung des Bindegewebes, welches die Grundlage der Hufe, der Haut, der Bänder, Sehnen und Gelenke darstellt, ist das Ergänzungsfuttermittel KieselAktiv Pferde geeignet. KieselAktiv Pferde dient der Sicherung des Kieselsäurebedarfs und wird den Pferden kurmäßig über einen Zeitraum von etwa drei Monaten verabreicht. Diatomeenerde, das sind Jahrmillionen alte fossile Kieselalgen, sollte nicht dauerhaft verfüttert werden, sondern stets als Kur. Ganz so, wie man es bei Kieselerde-Präparaten aus dem Humangebrauch zur Festigung von Haut, Haaren und Fingernägeln kennt.
Hufrehe – Ursachen und Behandlung
Die Hufrehe ist eine Entzündung der Huflederhaut, die vorwiegend die Vorderbeine des Pferdes betrifft. Die Huflederhaut, die in dünnen Plättchen mit dem Hufhorn verzahnt ist, schwillt an, wobei jedoch aufgrund der festen Hornkapsel keine Ausdehnungsmöglichkeit besteht. Dadurch ist die Hufrehe extrem schmerzhaft für das Pferd.

Bei akuter Hufrehe kann Fieber zwischen 39° - 41° C auftreten, Puls sowie Atmung sind erhöht. Neben Schweißausbrüchen und Muskelzittern sind vor allem ein steifer Gang und eine unterständige Gliedmaßenstellung auffällig. Hierdurch versucht das Pferd, die Vorderbeine zu entlasten. Beim Gehen auf hartem Untergrund zeigt sich deutliche Lahmheit. Die akute Hufrehe ist immer ein Fall für den Tierarzt!

Dauert die Entzündung der Huflederhaut länger an, so kann es zur Absenkung des Hufbeines kommen, ein Rehehuf entsteht. In diesem Fall gibt es kaum noch Heilungsmöglichkeiten - man wird allenfalls zur Linderung der Schmerzen einen speziellen Hufbeschlag anbringen.

Grundsätzlich sind alle Pferde für diese Huferkrankung anfällig. Man findet sie allerdings gehäuft bei Ponys und Robustpferden. Ein einmal an Hufrehe erkranktes Pferd bleibt sein Leben lang gefährdet. Hufrehe wird in erster Linie durch Fütterungsfehler verursacht. Lange Zeit nahm man an, dass die Hufrehe vorrangig durch eine Überfütterung mit Eiweiß hervorgerufen wird. Heute weiß man, dass es wohl vor allem eine massive Anflutung von Kohlenhydraten im Darm ist, die zu einem Absterben der Darmbakterien und anschließender Freisetzung von Endotoxinen führt. Diese gelangen über das Blut in die Huflederhaut und setzen dort eine Enzymreaktion in Gang, die in einer Trennung von Hufbein und Hornkapsel mündet.

Zuviel stärkereiches Kraftfutter sowie eine schlagartige Futterumstellung können die Ursache sein. Die bekannten Reheschübe im Frühjahr sowie Herbst erklären sich durch die Fructanspeicherung der Gräser. Die Konzentration dieser Zuckerart in den Gräsern ist abhängig von Temperatur, Tages- sowie Jahreszeit.

Die Hufrehe kann jedoch auch die Folge einer Vergiftung durch Nachgeburtsreste sein, die in der Gebärmutter verblieben sind („Geburtsrehe"). Als dritte, aber deutlich seltenere Ursache kommt die Aufnahme von Giftpflanzen durch das Pferd in Frage („toxische Rehe").

Bei Hufrehe sollte die Pferdebox weich eingestreut und das Tier auf eine Diät aus Stroh und Wasser gesetzt werden. Getreide ist keinesfalls zu verfüttern. Neben den Maßnahmen des Tierarztes kann dem Pferd durch eine intensive Kühlung der Hufe Linderung verschafft werden. Dies ist zunächst durch kaltes, fließendes Wasser zu erreichen, im zweiten Schritt jedoch durch kühlend und abschwellend wirkende Umschläge mit Benacet aethericum Acetatmischung.

