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Wegwarte (Cichorium intybus)

Wegwarte

Im Jugendstadium noch dem Löwenzahn ähnlich, entwickelt sich die Wegwarte im zweiten Jahr buschartig auf eine Wuchshöhe bis über einen Meter. Der Korbblütler zeigt dann eine Vielzahl leuchtend blauer Blüten, die einen einzigen Vormittag geöffnet sind.

Die Wegwarte, an Weg- und Ackerrändern wachsend, ist eine wertvolle Heilpflanze mit vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten. Die komplette auch Zichorie genannte Pflanze kann genutzt werden. Sie enthält vor allem Bitterstoffe, wie Lactucin und Lactucopikrin, die auf das Verdauungssystem einschließlich Bauchspeicheldrüse und Milz wirken sowie den Appetit anregen. Vor allem bei Erkrankungen der Leber sowie bei Stoffwechselstörungen wird die Wegwarte geschätzt. In der Volksheilkunde setzt man sie auch bei Gelbsucht ein.

In ihrer Pfahlwurzel ist der Ballaststoff Inulin enthalten. Es handelt sich hierbei um einen unverdaulichen Zucker, welcher die nützliche Darmflora unterstützt und der Entwicklung krankheitserregender Bakterien im Darm entgegenwirkt. Darüber hinaus wirkt sich Inulin förderlich auf das Immunsystem aus.

Nach dem Krieg wurde aus der gerösteten Wegwartwurzel der auch „Muckefuck“ genannte Ersatzkaffee hergestellt. Von kultivierten Unterarten der Zichorie stammen der leicht bittere Chicorée-, der Radicchio- sowie der Endiviensalat ab.

Neuere Forschungsergebnisse geben Hinweise darauf, dass die Wegwarte auch tumor- und cholesterinsenkende sowie entzündungshemmende Eigenschaften hat.