Schweine: Sauen-Verdauung mild regeln – MMA vorbeugen

Im Geburtszeitraum stellt zu fester Kot oder gar Verstopfung bei Sauen immer wieder ein Problem mit weitreichenden Folgen dar.

Denn eine mangelnde Aktivität des Darmes ist Wegbereiter für die Entstehung von Vergiftungen: Toxine, die eigentlich zur Ausscheidung kommen sollten, bleiben länger im Verdauungssystem und gelangen über die gedehnte Darmwand in die Blutbahn. Diese Anflutung von Giftstoffen kann eine MMA-Erkrankung hervorrufen.

Der MMA-Komplex steht für
• Mastitis = Gesäugeentzündung
• Metritis = Gebärmutterentzündung und
• Agalaktie = Milchmangel

Es müssen dabei nicht zwangsläufig alle drei Krankheitsbilder gleichzeitig auftreten, häufig kommt es aber zu einer Kombination. Typische Symptome der betroffenen Muttersauen sind Fieber, Appetitlosigkeit und Vaginalausfluss. Außerdem leiden die neugeborenen Ferkel unter dem Milchmangel und magern ab.

ColoSan® – mit der Kraft der Natur

In einem Versuch (L. Leon et al., 2006) sollte geklärt werden, ob ColoSan®, ein natürliches Präparat auf Basis von Kümmel-, Anis- und Fenchelöl, den trägen Sauen-Darm in dieser kritischen Phase auf Trab halten kann und damit auch MMA vorbeugt.

Das traditionelle Tierarzneimittel ColoSan® wird seit über 50 Jahren mit sehr gutem Erfolg bei Rindern und Pferden zur Behandlung von Magen-Darmstörungen und futterbedingten Blähungen eingesetzt. Es basiert im Wesentlichen auf den ätherischen Ölen der Heilpflanzen Kümmel, Anis und Fenchel, ist frei verkäuflich und mit keiner Wartezeit belegt. Das Wirkprinzip beruht auf den Erkenntnissen der Phytotherapie, die insbesondere Kümmelöl eine krampflösende Wirkung zuschreibt. Zudem haben die genannten ätherischen Öle generell eine leicht antimikrobielle Wirkung.

Versuchsbeschreibung
Durchgeführt wurde der Versuch auf einem Praxisbetrieb mit 400 Sauen im Münsterland. Die tragenden Sauen werden dort in Gruppen gehalten und flüssig gefüttert. Nach dem Umstallen in die Abferkelabteile wird auf Trockenfutter umgestellt. Ein Teil der Sauen auf dem Betrieb weist vor der Geburt einen reduzierten Kotabsatz auf. Ausschließlich Tiere mit diesem Problem wurden in den Versuch genommen und zufällig auf die beiden Versuchsgruppen „ColoSan®“ und „Kontrolle“ verteilt. Die Kontrollgruppe wurde keiner Behandlung unterzogen, die Versuchsgruppe erhielt ColoSan® einmalig zwei bis drei Tage vor dem errechneten Geburtstermin. Vor der Applikation wurde das Gewicht der Tiere geschätzt und eine Dosierung von 0,3 ml/10 kg Lebendgewicht vorgenommen. Das Präparat wurde nach der Fütterung mit Hilfe einer Dosierspritze direkt in die Backentasche verabreicht. Die Tiere nahmen es problemlos auf und vertrugen es sehr gut.

In der Praxis gilt die Kotkonsistenz als Maßstab für die Darmmotilität. Deshalb wurde der Kot der Tiere über einen Zeitraum von zehn Tagen bonitiert, beginnend vier Tage vor dem errechneten Geburtstermin. Die Bonitierung wurde optisch vorgenommen und sah wie folgt aus:

Note -1 = breiiger Kot
Note 0 = normale Kotkonsistenz
Note 1 = fester Kot
Note 2 = sehr fester Kot
Note 3 = Verstopfung

In die Auswertung aufgenommen wurden Tiere, deren Kot vier Tage vor dem errechneten Geburtstermin mit den Noten 1, 2 oder 3 bewertet wurde. Insgesamt waren dies 66 Sauen, je 33 Tiere aus der Versuchs- und der Kontrollgruppe.

Ergebnisse der Studie

1. Bessere Kotkonsistenz
Der Kot der Sauen aus der Versuchsgruppe „ColoSan®“ weist nach der Applikation des Präparates eine verbesserte (= weichere) Kotkonsistenz auf. Am ersten und am zweiten Tag nach der Geburt sind signifikante Unterschiede zwischen Versuchs- und Kontrollgruppe vorhanden, die eine deutlich bessere Darmmotilität der Versuchsgruppe belegen.

2. Weniger Vaginalausfluss der Sauen, besser Zunahmen bei den Ferkeln
Die Sauen der Versuchsgruppe hatten zudem weniger Vaginalausfluss: Bei der Kontrollgruppe war bei insgesamt 50 % der Sauen Vaginalausfluss über einen Zeitraum von fünf Tagen nach dem Abferkeln zu verzeichnen. Bei der ColoSan®-Gruppe waren es 41 %.

Gleichzeitig war die Produktionsleistung der Versuchsgruppe tendenziell besser, die neugeborenen Ferkel verzeichneten vier Prozent höhere Tageszunahmen. Dies kann insgesamt auch auf die verbesserte Darmtätigkeit zurückgeführt werden, die einen besseren Gesundheitsstatus zur Folge hat.

Fazit
Der Versucht zeigt, dass die einmalige Anwendung des Phytotherapeutikums ColoSan® zu einem verbesserten Kotabsatz bei Sauen im Geburtszeitraum führt. Dieser Effekt trägt dazu bei, die Sauengesundheit zu fördern, Folgeerkrankungen wie MMA durch verzögerten Kotabsatz oder Verstopfung können vermieden werden. Der Einsatz des natürlichen Präparates ist damit eine effektive Maßnahme um den Einsatz von herkömmlichen Medikamenten zu reduzieren.

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