Da es sich bei der Hufrehe letztlich um eine Vergiftung mit Endotoxinen handelt, ist es unerlässlich, die Harnausscheidung über die Nieren sowie den Leberstoffwechsel anzuregen. Dies sollte durch eine Beifütterung von Kräuterkraft Stoffwechsel über eine Dauer von mindestens 4 – 6 Wochen erfolgen. Bei Neigung zu Hufrehe wäre zudem an eine Festigung der Huflederhaut durch Verabreichung von KieselAktiv Pferde zu denken.
Mauke – rasch aktiv werden, bevor sie chronisch wird
Die Mauke ist eine Hautentzündung im Fesselbereich des Pferdes. Diese Erkrankung ist ein multifaktorielles Problem, bei dem Nässe, Schmutz sowie eine Hautschwächung oder ein Mangel an Nährstoffen oder Vitaminen zusammen kommen. Primär sind es Hygienemängel, die in Bakterien, Viren, Pilzen oder auch Parasiten münden, feuchte Einstreu oder nasse Weiden, Ritte über Stoppelfelder mit Verletzungen der Haut, mangelnde Pflege oder auch zu häufiges Waschen der Tiere sowie einseitige Fütterung.

In der Regel sind vor allem die Hinterbeine betroffen, gehäuft bei Kaltblütern mit langen Kötenzöpfen, langem Behang, oder bei Pferden mit weißer Haut, die gewöhnlich etwas empfindlicher ist.

Man unterscheidet zwei Stadien der Mauke. Die erste Phase äußert sich in Form eines nässenden, stinkenden Ekzems, anfangs mit Rötung, auch Bläschenbildung. Die trockene Mauke oder Schrundenmauke, ist dagegen die chronische Form, die mit einer Hautverdickung und Krustenbildung einhergeht. Dabei ist diese Kruste jedoch nicht als Anzeichen eines Abheilungsprozesses zu werten, denn es können sich unter ihr weiterhin Bakterien aufhalten. Grundsätzlich besteht bei Hautverletzungen darüber hinaus die Gefahr, dass gefährliche Eiterbakterien tiefer in den Körper eindringen und auf die Knochen und Gelenke übergreifen. Und somit Gelenkseinschränkungen zu Folge haben.

Da die chronische Form der Mauke nur schwer zu beherrschen ist, sollte bereits bei den ersten Anzeichen der nässenden Mauke gehandelt werden. Dem Pferd ist zunächst trocken einzustreuen und von nassen Weiden fernzuhalten, der Behang sollte gegebenenfalls kurz geschoren werden. Danach sind die betroffenen Hautpartien mit 3 %iger Wundstein-Essenz Dr. Schaette zu reinigen. Anschließend ist zur Förderung des Wundverschlusses KlauSan®-Paste Dr. Schaette aufzutragen. Bei stark nässenden Ekzemen keinen Verband anlegen und eher zu KlauSan®-Pflege-Spray greifen.

Liegt eine Schrundenmauke vor, so sind die Verkrustungen stets sauber zu halten, jedoch nicht gewaltsam abzukratzen. Nach dem Reinigen muss die betroffene Hautpartie unbedingt austrocknen. Zu diesem Zweck ist KlauSan®-Paste Dr. Schaette aufzutragen. Diese hält die gereizte Haut geschmeidig und verhindert weiteres Aufreißen sowie das Eindringen neuer Erreger.

Um das Hautgewebe des Pferdes nicht nur im Bereich der Fessel zu stärken, wird ergänzend eine kurmäßige Beifütterung des KieselAktiv Pferde empfohlen. Auf diese Weise geht man gezielt von außen wie auch von innen an das Problem der Mauke heran. Dass darüber hinaus eine ausreichende Mineralstoff- sowie Spurenelementversorgung für gesunde Haut und Hufe unerlässlich sind, ist bekannt. Zur gleichzeitigen Anregung des Stoffwechsels bieten sich die Kräuter-Mineralfuttermittel Ursonne Pferde Premium sowie Ursonne Pferde Algimin an.
Strahlfäule beim Pferd
Die Fäule des Hornstrahls tritt vor allem an den Hinterhufen der Pferde auf. Beginnend von der mittleren Strahlfurche aus, zerfällt das feste Strahlgewebe. Das Horn ist zerklüftet, und die Spalten sind mit einer schmierigen, übelriechenden Masse gefüllt.

