Gesunde Klauen tragen zum Erfolg

Diese Tatsache ist weder neu noch verwunderlich, wenn man bedenkt, dass die Leistungsfähigkeit, Gesundheit und Fruchtbarkeit einer Kuh auf ihren vier Klauen stehen. Die Klauen sind dabei enormer Belastung ausgesetzt. Schließlich lastet das gesamte Gewicht auf wenigen Quadratzentimetern. Beim Gang zum Futtertisch oder Melken wechselt die Belastung in wenigen Sekunden von Null auf 100 %. Somit führen schon leichte Entzündungen und Klauendefekte zu starken Beeinträchtigungen. Als Fluchttiere können es sich unsere Kühe nicht leisten diese Beeinträchtigung zu zeigen, weswegen Lahmheiten häufig erst spät erkannt werden. Dennoch sind die Tiere beeinträchtigt und das können wir als Tierhalter uns langfristig nicht leisten.

Klauenerkrankungen kosten richtig Geld

Laut der Klauenexpertin Dr. Andrea Fiedler verursachen bereits leichte Lahmheiten (gekrümmter Rücken beim Stehen und Gehen) wirtschaftliche Verluste. Denn schon diese leichte Lahmheit kann zu einem Milchrückgang bis zu 60 g pro Kuh und Tag führen. Bei einer Herde mit 50 Milchkühen und einem Milchpreis von 30 ct pro kg Milch, bedeutet das eine monetäre Belastung von 3285 € pro Jahr.

Bei schwereren Klauenerkrankungen und Lahmheiten steigern sich diese Kosten, wie diese Beispielrechnung zeigt:

Tabelle

 

 

 

 

 

 

Milchviehspezialistin Dr. Katrin Mahlkow-Nerge schätzt die monetäre Belastung folgendermaßen ein: „Bei einer Herdenleistung von 10.000 kg/Kuh/Jahr und einer Krankheitshäufigkeit von 40% ergeben sich Kosten durch Klauenerkrankungen von 1,4 Cent/kg. Bei einer Bestandsgröße von 150 Kühen sind das mehr als 20.000 Euro. Dafür kann man sich viel Prophylaxe kaufen und den Tieren viel Leid ersparen"

Klauengesundheit fördern

Es lohnt sich also die Klauengesundheit seiner Herde vorbeugend zu unterstützen. Hier muss an viele Stellschrauben gedacht werden.

  • Regelmäßige Klauenpflege:
    Dadurch können Fehlstellungen korrigiert und Klauengeschwüre etc. frühzeitig behandelt werden.
  • Fütterung:
    Die Fütterung sollte auch bei hohem Leistungsniveau wiederkäuergerecht bleiben. Sonst besteht die Gefahr einer Pansenazidose, welche häufig zur Klauenrehe und anderen Klauenerkrankungen führt.
  • Haltung:
    Auf Laufgängen in schlechtem Zustand kann es schnell zu Klauenverletzungen kommen, die wiederrum Eintrittspforten für Krankheitserreger bieten und zu Entzündungen führen können. Treib- und Laufgänge sollten daher in einwandfreiem Zustand ohne scharfe Kanten sein. Ein gut gepflegter Liegebereich hilft außerdem, dass die Klauen abtrocknen können und widerstandsfähiger bleiben.

Besonders im hochleistenden Stadium der Laktation sind Kühe anfällig für Klauenerkrankungen. Hier sollten Lahmheiten durch intensive Tierbeobachtung frühzeitig erkannt und behandelt werden. Um die Klauengesundheit zusätzlich zu fördern, können auch Kräuter zur Unterstützung von Innen eingesetzt werden. Was es damit auf sich hat, verraten wir Ihnen in unserem nächsten Fachartikel "Klauen bei Kühen mit Kräutern und Kiesel kurieren?".

Themen: Klauen
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