Dauerbrenner Kälberdurchfall – was nun, was tun?
Artikel teilen:
Der Durchfall bei Kälbern ist eine multifaktorielle Erkrankung - viele verschiedene Faktoren begünstigen sein Auftreten. In der Regel sind die Fehler im Management zu suchen, in unzureichender Geburts- und Tränkehygiene, zu später, mengenmäßig ungenügender oder qualitativ minderwertiger Kolostrumgabe, zu viel oder zu kalter Tränke, mangelhafter Versorgung der hochtragenden Mütter in der Trockenstehzeit, Zugluft etc. Eine Vielfalt an pathogenen Bakterien, Viren sowie Einzellern wartet nur auf die Gelegenheit, das derart abwehrgeschwächte Kalb zu infizieren.
Kälber stärken
Der beste Durchfall ist der, der gar nicht erst entsteht. Daher ist Vorbeugung die sinnvollste Maßnahme, zudem die schonendste für Tier, Geldbeutel sowie Zeitmanagement. Neben den oben genannten Managementmaßnahmen gibt es weitere Möglichkeiten, die Abwehrkräfte der Neugeborenen zu unterstützen, um ihnen einen guten Start ins Leben zu ermöglichen. So gibt es die oft als „Kälberstarter“ bezeichneten Ergänzungsfuttermittel und Tierarzneimittel, welche die unspezifische Immunität der Kälber stärken. Das sind zwei verschiedene Ansätze, die bei erhöhtem Infektionsdruck im Bestand auch kombiniert angewendet können.
Vital & Quicklebendig
Das flüssige VitaQuick® Kälber und VitaQuick® B Bolus sind zwei Varianten eines Themas zur Versorgung neugeborener Kälber mit Selen und Eisen. Darüber hinaus sind u.a. Schleimhautschutz-Vitamine enthalten und natürliche Komponenten, wie Prebiotika oder Hefe-Zellwandbestandteile, zur Stärkung der Widerstandskräfte und der Verdauung durch Stabilisierung der Darmflora. Dieser frühzeitige Ansatz beim Neugeborenen bietet sich aus arbeitstechnischen Gründen auch in der Ammenkuhhaltung, bei muttergebundener Kälberaufzucht sowie in der Mutterkuhhaltung an, wenn man primär auf Vorbeuge setzen muss, da den Kälbern keine Zusätze oder Spezialtränken über den Tränkeeimer verabreicht werden können.
Fokus Immunsystem
Immulon® Dr. Schaette ist die Maßnahme der Wahl, wenn das unspezifische Immunsystem der Kälber angesprochen, die Abwehrkräfte gegen Durchfälle und Atemwegserkrankungen gestärkt werden sollen. Dieses Tierarzneimittel wird den Tieren oral verabreicht, beginnend am ersten Lebenstag. Wissenschaftliche Studien belegen den deutlich besseren Gesamtgesundheitszustand (hochsignifikant) der Versuchsgruppe gegenüber der Kontrollgruppe und somit den vorbeugenden Einfluss von Immulon® Dr. Schaette auf die Entstehung von Durchfall sowie Atemwegserkrankungen bei Kälbern.
Wehret den Anfängen…
Wer nah an den Tieren dran ist und seine Kälber gut beobachtet, kann akute Durchfälle mit drastischen Begleiterscheinungen oft noch abwenden. Der Zeitfaktor ist dabei entscheidend. Ein Durchfall, verursacht durch E. coli, entwickelt sich rasend schnell. Morgens erscheint die Kotkonsistenz noch einwandfrei, einen halben Tag später leidet das Kalb bereits an heftigem Durchfall. Noch bevor dünnflüssiger Kot für uns sichtbar wird, herrscht bereits heftige „Unruhe“ im Verdauungstrakt. Schmerzhafte Krämpfe beeinträchtigen das Wohlbefinden des Kalbes. Dem guten Beobachter bleibt dies nicht verborgen. Gesunde Kälber springen auf und können es kaum erwarten, wenn man mit der Tränke zu ihnen kommt. Zügig saufen sie die ihnen zugeteilte Menge Milch oder Milchaustauscher. Ein Kalb, welches sich nur zögerlich zur Tränke begibt und den Eimer nicht oder nur langsam leert, wird erfahrungsgemäß spätestens zur nächsten Mahlzeit Durchfallsymptome aufweisen. Das muss nicht sein.
Erste Hilfe: ColoSan®
Eine Portion ColoSan®, dem Kalb sofort und direkt ins Maul appliziert, hilft rasch gegen die Blähungen und Störungen im Magen-Darm-Trakt. Das Kalb bekommt Appetit, und das Durchfallgeschehen kann in vielen Fällen, wie die Praxis zeigt, noch abgewendet werden. Daher sollte man beim Gang zu den Kälbern stets eine Flasche ColoSan® griffbereit haben. ColoSan®, den Kälbern bereits bei den ersten Anzeichen von Unwohlsein direkt ins Maul gegeben, kann diesen vielfach schmerzhafte, kräftezehrende Erkrankungen ersparen.
Tränkezusatz zum Lebensstart
In Zeiten erhöhter Anfälligkeit für Darmerkrankungen eignet sich der Tränkezusatz EuDigest® als Vorbeugung. Zur Stabilisierung der Darmflora ist es elementar, dass dieses Ergänzungsfuttermittel bereits ab dem 1. Lebenstag zudosiert wird. Die Einsatzdauer beträgt in der Regel zehn Tage oder bis die kritische Zeit überwunden ist. EuDigest® enthält unter anderem Pre- und Probiotika sowie Immunglobuline.
„All in one“
Bei akuten Durchfällen sind komplette Durchfalltränken, wie Ferm Ferm B, angezeigt. Sie gehen das Problem von vielen Seiten zugleich an und versorgen das Kalb nicht nur mit Nährstoffen und Elektrolyten. Es handelt sich hierbei um ein Diätfuttermittel, welches pur, aber auch gemischt mit Milch oder MAT, verabreicht werden kann. In kritischen Phasen ist es zudem möglich, Ferm vorbeugend über sieben Tage mit 30-50 g in drei Liter der regulären Tränke einzumischen. Gestaltet sich dies arbeitstechnisch als schwierig (Einsatz Milchtaxi, Fremdarbeitskräfte o.ä.), kann den gefährdeten Kälbern alternativ mittags ein Eimer mit zwei Liter Ferm-Tränke als Zwischentränke angeboten werden. Durch diese Flexibilität im Einsatz von Ferm lässt sich individuell auf betriebsspezifische Bedingungen eingehen. Ferm ist die Lösung für Vorbeugung und Akutfälle, alles aus einem Eimer.
Für ältere Tiere
Nicht nur die ganz Kleinen sind der Durchfallgefahr ausgesetzt. Für Kälber und Fresser, die bereits festes Futter aufnehmen, aber auch für ausgewachsene Rinder bietet sich das Arzneimittel Durchfallpulver Dr. Schaette an. Es wird den Tieren über das Futter verabreicht und basiert auf Gerbstoffbasis und Medizinischer Kohle zur Toxinbindung.
Ohren auf Halbmast?
Fehlt es einzelnen Kälbern bei beginnendem oder auch andauerndem Durchfall an Vitalität, so können ergänzende Gaben von Coffea praeparata oral hilfreich sein. Der Lebenswille sowie der Appetit kehren sichtbar und rasch zurück, die Darm-Motorik des Tieres normalisiert sich. Dies sind beste Voraussetzung für das Kalb, sich schnell zu erholen und ungestört zu entwickeln.

Zugehörige Produkte