Ist der Strahl zerstört, so kann ein Zwanghuf entstehen. Manchmal geht die Strahlfäule auch in Hufkrebs, eine Entzündung der hufbildenden Schichten, über. Wenngleich es sich bei Hufkrebs auch nicht um einen echten Krebs handelt, sondern nur um eine Störung der Hornbildung, so gehört er doch zwingend in die Hand des Tierarztes.

Ursachen der Strahlfäule sind vor allem mangelnde Hufpflege, nasser Stallboden, ungenügende Bewegung wie auch zu hoch bestollte, offene Eisen. Problematisch wäre auch ein Zuviel an Rohprotein in der Fütterung (Leberbelastung), was generell zu einer erhöhten Anfälligkeit für Hufprobleme führt. So sollte man vor allem auf junges Weidegras, Kleegras, Luzerne, Hafer etc. ein besonderes Augenmerk haben. Eine zusätzliche individuelle Bindegewebsschwäche (weiche Hufe) kann das Problem verschärfen.

Vor der eigentlichen Behandlung der Strahlfäule sind zunächst die Ursachen zu beseitigen, eine gute Hufpflege durchzuführen, das Pferd auf trockene Einstreu zu stellen und viel zu bewegen. Auch das Reinigen der Strahlfurche nach jedem Ritt ist empfehlenswert. Die Behandlung erfolgt durch Abtragen des faulen Horns sowie ein Auswaschen des Strahls mit verdünnter Wundstein-Essenz Dr. Schaette. Nach dem Abtrocknen ist KlauSan®-Pflege-Spray aufzubringen. Bei tiefer ausgeschnittenen Partien sollte im Anschluss daran grundsätzlich mit KlauSan®-Paste Dr. Schaette zugespachtelt werden. Sofern die Lederhaut bloß liegt, ist das Anbringen eines Deckeleisens erforderlich.

Neben dieser direkten, symptombezogenen Vorgehensweise wird empfohlen, bei Strahlfäule auch innerlich vorzugehen. Es hat sich als sinnvoll erwiesen, zur Festigung und Aktivierung des Bindegewebes von Huf und Haut kurmäßig über einen Zeitraum von etwa drei Monaten KieselAktiv Pferde beizufüttern. Danach sollte pausiert werden, bevor man gegebenenfalls eine erneute Kur durchführen kann.

Ergänzend hierzu bietet es sich in akuten Fällen an, zur allgemeinen Stoffwechselanregung und Entlastung der Leberfunktion das Ergänzungsfuttermittel Kräuterkraft Stoffwechsel für eine Dauer von etwa einem Monat zu verabreichen.

Möchte man vorbeugend etwas für die Gesundheit des Bewegungsapparates sowie des gesamten Organismus des Pferdes tun, so empfiehlt das Verfüttern des Kräuter-Spezialmineralfutters Ursonne Pferde Premium bzw. bei geringerer Belastung von Ursonne Pferde Algimin.

Magen-Darm

Magen-Darm – wann nehme ich was?
Der Verdauungstrakt von Pferden bringt einige Besonderheiten mit sich, und somit auch viele Risiken. Mit einer Darmlänge von 30 Metern lässt er viel Bewegungsspielraum und birgt somit Gefahren von Verknotungen oder Strangulationen.

Die Verdauung eines Pferdes beginnt schon beim Prozess des Zerkauens. Das Einspeicheln und Zermahlen der Nahrung ist von großer Bedeutung. Ein schlecht zerkauter Nahrungsbrei fängt im sauren Magenmilieu an zu gären und erhöht das Risiko für Magengeschwüre oder Koliken. Deshalb ist es sehr wichtig, das Raufutter vor dem Kraftfutter vorzulegen. Dadurch werden der Speichelfluss sowie die Darmtätigkeit angeregt, und das Verdauungssystem ist für die Verarbeitung von stärkehaltigem Kraftfutter bereit.

Das Pferd ist ein Dickdarmverdauer und benötigt deshalb ständig Zugang zu Nahrung. Wilde Pferde sind etwa 18 Stunden am Tag in Bewegung und auf Nahrungssuche. Durch die heutigen Haltungsformen sind sie auf den Menschen angewiesen, um ihren natürlichen Bedürfnissen nachkommen zu können. Für ein gesundes Verdauungssystem ist ausreichend Bewegung sehr wichtig. Heu sollte ad libitum zur Verfügung stehen, denn der Magen des Pferdes bildet ständig Magensäure. Wenn er leer ist, greift diese die Magenwand an. Daher ist ein ständiger Speichelfluss notwendig, um die Säure zu neutralisieren und Magengeschwüren vorzubeugen.

