Schweine: Bei unklaren Krankheitssymptomen und Leistungsdepressionen an Mykotoxine denken

Jedem Schweinehalter ist die Problematik von Schimmelpilzen im Futter und deren Stoffwechselprodukten, den Mykotoxinen, bekannt. Man unterscheidet mehr als 100.000 verschiedene Pilzarten und über 500 verschiedene Mykotoxine. Es wird zwischen Feld- und Lagerpilzen differenziert, je nachdem, wo der Befall stattfindet. Zu den Feldpilzen gehören Pilze der Gattung Fusarium (DON, ZEA, T-2-Toxin, Fumosin) und Alternaria, während Aspergillus und Penicillium während der Lagerung entstehen.

Akute Mykotoxinvergiftungen haben einen drastischen Verlauf, doch deutlich häufiger sind subklinische und chronische Fälle. Aufgrund der schädigenden Wirkung der meisten der Toxine auf das Immunsystem sind die Symptome oft unklar. So können Mykotoxinbelastungen bei den Tieren letztlich zu Lungenentzündungen, Dysenterie und Rhinitis atrophicans führen. In Deutschland werden wir über das Getreide und den Mais am häufigsten mit den Toxinen Deoxynivalenol (DON), Zearalenon (ZEA) und Fumonisin konfrontiert, sie sind daher die Leittoxine für den Nachweis im Futter. Verschiedene Mykotoxine haben sich gegenseitig verstärkende, synergistische Effekte. Je nach Art des Mykotoxins treten bei den Tieren Leber- und Nierenschädigungen, Immunschwäche, Durchfall, Erbrechen, Fruchtbarkeitsstörungen, Wachstumsdepressionen, Nekrosen, Missbildungen, Ödeme oder auch Tumore auf. Schweine reagieren auf Mykotoxinbelastung empfindlicher als Rinder, die aufgrund ihres „zwischengeschalteten“ Pansens besser geschützt sind. Zuchtsauen und Ferkel sind wiederum anfälliger als Mastschweine.

Bei schwer zuzuordnenden Krankheitssymptomen und unspezifischen Leistungsdepressionen ist idealer Weise eine Ausschlussdiagnostik (Tierarzt!) durchzuführen, um mögliche infektiöse Ursachen abzuklären. Eine Untersuchung der kritischen Futtermittel erfolgt auf vielen Betrieben heutzutage bereits standardmäßig im Vorfeld. Das ist sinnvoll, da ein Mykotoxinbefall allein über Sinneseindrücke nicht bewertet werden kann. Relativ eindeutig zuzuordnen sind dagegen östrogene Effekte bei den Schweinen, wie Vulvaschwellung und Scheinrausche, verursacht durch Zearanelon (ZEA). Diese Mykotoxine gehen über die Sauenmilch auch auf die Saugferkel über.

Die Ausprägung der Symptome ist nicht allein vom Belastungsgrad des Futters und der Dauer der Aufnahme durch die Tiere abhängig. Neben dem allgemeinen Gesundheitszustand spielen auch Rasse, Alter und vor allem Stressfaktoren eine Rolle. Bei Hitzestress reichen bereits niedrige Gehalte an Mykotoxinen aus, um Erkrankungen auszulösen, denn durch den oxidativen Stress ist die Durchlässigkeit des Darms erhöht (Leaky-gut-Syndrom). Auf diese Weise gelangen Mykotoxine und Endotoxine (Giftstoffe aus Gram-negativen Bakterien) vermehrt aus dem Darm ins Blut. Darüber hinaus schädigen DON und Aflatoxin selbst ebenfalls die Darmbarriere. Mykotoxine können aufgrund ihrer immunsupprimierenden Wirkung auch für das Auftreten von Impfversagen im Bestand verantwortlich sein. Dadurch stehen unter Umständen komplette Impfkonzepte auf dem Spiel. Und Mykotoxinbelastung ist gar nicht so selten. In Untersuchungen aus dem Jahr 2019 hat man in 84% der Proben aus Schweinefuttermitteln Kontaminationen mit Mykotoxinen feststellen können. Rinderfuttermittel waren sogar noch höher belastet.

 

Problem erkannt, Gefahr gebannt?

Am Markt verfügbare Toxinbinder sind niemals als Ersatz für Managementmaßnahmen, wie Erntehygiene, die Kontrolle angelieferter Ware, eine korrekte Lagerungstechnik, Temperaturkontrollen und den Einsatz von Konservierungsverfahren unter Berücksichtigung des Feuchtegehalts Maisanzusehen. Im Bedarfsfall sind entsprechende Produkte jedoch äußerst sinnvoll. Deren Qualität ist allerdings sehr unterschiedlich. Mehrheitlich handelt es sich um Adsorbentien, die Mykotoxine im Verdauungstrakt binden, so dass diese nicht über die Darmwand resorbiert werden können. Die Bindungskapazität dieser Stoffe ist abhängig von deren Oberfläche. In Urkraft ToxFit wird ein modifiziertes Bentonit verwendet, welches aufgrund einer äußerst feinen Parikelgröße in der Lage ist, große Mengen an Myko- und Endotoxinen (schädliche Zerfallsprodukte von Bakterien) zu binden und damit zu inaktivieren. Bierhefen und deren Bestandteile sind ebenfalls dazu befähigt, Toxine zu binden. Studien zeigen, dass dadurch auch Leistungsminderungen durch Endotoxine reduziert werden. Hefezellwandbestandteile sind darüber hinaus förderlich für die Abwehrkraft. Zur Toxinbindung empfehlen sich grundsätzlich Mehrkomponentensysteme, die möglichst alle relevanten Schimmelpilzgifte im Futter inaktivieren.

Allein mit der Bindung anflutender Mykotoxine ist es jedoch nicht getan. Zur effektiven Problemlösung ist zeitgleich die Leber- und Nierenbelastung sowie Zellschädigung im Organismus der betroffenen Tiere anzugehen. Verschiedene phytogene Substanzen in Urkraft ToxFit wirken entgiftend, fördernd auf die Organfunktionen und antioxidativ. So schützt und regeneriert ein Extrakt der Mariendistel die Leber, während Birkenblätter harntreibend und die Nieren durchspülend agieren. Weitere pflanzliche Substanzen runden die Wirkung ab. Darüber hinaus dient eine Zinkverbindung zur Unterstützung des in dieser Phase stark beanspruchten Immunsystems.

Urkraft ToxFit ist somit ein hoch effektives Mehrkomponentensystem aus den Bausteinen „Toxinbinder plus Heilpflanzen“. Das Ergänzungsfuttermittel wird mit 3-5 kg pro Tonne ins Fertigfutter eingemischt.

Themen: Immunsystem