Verdauungsprobleme beim Pferd können verschiedene Ursachen haben. Meist jedoch liegt es an einer fehlerhaften, unzureichenden Fütterung. Einige Pferde reagieren sehr sensibel auf Stress, Wetterumschwung oder sonstige Veränderungen. Oft sind Durchfälle und Kotwasser die Folge einer geschwächten oder kranken Leber. In diesen Fällen ist es sinnvoll, die Organfunktionen sowie die Abwehrkräfte der Pferde durch Kräuter-Futtermittel zu stärken. Man weiß, dass spezielle Kräuter in der Lage sind, die Verdauungsdrüsenfunktion des Pferdes anzuregen und damit die Gefahr von Koliken und Ungleichgewichten in der Darmflora zu verringern. So unterstützen zum Beispiel Bitterstoffe die Sekretion des Gallensaftes. Da das Pferd, anders als der Mensch, keine Gallenblase besitzt, kann der in der Leber gebildete Gallensaft nicht gespeichert und in Situationen kurzzeitig erhöhten Bedarfs abgerufen werden. Bei der heute üblichen Gabe von Mischfuttermitteln, wie Müsli, kann es aufgrund der schlagartigen Anflutung konzentrierter Nährstoffe im Darm zu einem Mangel an Verdauungsenzymen kommen, in deren Folge Fehlgärungen durch Schadorganismen im Darm auftreten. Aus diesem Grund ist es vor allem bei Kolik-gefährdeten Pferden angeraten, deren körpereigene Bildung von Verdauungsenzymen gezielt mit speziellen Kräutermischungen, wie sie in der Ursonne Pferde Premium sowie in der Ursonne Pferde Algimin enthalten sind, zu unterstützen.

Bei akuten Durchfällen
aufgrund von Futterunverträglichkeit, beispielsweise verursacht durch zu schnellen Futterwechsel, kontaminiertes Grundfutter oder die Fütterung von Fermentationsprodukten, wie Silage, die stark von Aminen belastet sein kann, wird Durchfallpulver Dr. Schaette angewendet.

Koliken, die mit Gasbildung einhergehen, müssen so früh wie möglich durch Verabreichung des Darmöls ColoSan® angegangen werden. Die Eingabe kann in Notfällen wiederholt werden. ColoSan® unterstützt die Behandlung bei futterbedingten Blähungen und Magen-Darm-Störungen, löst Verkrampfungen, stoppt Fehlgärungen, fördert den Appetit sowie die Funktion von Galle und Leber. Die Anwendung von ColoSan® ersetzt nicht den Tierarzt.
Die Kolik – wie entsteht sie und was kann man dagegen tun
Die Kolik beim Pferd wird häufig als Krankheit verstanden, obwohl sie ein Syndrom, eine Ansammlung verschiedener typischer Symptome darstellt. Gängig wird unter „Kolik“ das Auftreten starker, wellenförmig verlaufender Schmerzen verstanden, die durch krampfhaftes Zusammenziehen der glatten Muskulatur eines Hohlorgans, in diesem Fall im Bereich des Magen-Darm-Systems, verursacht werden.

Die Schmerzanzeichen können neben allgemeiner Unruhe des Pferdes je nach Form der Kolik vielfältiger Art sein – Flehmen, geblähte Nüstern, geblähter Bauch, weit ausgestellte Vorder- und Hinterbeine zur Entlastung des Bauchs, Schlagen sowie schauen zum Bauch, Fressunlust, wechselndes Hinlegen und wieder Aufstehen, Wälzen, Toben, erhöhte Puls- sowie Atemfrequenz, Schwitzen, Darmgeräusche, ungewöhnliche Haltungspositionen, wie zum Beispiel „hundesitzartig“ oder „Sägebockstellung“ etc. Da jede Kolik ein Notfall ist, sollte umgehend der Tierarzt informiert werden.

Beim Pferd unterscheidet man zwischen Krampfkolik, Gaskolik (Aufblähen) und Verstopfungskolik.

Die Krampfkolik stellt über die Hälfte aller Kolikfälle dar. Die Krampfanfälle setzen plötzlich ein, dauern über einige Minuten und sind mit heftigen Schmerzen verbunden. Häufige Ursachen sind Überanstrengung, Wetterwechsel, feuchte Kälte von unten, unzerkautes Futter oder Wurmbefall. In der Folge kann ein Darmverschluss auftreten. Typisch für eine Krampfkolik sind starke Darmgeräusche.

Bei der Gaskolik sammeln sich Gase im Darm an, die anfangs in Form starker Darmgeräusche zu hören sind. Hier ist in der Regel ein geblähter Bauch zu erkennen, der Puls ist erhöht, ebenso die Atemfrequenz, das Tier schwitzt. Die Gasbildung kann bereits im Magen beginnen. Da durch die Speiseröhre kein Gas entweichen kann, wird es weiter in den Dünndarm und in den Blinddarm verlagert. Ursachen für Gaskoliken sind unter anderem junges Gras, welkes Grünfutter oder frisches Brot. Durch die übermäßige Gasbildung dehnt sich die Darmwand immer weiter aus, was zu einem Stillstand der Darmmotorik führen kann. Im Extremfall ist es möglich, dass die Darmwand reißt und Futterreste in die Bauchhöhle gelangen.

Verstopfungskoliken entstehen unten anderem, wenn Sand sowie Erde aufgenommen werden. Auch ein Zuviel an hartem Stroh in der Ration und extrem grob stengeliges Heu können Ursachen sein, indem sie an engen Darmübergängen zu einem Darmverschluss führen. Bei Verstopfungen stauen sich feste und trockene Futterbestandteile an. Der Verdauungstrakt versucht nun, den Pfropf durch Muskelbewegungen weiterzubefördern. Dadurch wird jedoch zusätzlich Flüssigkeit hinaus gepresst. Bei einer Dünndarmverstopfung ist meist ein Darmverschluss die Folge. Dickdarmverstopfungen hingegen verlaufen weniger dramatisch, da hier meist noch Platz für Flüssigkeits- und Gasdurchgang ist. Bei gefährdeten Pferden, wie beispielsweise alten Tieren mit Zahnfehlern, die die Nahrung nicht mehr ordentlich zerkleinern können, wirken Flohsamen, Leinsamen, Äpfel oder auch Karotten vorbeugend gegen diese gefürchtete Form der Kolik.

Sensible Pferde können bereits in Folge nervlicher Anspannung oder Aufregung sowie auf einen Wetterwechsel hin mit Kolikattacken reagieren, da die Tätigkeit von Magen und Darm über das vegetative Nervensystem gesteuert wird. Magen-Darm-Parasiten, Darmträgheit in Folge von Bewegungsmangel, vor allem jedoch Fütterungsfehler sind die hauptsächlichen Verursacher der Koliken beim Pferd. Schimmeliges, verdorbenes Futter kann die Krampfkolik auslösen, gärfähiges junges Gras, große Mengen an Klee oder Obst dagegen die Gaskolik. Vermeiden sollte man auch große Mengen an Kraftfutter pro Mahlzeit bei gleichzeitigem Strukturmangel (Heu) in der Ration. Da abrupte Futterumstellungen für das Pferd grundsätzlich problematisch werden können, sollte der kritische Übergang von der Stallsaison mit vorwiegend trockener Raufuttergabe zur Weidefütterung schrittweise erfolgen. Bei gefährdeten Pferden begrenzt man den Weidegang anfangs auf 15 Minuten am Tag. Diese Phase wird nun jeden Tag verlängert, bis nach rund zwei Wochen der ganztägige Aufenthalt auf der Koppel möglich ist. Strukturfutter sollte weiterhin zusätzlich angeboten werden.

Was kann der Pferdebesitzer sonst noch tun?
Man weiß, dass spezielle Kräuter in der Lage sind, die Verdauungsdrüsenfunktion des Pferdes anzuregen und damit die Gefahr von Koliken zu verringern. So unterstützen zum Beispiel Bitterstoffe die Sekretion des Gallensaftes. Da das Pferd, anders als der Mensch, keine Gallenblase besitzt, kann der in der Leber gebildete Gallensaft nicht gespeichert und in Situationen kurzzeitig erhöhten Bedarfs abgerufen werden. Bei der heute üblichen Gabe von Mischfuttermitteln, wie Müsli, kann es aufgrund der schlagartigen Anflutung konzentrierter Nährstoffe im Darm zu einem Mangel an Verdauungsenzymen kommen, in deren Folge Fehlgärungen durch Schadorganismen im Darm auftreten. Aus diesem Grund ist es vor allem bei Kolik-gefährdeten Pferden angeraten, deren körpereigene Bildung von Verdauungsenzymen gezielt mit speziellen Kräutermischungen, wie sie in der Ursonne Pferde Premium sowie in der Ursonne Pferde Algimin enthalten sind, zu unterstützen.

Und im Notfall?
Bestehende Koliken wird der Tierarzt mit entkrampfenden sowie den Kreislauf unterstützenden Arzneimitteln angehen, unter Umständen auch Einläufe vornehmen oder bei der Verstopfungskolik Abführmittel eingeben. Gegen futterbedingte Blähungen beim Pferd hat sich auch ColoSan®, ein traditionelles Arzneimittel auf der Basis von Anis-, Fenchel-, Kümmel- sowie Chinesischem Zimtöl, Schwefel und Leinsamenöl, bewährt.

Ausführliche Informationen zum Thema Kolik und zu ColoSan® finden Sie auch auf www.colosan-saluvet.de.
Kotwasser – mehr als nur ein optisches Problem!
Unter „Kotwasser“ versteht man den Ausfluss braunen Wassers aus dem After des Pferdes. Dieser entsteht, wenn das Wasser im Darm nicht mehr gebunden oder absorbiert werden kann. Grundsätzlich ist dies die Folge einer gestörten Darmflora. Ursache hierfür können u.a. Fütterung, Stress oder Haltung sein.

Die betroffenen Pferde fallen durch stark verschmutzte Hinterbeine sowie einen verdreckten Schweif auf. Zunächst wird das Kotwasser daher als kosmetisches Problem wahrgenommen, während es jedoch vor allem ein Hinweis auf eine Verdauungsstörung ist. Beim Auftreten von Kotwasser sollte unbedingt zunächst eine bestehende Verwurmung ausgeschlossen werden.

Die Ursache für das Auftreten von Kotwasser ist eine Verschiebung in der Zusammensetzung der Darmflora (Dysbakterie). Die normalerweise ausgewogenen Keimverhältnisse werden zugunsten einer Keimflora, die ansonsten unterschwellig vorhanden oder auch fremd ist, verändert. Dabei kann es sich um krankmachende Keime handeln. Die entstehenden Fehlgärungen sind von Darmgeräuschen, Blähungen, zum Teil auch von kolikartigen Schmerzen begleitet. Darüber hinaus weisen die betroffenen Pferde häufig schlechte Leberwerte auf.

Das Problem tritt vorwiegend im Winterhalbjahr auf, gehäuft nach Futterumstellungen. Eine vorangegangene antibiotische Behandlung des Pferdes kann ebenfalls die Ursache für eine Verschiebung in der Darmflora sein. Ein zusätzlicher Faktor für eine gestörte Darmmotorik wäre Stress, der seinen Ursprung im sozialen Umfeld des Pferdes haben kann oder aber auch aufgrund neuer oder ungewohnter Situationen. Je nach Haltungsform ist es denkbar, dass Pferde niederer Rangordnung Probleme in der Herde und vor allem bei den Fresszeiten haben. Wichtig ist, sich zu versichern, dass das Pferd ausreichend und regelmäßig Zugang zu Futter hat.

Es wird beobachtet, dass die Fütterung von Silage zu einer Häufung des Kotwasser-Problems führen kann. Während qualitativ einwandfreie Silage probiotisch, also unterstützend auf die Darmflora, wirkt, können geöffnete Ballen nachgären und durch die Vermehrung wilder Hefepilze krank machen. Pferde sind aufgrund ihrer anatomischen Besonderheiten stärker gefährdet als beispielsweise Rinder. Während Rindermägen ein Volumen von etwa 200 l haben, ist der Magen der Pferde mit 10-15 l vergleichsweise klein. Bei ihnen findet die Hauptverdauung in Darm und Blinddarm statt.

Was kann man bei gefährdeten Pferden unternehmen? In akuten Fällen futterbedingter Blähungen und Magen-Darm-Störungen werden Gaben von ColoSan® empfohlen, die dem Tier rasch Linderung verschaffen. Da man weiß, dass vor allem bitterstoffhaltige Kräuter die Verdauungsdrüsen zur Produktion von Enzymen anregen, lässt sich die Gefahr von Fehlgärungen auf natürlichem Wege vermindern. Hier wäre zunächst die kurmäßige Fütterung von Kräuterkraft Stoffwechsel über einen Zeitraum von 4 - 6 Wochen angeraten. Dies regeneriert zugleich die angegriffene Leber. Um das Pferd auch längerfristig zu stabilisieren, empfiehlt sich die Verfütterung der Ursonne Pferde Premium oder Ursonne Pferde Algimin. Dadurch werden der Leberstoffwechsel angeregt und die Abwehrkräfte gestärkt. Sofern die Störung auf eine vorangegangene antibiotische Behandlung des Pferdes zurückgeht, wäre es sinnvoll, die aus dem Gleichgewicht geratene Darmflora mittels eines probiotikahaltigen Ergänzungsfuttermittels wiederherzustellen.

Stoffwechsel

Stoffwechsel – wann nehme ich was?
Besonders in Zeiten hoher Beanspruchung und besonderer Belastung, wie etwa während Erkrankungen sowie in Regenerationsphasen, braucht der Stoffwechsel Unterstützung. Spezielle Kräutermischungen können hier helfen und für Entlastung sorgen!

Zur kurzfristigen Anregung des Stoffwechsels
eignet sich die kurmäßige Beifütterung der Kräuterkraft Stoffwechsel. Dieses Futtermittel ist daher ideal in der Erholungsphase nach Krankheiten, vor allem bei Störungen der Leber- und Nierenfunktion, allgemeinen Schwächezuständen sowie Appetitlosigkeit.

Unterstützende Maßnahmen
Bei allgemeinen Stoffwechselerkrankungen sind die Pferde häufig matt und antriebslos. Zur Vitalisierung und als Aufbau-Präparat bietet sich die Gabe von Urkraft Stressfrei & Vital an. Diese Kombination aus Vitaminen und Kräuterextrakten wird ein bis zwei Mal pro Woche verabreicht.

Eine kontinuierliche Stoffwechselentlastung
ist durch die tägliche Gabe von Kräuter-Ergänzungsfuttermitteln zu erreichen. Ursonne Pferde Premium und Ursonne Pferde Algimin wirken sich positiv auf Hufgesundheit, Abwehrkraft, Allgemeinbefinden und Fruchtbarkeit aus.

Wunden

Wunden – wann nehme ich was?
Kleinere Wunden sind schnell passiert und werden oft nicht ernst genommen. Es besteht jedoch immer die Gefahr, dass Keime die Wunde als Eintrittspforte nutzen und dann Entzündungen hervorrufen. Selbst kleinste Verletzungen können bei Pferden einen Einschuss verursachen, der an ein Elefantenbein erinnert. Daher sollten auch kleine Risse, Schnitte oder Schürfwunden sofort behandelt und die Wundheilung gefördert werden. Hier bieten sich die komplexen Phytotherapeutika an, die das Problem umfassend angehen und nicht nur desinfizierend wirken.

Blutige, eitrige Wunden, wie sie an den Hufen und der Haut auftreten können, sind zur Desinfektion und zum Blutstillen zunächst mit verdünnter Wundstein-Essenz Dr. Schaette auszuwaschen. Zur Förderung der Hautregeneration wird anschließend Wund-Pflege-Spray aufgesprüht.

Bei frischen Wunden und Hautverletzungen, zum Beispiel Hautabschürfungen, ist eine pflegende Wundversorgung wichtig. Diese schützt die Wunde über biologische Pflegesubstanzen vor Belastungen von außen und regt sie zur eigenaktiven Regeneration an. Hier eignet sich das filmbildende Wund-Pflege-Spray.

Zum Schutz der Wunde und zur pflegenden Wundrandversorgung sollte Wund-Schutz-Salbe aufgebracht werden. Es handelt sich hierbei um eine hautfreundliche Salbengrundlage mit wertvollen Bienenprodukten und Pflanzenauszügen. Die Wund-Schutz-Salbe ist feuchtigkeitsspendend, fördert die Neubildung sowie Regeneration der Haut und schützt diese.